Dampfdiffusionsoffene Hydrophobierung von Betonfertigteilen

Kapillar aufgenommenes Wasser transportiert gelöste Salze an die Oberfläche, verursacht Ausblühungen und die als „Wasserläufer“ bekannten Laufspuren, bindet Schmutz, begünstigt Algen- und Moosbewuchs und erhöht den Sättigungsgrad im oberflächennahen Porenraum. Eine hydrophobierende Imprägnierung greift genau dort an – ohne die grundsätzliche Dampfdiffusionsfähigkeit des Betonfertigteils zu verändern.

Bei Betonfertigteilen für Stütz-, Lager- und Trennwände oder bei dekorativen Fertigteilen wie Sitzmöbeln oder großen Stelen entscheidet über die Kundenzufriedenheit selten die Tragfähigkeit, sondern das Erscheinungsbild der Oberfläche nach Lagerung, Transport und Einbau. Die maßgebliche Größe dahinter ist dabei kapillar aufgenommenes Wasser: Es transportiert gelöste Salze an die Oberfläche, verursacht Ausblühungen und die als „Wasserläufer“ bekannten Laufspuren, bindet Schmutz, begünstigt Algen- und Moosbewuchs und erhöht den Sättigungsgrad im oberflächennahen Porenraum. Eine hydrophobierende Imprägnierung greift genau dort an – ohne die grundsätzliche Dampfdiffusionsfähigkeit des Bauteils zu verändern.

 

Das Easyblock-System

Easyblock ist ein modulares Stützwandsystem aus großformatigen Betonfertigteilen mit Bauteilgewichten von bis zu ca. 1.200 kg, entwickelt von der 2022 gegründeten Easyblock GmbH in Kärnten.

Die Betonblöcke werden über ein präzises Nut-und-Feder-System trocken und ohne Mörtel versetzt. Dadurch ermöglicht Easyblock eine schnelle und flexible Bauweise ohne Aushärtezeiten. Mit 23 aufeinander abgestimmten Blocktypen und unterschiedlichen Blocktiefen lässt sich das System flexibel an verschiedenste statische und geometrische Anforderungen anpassen. Gerade, gebogene, eckige und gestufte Wandverläufe können mit dem modularen System realisiert werden. Je nach Wandhöhe, Gelände und Belastung werden die Stützwände als Schwergewichtskonstruktion oder bei größeren Höhen und höheren Belastungen als geogitterbewehrte Konstruktion ausgeführt.

Für typische Anwendungsfälle stehen statisch nachgewiesene Standardaufbauten zur Verfügung, darüber hinaus sind projektspezifische Lösungen und Wandhöhen von über 10 m realisierbar. Die Einsatzbereiche reichen vom Garten- und Landschaftsbau über Hang- und Böschungssicherungen sowie Seeufer- und Flussrandsicherungen bis hin zu Infrastrukturprojekten.

Unterschiedliche Oberflächendesigns verbinden dabei die statische Funktion einer Stützwand mit einem hochwertigen Erscheinungsbild. Durch die trockene und modulare Bauweise können die Betonblöcke bei Bedarf wieder aufgenommen, versetzt und erneut verwendet werden.

 

Eine bewusst exponierte Sichtfläche

Für das Thema Oberflächenschutz ist die Herstellungsseite des Systems relevant. Die Sichtflächen werden über Strukturmatrizen aus Polyurethan (Wasa Stonecast, Kategorie Gneis 3) abgeformt, deren Vorlage u.a. eine großformatige, grob strukturierte Krustenplatte ist; bis zu zehn verschiedene Strukturvorlagen sorgen für ein nichtmonotones Erscheinungsbild, und die 90°-Eckblöcke werden bewusst ohne Trennfuge ausgeführt. Das Ergebnis ist eine originalgetreue Natursteinoptik – und damit eine, gegenüber einer glatten Schalfläche deutlich vergrößerte, tief strukturierte Oberfläche. Je nach eingesetzter Matrize sind auch entsprechende Sichtbetonoptiken möglich.

Mit 3CS ConGuard Hydro Surface 606 lässt sich diese edle Optik bereits im Werk dauerhaft schützen und erhalten!

 

Wirkprinzip diffusionsoffener Imprägnierungen

Hydrophobierungen auf Basis reaktiver Silane und Siloxane wirken nicht als Sperrschicht, sondern als dampfdiffisionsoffener Schutz. Die Wirkstoffe dringen in den offenen Porenraum ein, reagieren dort mit dem mineralischen Untergrund und bilden einen hydrophoben, wasserabweisenden Schutzfilm auf der Betonoberfläche und in den Poren, sodass kapillares Saugen deutlich reduziert wird.
Der Porenquerschnitt bleibt offen, Wasserdampf kann weiterhin nach außen diffundieren, ohne dass eine geschlossene Filmschicht entsteht. Ein Fertigteil mit Restfeuchte aus der Produktion kann also weiter austrocknen – anders als bei filmbildenden Versiegelungen, wo Dampfstau zu Blasenbildung und Enthaftung sowie Ausblühungen führen kann.

Der Mehrwert für Fertigteile bei Verwendung von 3CS ConGuard Hydro Surface 606 ist die stark reduzierte kapillare Wasseraufnahme, eine massive Reduktion von wassertransportbedingten Kalkausblühungen, geringerer Sättigungsgrad in der Randzone und damit einhergehend eine Entlastung im Frost-Tau-Wechsel; Verminderte Schmutzanhaftung und geringerer Algenbewuchs ergeben ein gleichmäßiges Erscheinungsbild nach Feuchtbewitterungen. Der Effekt lässt sich schon nach ca. 24 h sehen: Auf der behandelten Fläche perlt Regen ab, statt einzuziehen.

