BAU 2027: Material und Ressource im Fokus
31.08.2026
Figure: Messe München GmbH
Wie lassen sich Materialien effizienter nutzen und Rohstoffe im Kreislauf führen? Unter dem Leitthema „Material & Ressource“ greift die BAU 2027 vom 11. bis 15. Januar 2027 in München Fragen der Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft auf. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Wiederverwendung von Baustoffen, Sekundärrohstoffe und die Weiterentwicklung von Baustoffen.
Der Gebäudebestand entwickelt sich zunehmend zu einer potenziellen Rohstoffquelle. Allein in Deutschland lagern laut Wuppertal Institut rund 20,8 Mrd. t Baumaterialien in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Das gesamte anthropogene Materiallager umfasst rund 51,7 Mrd. t. Damit rücken der Erhalt und die Weiterentwicklung bestehender Gebäude ebenso in den Fokus wie die Frage, wie bereits verbaute Materialien möglichst lange im Kreislauf gehalten werden können.
Kreislaufwirtschaft als Wettbewerbsfaktor
In Deutschland fallen jährlich rund 220 Mio. t Bau- und Abbruchabfälle an. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Ressourceneffizienz, Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Kreislaufwirtschaft entwickelt sich damit zunehmend von einer Entsorgungsfrage zu einem wirtschaftlichen Faktor. Laut Construction Products Europe werden derzeit rund 40 % der Bau- und Abbruchabfälle in Europa recycelt oder wiederverwendet.
Die Kreislaufwirtschaft beginnt dabei nicht erst beim Recycling. Urban Mining, die Wiederverwendung von Bauteilen und der Einsatz von Sekundärrohstoffen sollen dazu beitragen, bereits verbaute Materialien länger zu nutzen und den Bedarf an neuen Rohstoffen zu reduzieren.
Beton und Zement im Wandel
Auch die Weiterentwicklung von Baustoffen steht im Fokus. Bei Beton und Zement arbeiten Hersteller, Forschungseinrichtungen und Industrie an Lösungen, um Emissionen und Materialeinsatz zu reduzieren. Zu den genannten Innovationsfeldern zählen klinkerreduzierte Zemente, alternative Bindemittel, Recyclingbeton, Carbonbeton sowie Verfahren zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung.
Gleichzeitig verändert sich die Bewertung von Gebäuden und Bauprodukten. Neben dem Energieverbrauch im Betrieb werden die Emissionen aus Herstellung, Transport, Bau, Nutzung, Sanierung und Rückbau stärker berücksichtigt. Lebenszyklusanalysen und Umweltproduktdeklarationen gewinnen damit an Bedeutung.
Für geschlossene Materialkreisläufe spielt zudem die Verfügbarkeit von Produktinformationen eine wichtige Rolle. Mit der neuen europäischen Bauproduktenverordnung gewinnt die digitale Dokumentation von Bauprodukten an Bedeutung. Digitale Produktpässe sollen künftig unter anderem Umweltinformationen, Konformitätsdaten und weitere produktspezifische Informationen über den Lebenszyklus hinweg verfügbar machen.
Auf der BAU 2027 präsentieren Hersteller, Planer, Forschungseinrichtungen und Start-ups Lösungen für Kreislaufwirtschaft, Materialeffizienz und digitale Transparenz. Die Messe findet vom 11. bis 15. Januar 2027 in München statt.
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