Rohrdorfer testet Wasserstoff bei der Zementklinkerherstellung

Figure: Rohrdorfer Unternehmensgruppe

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Der Umstieg auf nichtfossile Brennstoffe ist einer der großen Hebel zur Dekarbonisierung der Zementproduktion. Die Erzeugung von Zementklinker, dem Hauptbestandteil von Zement, erfordert Temperaturen von 1.450 °C und damit einen erheblichen Brennstoffeinsatz. Rohrdorfer setzt in seinen Zementwerken seit vielen Jahren auf alternative Brennstoffe, um die CO₂-Emissionen zu reduzieren. Ein weiterer möglicher Beitrag zur Dekarbonisierung ist der Einsatz von Wasserstoff (H₂) aus erneuerbaren Quellen, sogenanntem grünem H₂, als Brennstoff.

Die Wasserstofffeuerung im Ofenbetrieb ist technisch anspruchsvoll und in der Zementindustrie bisher wenig erprobt. Um eigene Betriebserfahrungen mit dem neuen Energieträger zu gewinnen, führte das Rohrdorfer Net Zero Emission-Team am Standort Gmunden einen Wasserstoff-Feuerungsversuch an der Zementklinker-Ofenanlage durch.

Wasserstoff als CO₂-freier Energieträger bei der Verbrennung

Bei der Verbrennung von Wasserstoff entsteht, anders als bei konventionellen Brennstoffen, kein CO₂. Dadurch könnte der CO₂-Ausstoß des Brennprozesses je nach H₂-Anteil am Brennstoffmix deutlich reduziert werden.

Seit Mitte 2023 laufen bei Rohrdorfer die Vorarbeiten für einen Betriebsversuch. Anfang Juli 2026 wurden die Vorbereitungen abgeschlossen und nach Angaben des Unternehmens der erste Wasserstoff-Feuerungsversuch in einem österreichischen Zementwerk durchgeführt. An zwei Versuchstagen wurde die Wärmeleistung der Ofenanlage zum Teil durch die Zufeuerung von Wasserstoff gedeckt. Der gasförmige Brennstoff zeigte sich bei dem Test als grundsätzlich geeignet für den Einsatz bei der Zementklinkererzeugung.

Die H₂-Bereitstellung mittels Lkw-Trailern erfolgte durch Linde. Das Unternehmen entwickelte für den Versuch eine spezielle mobile Gas-Entladestation.

Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff bisher nicht absehbar

„Wir wollen mit dem Versuch zeigen, dass der Einsatz von sogenanntem grünem Wasserstoff eine mögliche dekarbonisierte Alternative im Brennstoffmix der Zukunft ist“, sagt Florian Wesenauer, Projektleiter des H₂-Versuchs bei Rohrdorfer. „Ein wirtschaftlicher Einsatz ist jedoch momentan nicht absehbar, die Kosten für diesen Wasserstoff sind derzeit noch um ein Vielfaches zu hoch.“

Bis wann der Preis auf einen konkurrenzfähigen Wert sinkt, hängt von vielen Faktoren ab und ist aktuell nicht zu prognostizieren. „Dank des Tests sind wir aber gut vorbereitet und könnten mit der Umstellung starten, sobald die Rahmenbedingungen es zulassen“, so Wesenauer.

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