Europäischer Baumaschinenmarkt wächst 2025 moderat um 4,6 %
02.03.2026
Figure: CECE
Die europäische Baumaschinenindustrie steht an einem entscheidenden Punkt. Der CECE-Jahreswirtschaftsbericht 2026 zeigt, dass sich der Markt nach Erreichen seiner Talsohle im Jahr 2025 stabilisiert. Es zeichnen sich moderate Wachstumsaussichten ab – vorausgesetzt, dass jetzt die richtigen wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Entwicklung 2025
Auf makroökonomischer Ebene waren die Bedingungen schwierig. Das Wirtschaftswachstum in Europa war schwach, das BIP stieg im Jahr 2025 um etwa 0,9 %, während die Investitionen weiterhin zurückhaltend waren und der Konsum nur moderat wuchs. Obwohl die Zinssätze nicht mehr stiegen und sich allmählich stabilisierten, blieben sie im Vergleich zu den Niveaus vor 2022 hoch und belasteten weiterhin die Finanzen der privaten Haushalte und die Immobilieninvestitionen. In diesem Umfeld bleibt die Entwicklung des europäischen Bausektors uneinheitlich.
Im Jahr 2025 konnte der europäische Baumaschinenmarkt jedoch seinen Abschwung beenden und sogar ein moderates Umsatzwachstum von 4,6 % gegenüber dem Vorjahr verzeichnen. Der Wohnungsbau blieb weiterhin der schwächste Bereich, was den anhaltenden Abschwung auf dem Wohnungsmarkt in den meisten großen europäischen Märkten widerspiegelt. Die Gesamtbauleistung war im letzten Jahr jedoch im Jahresvergleich weitgehend stabil, da das Wachstum von rund 3 % im Tiefbau und im Infrastrukturbereich den Rückgang im Hochbau ausgleicht. Infrastrukturinvestitionen spielen daher weiterhin eine stabilisierende und abfedernde Rolle für den Sektor. Insgesamt markiert das Jahr 2025 einen Übergang für den europäischen Bausektor, wobei die Wachstumsfaktoren weiterhin fragil bleiben.
Ausblick 2026
Der Ausblick für 2026 ist positiver. Stabilisierte Zinssätze, eine allmähliche Erholung der privaten Investitionen und die Fortführung von Infrastrukturprogrammen dürften eine Rückkehr zu einem moderaten Wachstum von etwa 2 Prozent bis 2,5 Prozent unterstützen. Diese Verbesserung sollte vor allem durch eine Erholung im Wohnungsbau nach zwei Jahren starken Rückgangs sowie durch verstärkte Investitionen im Zusammenhang mit der Energiewende und dem Ausbau der Infrastruktur vorangetrieben werden. Die Branche startete mit Aussicht auf eine schrittweise Erholung ins Jahr 2026, die jedoch maßgeblich von den gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der öffentlichen Investitionspolitik abhängt und nicht von einer spontanen Steigerung der Nachfrage. Die Industrie steht weiterhin vor strukturellen Herausforderungen, darunter Überregulierung und unlautere Wettbewerbspraktiken sowie die Unvorhersehbarkeit des wichtigen US-Markts. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie und politischen Entscheidungsträgern auf europäischer wie auch nationaler Ebene erforderlich.
„Auch wenn der wirtschaftliche Abschwung hinter uns liegt, sind die Herausforderungen für europäische Hersteller noch lange nicht überwunden. Handelsbarrieren nehmen zu, der Wettbewerb aus China wird intensiver und eine Überregulierung belastet weiterhin die Industrie Europas. Da die Exporte in Schlüsselmärkte wie die Vereinigten Staaten massiv unter Druck stehen, muss Europa den Fokus auf die Stärkung des eigenen Marktes legen. In einem sich wandelnden globalen Wirtschaftsumfeld ist eine starke europäische Bauindustrie mit fairen Wettbewerbsbedingungen wichtiger denn je.“
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