 

3CS ConGuard Hydro Surface 606 – Kenndaten

3CS ConGuard Hydro Surface 606 ist ein lösemittelfreies Emulsionskonzentrat auf Basis reaktiver, organomodifizierter Siloxane, geprüft nach EN 1504-2 Klasse I. Seit 2026 ist das Produkt in der österreichischen Baustoffdatenbank Baubook gelistet, was die Verwendung in Ausschreibungen mit ökologischen Kriterien und in Förderkontexten erleichtert.

Vorteil des Produktes für den Verarbeiter

Hervorzuheben ist der Applikationszeitpunkt. Oberflächenhydrophobierungen werden klassischerweise am ausgehärteten, teilkarbonatisierten Bauteil eingesetzt – häufig mit Wartezeiten von Wochen, teils erst am eingebauten Bauwerk.

Die alkalibeständige Chemie des 3CS ConGuard Hydro Surface 606 erlaubt dagegen die Applikation bereits kurz nach dem Ausschalen, sobald die Sichtfläche oberflächlich abgetrocknet und sauber ist. Damit verschiebt sich der Schutz aus der Nutzungsphase in die Werksphase.

 

Applikation in der Praxis

Aufgebracht wird durch Sprühen, Fluten, Streichen oder Rollen. In der Praxis hat sich der einfache Handdrucksprüher – etwa ein Gloria-Gerät – bewährt: sattes Auftragen nass in nass, gleichmäßige Benetzung von Sichtfläche, Kanten und Fasen. Es braucht keine Sprühanlage, keine Zusatzausrüstung und keine eigens geschulte Applikationsmannschaft. Die Auftragsmenge ist über Vorversuche am konkreten Untergrund festzulegen, da die Saugfähigkeit je nach Rezeptur, Verdichtung und Matrizenstruktur erheblich streut.

 

Der wirtschaftliche Treiber: Lagerung, Transport, Einbau

Für Fertigteilwerke ist der Hauptnutzen neben dem Dauerhaftigkeitsargument, wie es bei Betonleitwänden bspw. relevant ist, vor allem ein logistischer. Wo Hallenfläche fehlt, wird im Freien gelagert und es entstehen bspw. Wasserläufer und Laufspuren aus abgeschwemmten Feinanteilen – ein Reklamationsgrund, obwohl technisch kein Mangel vorliegt.

3CS ConGuard Hydro Surface 606 reduziert Verschmutzung, Bewuchs und Ausblühungen im Lager und entkoppelt damit Produktionsplanung von Wetter und Platzverfügbarkeit.

Beim Versetzen hydrophobierter Blöcke bei Nässe bleiben die Sichtflächen sauber, Erdanhaftungen lassen sich leichter entfernen. Bei einem System, das ohnehin über die kurze Bauzeit argumentiert, ist die Unabhängigkeit von der Wetterlage ein positiver Nebeneffekt.

Der Systemgedanke

Unter Freibewitterung ist nach heutigem Erfahrungsstand von einer Wirkdauer der Oberflächenhydrophobierung mit 3CS ConGuard Hydro Surface 606 in der Größenordnung von fünf Jahren auszugehen. Die Behandlung ist damit ein Werks- und Frühphasenschutz mit Zusatznutzen in der Nutzungsperiode.

Allerdings kann 3CS ConGuard Hydro Surface 606 auch nach einer gründlichen Reinigung erneut auf ein älteres Fertigteil aufgebracht werden oder auf ein noch nie behandeltes. 3CS ConGuard Hydro Surface 606 kann auch auf Pflaster, Mauerwerk, Ziegel oder anderen mineralischen Untergründen aufgetragen werden. Je nach Farbgebung und Material kann eine leichte Farbvertiefung auftreten. Es empfiehlt sich in jedem Fall vorab eine Musterfläche anzulegen.

Für einen dauerhaften Schutz über die Bauteillebensdauer können unterschiedliche Schutzkonzepte miteinander kombiniert werden. Eine Hydrophobierung des Betonquerschnitts beziehungsweise eine entsprechende Massenhydrophobierung des Betons kann die Wasseraufnahme innerhalb der Betonmatrix weiter reduzieren und somit den langfristigen Schutz explizit erhöhen.

 

Bemusterung statt Prospekt

Um die einfache Applikation, sowie die Wirkweise und Qualität von 3CS ConGuard Hydro Surface 606 zu erfahren, empfiehlt es sich in jedem Fall, 3CS ConGuard Hydro Surface 606 zu testen.

Da Saugfähigkeit, Struktur und Farbgebung von Werk zu Werk variieren, ist die Vorbemusterung ein standardisiertes Verfahren in der Zusammenarbeit mit Kunden. 3CS unterstützt Interessenten über den technischen Service am eigenen Produkt, begleitet den ersten Applikationsdurchgang im Werk und ermittelt die Auftragsmenge gemeinsam vor Ort. Der Abperleffekt am eigenen Projekt, mit dem werkseigenen Personal aufgebracht, ist am Ende ein aussagekräftigeres Argument als jedes Prüfzeugnis. So konnte auch Easyblock überzeugt werden und empfiehlt seinen Lizenznehmern auf Wunsch eine deutliche Aufwertung und einen zusätzlichen Schutz der exponierten Sichtflächen mit 3CS ConGuard Hydro Surface 606.

CONTACT

3CS GmbH

8273 Ebersdorf 226/Austria

+43 (0) 3333 / 41 241 26

www.3cs.at


Easy Block GmbH

9300 St. Veit an der Glan/Austria

+43 (0) 4212 5454

www.easyblock.at


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