Potenziale des Carbonbetonbaus: Richtlinie, Nachhaltigkeit und Praxisprojekte

Herzlich willkommen in der Welt des Carbonbetonbaus!

In diesem Vortrag werden die Potenziale des Carbonbetonbaus thematisiert.

Bei Beton mit nichtmetallischer Bewehrung wird die sonst übliche Stahlbewehrung durch Gitterstrukturen aus Carbon- oder Glasfasern ersetzt. Diese korrodieren nicht, weshalb die Betonüberdeckung geringer ausfallen kann, was die Betonbauteile deutlich leichter und dünner macht. So lassen sich bis zu 50 % der Ressourcen und bis zu 30 % CO2-Emissionen einsparen, je nach Konstruktion teilweise sogar noch mehr. Das stellt ein großes Potenzial dar, wie wir mit unseren Ressourcen besser haushalten können, und hilft dabei, klimaneutraler für die kommenden Generationen zu bauen.

Für die Bauweise sind bislang für alle statisch relevanten Bauvorhaben
zeitaufwändige Genehmigungsverfahren – wie z. B. Zustimmungen im Einzelfall – erforderlich. Das ändert sich aber bald. Für solidian GRID aus Carbonfasern erwarten wir die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) voraussichtlich noch in diesem Jahr. solidian wird somit nicht nur für Bauteile, sondern erstmalig für die Bewehrung selbst die Zulassung erhalten, was das Bauen mit dem innovativen Material wesentlich erleichtern wird.

In Verbindung mit der ebenfalls für 2023 geplanten Veröffentlichung der Richtlinie „Betonbauteile mit nichtmetallischer Bewehrung“ des DAfStb im Weißdruck stellt das einen Meilenstein für die Carbonbetonbauweise dar. Voraussetzung für deren Anwendung sind entsprechend
zugelassene Bewehrungsmaterialien, die alle für die Bemessung nach Richtlinie benötigten Kennwerte bereitstellen, was durch die Zulassung
erfüllt wird. Somit kann das Potenzial der Bauweise besser ausgeschöpft
werden und der Weg für eine gängige Anwendung in der Praxis wird damit geebnet.

Anhand von ausgewählten Praxis-projekten wird im Vortrag gezeigt, wie bereits heute mit dem Baustoff geplant und gebaut wurde, welche Vorteile sich in den einzelnen Projekten ergaben und inwiefern Planung und Umsetzung mit der neuen rechtlichen Situation zukünftig
anders ablaufen könnten.

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