Gut kontrollierte Entwicklung eines neuen Betonbindemittels
In den Niederlanden begann Cementbouw vor zehn Jahren mit der Entwicklung eines alternativen Bindemittels für Beton mit möglichst geringem CO₂-Fußabdruck. Nach mehreren Jahren der Laborforschung war ein erstes Konzept unter dem Namen Sqape marktreif. Anwendung war die Herstellung von Pflastersteinen.
Gleichzeitig wurden weitere Anwendungsmöglichkeiten entwickelt. In einem nächsten Schritt wurden Straßenbeläge und Fußböden aus Fertigbeton mit Geopolymeren hergestellt. Auch diese Projekte wurden gut vorbereitet, durchgeführt und überwacht. Das ehrgeizige Ziel war eine vorgespannte Fahrradbrücke mit einer Lebensdauer von 100 Jahren, die in einem Natura-2000-Gebiet errichtet werden sollte. Die Liste der relevanten Materialparameter umfasste mehr als 40 Punkte. Von Anfang bis Ende waren alle relevanten Parteien an der Definition und Akzeptanz der gleichwertigen Leistungsstudie beteiligt.
Nach dem erfolgreichen Abschluss wurde ein weiterer Meilenstein erreicht: eine Hafenmauer in Rotterdam, die teilweise aus vorgefertigtem, stahlfaserverstärktem Geopolymerbeton (GPC) gebaut wurde. Die Hinterfüllung dieser Schürzen wurde ebenfalls aus GPC gegossen. Besonderes Augenmerk wurde auf die Seewasserbeständigkeit, das Eindringen von Chlorid und den Schutz von Stahleinsätzen, beispielsweise Pollern, gelegt.
Inzwischen hat der deutsche Betonhersteller Rinn Beton und Naturstein die Technologie zur Herstellung der nachhaltigsten Landschaftsbauprodukte, der Klimasteine, implementiert.
Diese Meilensteine wurden nach gründlichen Labortests, Gesprächen mit Auftraggebern, Kunden und Behörden, der Berücksichtigung aller Anforderungen und dem Management von Risiken und Sicherheit erreicht. Es hat sich gezeigt, dass die Anwendung eines neuen Bindemittels in komplexen Situationen möglich ist, wenn eine gleichwertige Leistung (oder besser gesagt „Zweckmäßigkeit”) gemäß Eurocode nachgewiesen wird. Natürlich wäre es viel einfacher, eine technische Norm zu haben und die Einhaltung dieser Norm nachzuweisen. Daher arbeiten wir in den Niederlanden und Belgien an nationalen Normen für Geopolymerbeton. Außerdem tragen wir zu einem technischen Bericht (TR) auf europäischer Ebene bei, um eine Norm für alkalisch aktivierten Zement zu erarbeiten. Dies wird die Umsetzung erheblich erleichtern, aber wir müssen nicht darauf warten, um diese Technologie weiter voranzutreiben.
