HAARUP

Modernisierung der Mischtechnik bei Ehl in Roßla: Neue Haarup-Mischer für höhere Kapazität und flexible Produktionsprozesse

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Die Ehl AG hat an ihrem Standort Roßla im Südharz zwei bestehende Anlagen durch neue Haarup-Mischer ersetzt. Ziel der Modernisierung war eine höhere Produktionskapazität sowie mehr Flexibilität in der Produktion. Die Umsetzung erfolgte im laufenden Betrieb und erforderte umfangreiche Anpassungen an der bestehenden Mischerbühne. Während eines Vor-Ort-Termins der BFT International informierten Vertreter von Ehl und Haarup über Planung, Montage und Inbetriebnahme der neuen Mischtechnik.

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Unsere Werksreportage über den Besuch bei Ehl im Südharz ist zusätzlich als Audio-Version verfügbar.

Die Ehl AG mit Hauptsitz in Kruft gehört zur CRH-Gruppe und betreibt mehr als 20 Produktionsstandorte in Deutschland. Das Unternehmen produziert unter anderem Pflastersteine, Terrassenplatten, Mauer- und Stützwandsysteme sowie weitere Betonprodukte für den Garten- und Landschaftsbau. In den vergangenen Jahren investierte Ehl verstärkt in Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und die Modernisierung bestehender Produktionsstandorte. Ähnliche Schwerpunkte setzt auch Haarup: Das Unternehmen investierte in den vergangenen Jahren umfassend in die nachhaltige Umstellung der eigenen Produktion und formulierte entsprechende Klimaschutzmaßnahmen im Rahmen der Science Based Targets Initiative (SBTi).

Am Standort Roßla entschied sich Ehl dazu, zwei bestehende Mischer auszutauschen und die Mischtechnik grundlegend zu modernisieren. Zum Einsatz kommen heute zwei baugleiche Haarup-Mischer mit 1.500 l Volumen. Ehl entschied sich bewusst für zwei baugleiche Mischer. Dadurch konnte die Kapazität nach Unternehmensangaben um 33 % erhöht und gleichzeitig das Ersatzteilmanagement vereinfacht werden.

Nach Angaben von Ehl lag die bestehende Mischtechnik zuvor im Bereich der Produktionskapazität an ihrer Grenze. „Wir haben gesehen, wo der Engpass lag – und das war der Mischer“, erklärte Ute Haberle, Regionale Technikleitung Südharz bei der Ehl AG.

Höhere Kapazität und neue Anforderungen an die Produktion

Die Modernisierung beschränkte sich nicht allein auf den Austausch der Mischer. Vielmehr musste die bestehende Infrastruktur umfangreich angepasst werden. Dazu gehörte unter anderem die räumliche Trennung der Dosierungssysteme, damit andere Produktionsbereiche während der Umbauarbeiten weiter betrieben werden konnten.

„Wir mussten die Dosierung zunächst physisch trennen“, erläuterte Haberle. „Dabei wurden die Bänder und Dosierungen so voneinander getrennt, dass die übrigen Anlagen weiterlaufen konnten, ohne beeinflusst zu werden.“

Parallel dazu wurde die bestehende Mischerbühne umgebaut und an die neue Technik angepasst. Die bisherigen Komponenten konnten dabei teilweise weiterverwendet werden. Für Ehl war es wichtig, möglichst viel des bestehenden Equipments weiter zu nutzen. Um die Produktion während der Umbauphase weiterhin aufrechterhalten zu können, arbeitete Ehl zeitweise mit Transportbeton. 

3D-Planung und Umbau der Bestandsanlage

Eine zentrale Rolle spielte die digitale Planung des Umbaus. Haarup setzte dafür 3D-Laservermessungen der bestehenden Stahlkonstruktion ein. „Mit unserem 3D-Laser-Scanning-Equipment vermessen wir die komplette bestehende Anlage“, erläuterte Christian Søndergaard, Area Sales Manager bei Haarup, während des Werksbesuchs. Die gewonnenen Daten bildeten die Grundlage für die Integration der neuen Mischer in die bestehende Konstruktion.

„Die Firma Haarup war uns bereits im Markt bekannt“, erklärte Haberle. „Durch die Technik mit dem 3D-Scanner konnten wir die Professionalität direkt erkennen.“

Die Integration der größeren Mischer in die bestehende Anlage stellte die Projektbeteiligten vor mehrere Herausforderungen. Mit dem Wechsel auf einen anderen Mischertyp mussten insbesondere Anpassungen an der bestehenden Bühne vorgenommen werden, erläuterte Søndergaard.

Trotz der größeren Mischer konnte die verfügbare Bewegungsfläche auf der Bühne nach Angaben von Ehl verbessert werden. „Wir haben jetzt mehr Platz und mehr Bewegungsfreiheit“, sagte Haberle. Auch die Zusatzmitteltechnik und weitere Komponenten konnten neu angeordnet werden.

