Umfangreiche Investitionen, handwerkliches Können und hochmotivierte Teams

Seit ihren Ursprüngen im Jahr 1909 hat sich die Mattig & Lindner GmbH zu einer der größten mittelständischen Baufirmen Brandenburgs entwickelt. Neben der Betonfertigteilherstellung (Decken, Wände, konstruktive Fertigteile und Sonderelemente) ist das Lausitzer Unternehmen im Hochbau, Hallenbau und Bewehrungsbau aktiv.

Alles begann am 1. Juli 1909: Max Mattig, Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer, gründete ein Maurergeschäft in Forst; Teilhaber wurde sein Schwiegersohn, Baumeister Oswin Lindner. Gleich in den Anfangsjahren beteiligte sich das Unternehmen am Bau vieler Wohnhäuser in Forst, die noch heute zu den architektonisch schönsten Gebäuden im gesamten Stadtbild gehören.

Nach der Inflation errichtete Oswin Lindner vor allem Wohnungen im sozialen Wohnungsbau sowie viele Gewerbebauten. 1956 wurde das Baugeschäft durch ein Betonfertigteilwerk ergänzt. Das Unternehmen entwickelte sich gut, u. a. mit dem Produktionsstart von konstruktiven Fertigteilen. Diese Wachstumsphase endete 1972 mit der Verstaatlichung, von der mehr als 11.000 Betriebe in der ehemaligen DDR betroffen waren: Die Enteignungswelle erfasste auch Mattig & Lindner mit 180 Beschäftigten.

Am 1. Juli 1990 wurde das Unternehmen reprivatisiert. Die Unternehmensbereiche Schlüsselfertigbau, Hallenbau, Betonfertigteilherstellung und Lieferung von Transportbeton ermöglichen eine hohe Leistungskomplexität. Eigene Industrieforschung gewährleistet die Ausführung der Arbeiten auf höchstem Niveau. Umfangreiche Investitionen, handwerkliches Können, hochmotivierte Teams und einfühlsames Management ließen die Mattig & Lindner GmbH in kurzer Zeit wieder zu einem strukturbestimmenden Unternehmen in der Region werden.

Gegenwart und Zukunft

Heute ist die Mattig & Lindner GmbH eines der größten mittelständischen Bauunternehmen Brandenburgs und stellt sich mit dem Wissen sowie der Leistungsfähigkeit eines Großunternehmens Bauaufgaben in jeder Größe und jeder Schwierigkeit. Die mittelständische Ausrichtung lässt schnell und flexibel auf ständig wechselnde Marktgegebenheiten reagieren. Als komplexer Dienstleister ist M&L als Projektentwickler und ausführendes Generalunternehmen in den folgenden Unternehmensbereichen tätig:

Hochbau,

Hallenbau (deutschlandweite schlüsselfertige Errichtung von Industrie- und Gewerbeobjekten),

Betonfertigteilherstellung (Decken, Wände, konstruktive Fertigteile und Sonderelemente),

Bewehrungsbau.

Zurzeit ist die Marktentwicklung für Betonfertigteile in den Bundesländern Berlin und Brandenburg von einem anhaltenden Wachstum geprägt, insbesondere im Bereich des Wohnungsbaus und des Gewerbebaus. Die steigende Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum und die Notwendigkeit zur schnellen Bauweise begünstigen die Verwendung von Betonfertigteilen.

Kurz- bzw. mittelfristig stehen Investitionen in Maßnahmen zur Herstellung von umweltgerechten Produkten (CO2-reduzierte Betone) auf dem Plan. Weiteres Themenfeld der Zukunft ist die fortschreitende Digitalisierung. Hinzu kommen regelmäßige Werksmodernisierungen  - neben der Sonocrete-Ultraschalltechnik sind die ebenfalls erst kürzlich erneuerte Mischanlage mit den geschlossenen Silos für die Gesteinskörnung, Lasertechnik und Touchscreen Display zur Darstellung technischer Daten aus der Planung für die einzelnen Stationen, automatischer Betonverteiler und standardisierende Anlagenvisualisierung zu nennen.

Neuheit Hochleistungs-Ultraschallanlage

Die Herstellung klimafreundlicher Betone mit reduziertem Klinkeranteil gewinnt auch in Berlin und Brandenburg zunehmend an Bedeutung. Mattig & Lindner hat sich deshalb das ambitionierte Ziel gesetzt, die CO₂-Emissionen in der Betonfertigteilproduktion um 25 % zu senken – durch den Einsatz klinkerreduzierter Zemente, den weitgehenden Verzicht auf Wärmebehandlung sowie auf chemische Beschleuniger. Ein zentraler Baustein dieser Strategie ist die Einführung der Sonocrete-Ultraschalltechnologie. Im Rahmen des gemeinsamen Forschungsprojekts „Ultraschallgestützte Betonproduktion“ (BMBF-Fördermaßnahme KMU-innovativ, 2021–2023) konnte die Wirksamkeit der Technologie unter realen Produktionsbedingungen mehrfach nachgewiesen werden. Die Aktivierung einer Zement-Füllstoff-Slurry mittels Hochleistungsultraschall ermöglicht eine gezielte Beschleunigung der Hydratationsprozesse – und damit deutlich erhöhte Frühfestigkeiten, selbst bei reduzierten Klinkergehalten.