Darüber hinaus musste die Produktionslogistik angepasst werden. Einer der neuen Mischer erhielt zwei Ausläufe. Gleichzeitig stellten die räumlichen Bedingungen hohe Anforderungen an die Montage. „Wir konnten den Mischer nicht direkt von vorn einheben, sondern mussten praktisch durchs Schlüsselloch arbeiten“, beschrieb Haberle die Situation.

Die eigentliche Montage der neuen Mischer begann Anfang Januar. Nach Angaben der Projektbeteiligten wurden die Aggregate innerhalb weniger Stunden eingehoben. „Der Kran kam morgens um acht, und bereits gegen Mittag war der Einsatz abgeschlossen“, berichtete Haberle.

Neue Haarup-Mischtechnik

Haarup ist auf die Modernisierung bestehender Betonanlagen spezialisiert und realisierte bereits Projekte in zahlreichen internationalen Märkten – von Skandinavien bis Australien und Neuseeland. Das dänische Familienunternehmen entwickelt und fertigt seine Anlagen am Standort Silkeborg.

Eine besondere Rolle spielt dabei die Getriebetechnik der Mischer. Haarup fertigt die Getriebe nach eigenen Angaben selbst und verweist auf ein besonders robustes und erprobtes Design. Als einziger Anbieter im Markt gewährt das Unternehmen laut eigener Aussage eine Garantie von acht Jahren auf die Getriebe.

Im Rahmen des Projekts in Roßla lieferte Haarup neben den beiden 1.500-l-Mischern unter anderem neue Zementwaagen, Dosierschnecken, Absaugfilter, Aufzüge sowie eine neue Servicebühne.

Während der Projektphase wurden zusätzlich mehrere Detailanpassungen vorgenommen. So entschied sich Ehl kurzfristig dazu, einzelne Aufzugskomponenten zusätzlich auszukleiden, um Verschleiß zu reduzieren.

Für Haarup hatte das Projekt darüber hinaus strategische Bedeutung. „Für Haarup war es extrem wichtig, dass wir hier bei Ehl in Deutschland überzeugen“, erklärte Søndergaard. Haarup sei innerhalb der CRH-Gruppe bereits in Skandinavien, Benelux und Nordamerika sehr gut vertreten gewesen, aber trotz mehr als 300 verkauften Mischern in Deutschland sind diese die ersten Mischer bei Ehl.

Ergänzende Dosiertechnik

Ergänzend wurde die Anlage mit einer Faserdosieranlage vom Typ MD400 FS/FR der Würschum GmbH ausgestattet. Die Anlage ist für die Dosierung von Mikro- und Makrofasern sowie verschiedener Stahlfasern ausgelegt.

Schulung und Wartungskonzept

Nach Abschluss der Montage wurden die Mitarbeiter zusätzlich in Wartung und Instandhaltung der neuen Mischtechnik geschult. Dabei standen unter anderem Schmierung, Wartungsintervalle und Ersatzteilmanagement im Mittelpunkt.

Søndergaard betonte die Bedeutung der gemeinsamen Projektarbeit: „Sobald der Vertrag unterschrieben ist, sitzt man auf derselben Seite des Schreibtischs und muss die Aufgabe gemeinsam lösen.“

Teamarbeit als Erfolgsfaktor

Die Zusammenarbeit zwischen Ehl und Haarup wird von beiden Seiten als wesentlicher Erfolgsfaktor beschrieben. „Es war eine Gemeinschaftsarbeit auf der kompletten Baustelle über mehrere Wochen“, sagte Haberle. Besonders hob sie neben der Zusammenarbeit mit Haarup die mit ihren Kollegen Sascha Karnstedt und Christopher Rüdig hervor.

Am Ende des Projekts stand für die Beteiligten vor allem die gemeinsame Umsetzung im Vordergrund. „Das ist keine Selbstverständlichkeit gewesen, wie glatt das gelaufen ist“, fasste Haberle zusammen.

Nach Angaben von EHL zeigen sich inzwischen die ersten Ergebnisse der Modernisierung. „Wir sehen bereits den Mehrwert der neuen Anlage“, erklärte Haberle. „Die Produktionskapazität konnte erhöht werden.“

Gleichzeitig blieb die Produktqualität auf dem bisherigen Niveau. Darüber hinaus eröffnet die neue Mischtechnik zusätzliche Möglichkeiten für zukünftige Produktionsanforderungen. Dazu gehören unter anderem die Verarbeitung von SV-Beton sowie die flexiblere Erprobung neuer Zusatzmittel und Rezepturen.

EHL und Haarup blicken nach Abschluss dieses Modernisierungsprojekts nun gemeinsam auf neue Projekte.

CONTACT

Haarup Maskinfabrik A/S

Haarupvej 20

8600 Silkeborg/Denmark

+45 86 84 62 55

https://www.haarup.de/

EHL AG

Standort Roßla

Güterbahnhof 6

6536 Südharz/Germany

+49 3 46 51 / 3 71 0

www.ehl.de

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