Basierend auf den guten Ergebnissen der Versuchskampagnen wurde Ende 2024 eine der ersten industriell eingesetzten Sonocrete-Anlagen am Standort Forst installiert. Die Inbetriebnahme stellte das gemeinsame Projektteam zunächst vor einige Herausforderungen – unter anderem war nur ein Silo an die Anlage angebunden, obwohl nach der Prozessumstellung auf eine Zement-Füllstoff-Mischung zwei Silos ideal gewesen wären. Auch die Integration in die übergeordnete Steuerung erforderte zusätzliche Anpassungen. Dennoch konnten sämtliche Hürden im engen Schulterschluss zwischen Mattig & Lindner und Sonocrete erfolgreich überwunden werden.

Mit der neuen Anlage setzt Mattig & Lindner einen technologischen Meilenstein in Richtung nachhaltiger Betonproduktion und zeigt, wie Innovationskraft und Praxisnähe zusammenwirken können.

Vom Werksversuch in den Realbetrieb

Nach Abschluss der Versuchsphase bestätigte sich im Realbetrieb, dass sich die angestrebte Absenkung des Klinkergehalts zuverlässig umsetzen lässt. Die Sonocrete-Technologie ermöglicht dabei nicht nur stabile Prozesse, sondern führt zu signifikant erhöhten Frühfestigkeiten – ein entscheidender Vorteil für industrielle Fertigteilhersteller.

Der erfolgreiche Übergang vom Pilotbetrieb in die kontinuierliche Produktion schafft die Grundlage für weitere Innovationsschritte. Erst vor wenigen Tagen startete ein neues Kapitel der Zusammenarbeit: Die ersten Versuche, die Zement-Füllstoff-Slurry mit Recyclingwasser anzusetzen, verliefen vielversprechend. Durch die Integration eines geschlossenen Wasserkreislaufs könnten künftig zusätzliche Ressourceneinsparungen erzielt und ökologische Potenziale weiter gehoben werden.

Die bisherigen Ergebnisse zeigen deutlich: Mit der systematischen Einführung von Ultraschalltechnik, modernen Mischprozessen und digitalen Steuerungskonzepten leistet Mattig & Lindner einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren Betonfertigteilproduktion – und positioniert sich als Vorreiter in der Region.

Zufriedene Statements der Projektbeteiligten

Michael Lindner, Geschäftsführer der Mattig & Lindner GmbH freute sich: „Unsere Zusammenarbeit mit Sonocrete erstreckt sich nun bereits über fünf Jahre und ist von gegenseitiger Wertschätzung und Unterstützung geprägt. Diese Anlage ist wirklich einzigartig mit großem Zukunftspotenzial. Unsere Zielstellung – eine Senkung der CO2-Emissionen um 25 % – konnte durch die Umstellung bereits erreicht werden. Nächster Meilenstein, den wir demnächst anstreben, ist die Reduktion der Gesamtzementmenge um 10 %.“

    Dr. Nora Baum, CFO bei Sonocrete, erläuterte: „Mit der Inbetriebnahme der Sonocrete-Anlage hat Mattig & Lindner einen wichtigen Schritt hin zu klimafreundlicher Betonproduktion gemacht. Die Ultraschallaktivierung der Zement-Füllstoff-Slurry ermöglicht eine beschleunigte Reaktion und bis zu 30 % CO₂-Einsparung – ohne Qualitätseinbußen. Unsere langjährige Zusammenarbeit zeigt, wie moderne Technologie und regionales Know-how zusammenwirken können, um die Bauwirtschaft nachhaltig weiterzuentwickeln. So trägt Mattig & Lindner aktiv dazu bei, die Bauwirtschaft in der Region zukunftsfähig zu machen und die Klimaziele der Branche zu unterstützen. Mattig & Lindner ist ein wichtiger Praxispartner für Sonocrete – hier wurden alle Prototypen zuerst getestet, und große Entwicklungsprojekte gemeinsam gestemmt.“

CONTACT

Mattig & Lindner GmbH

C.-A.-Groeschke-Str. 15

03149 Forst/Lausitz

+ 49 3562 9703-0

www.mattig-lindner.de

 

Sonocrete GmbH

Hermann-Löns-Straße 20

03050 Cottbus/Germany

+49 355 54788170

www.sonocrete.com

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