3.300 Deltabloc Schutzwände sicherten den neuen
Rennkurs der Königsklasse
Schutzwandsysteme aus dem Hause Kirchdorfer absolvierten einen erfolgreichen Einsatz auf der neuen Formel-1-Rennstrecke in Madrid. Mehr als 3.300 Deltabloc Betonschutzelemente sicherten Fahrer, Streckenpersonal und Zuschauende am neuen Madring-Rundkurs – darunter zwölf Prototyp-Elemente mit deutlich reduziertem CO₂-Fußabdruck.
Vom 11. bis 13. September 2026 wurde auf dem neu errichteten Stadtkurs in Madrid erstmals ein internationaler Grand Prix ausgetragen. Der rund 5,4 km lange semipermanente Rundkurs wird von mehr als 3.300 Deltabloc Betonschutzelementen, Emergency-Gates und speziellen Pit Wall Elementen zur Absicherung der Boxengasse gesichert.
Für Deltabloc, ein eher kleines Unternehmen mit Sitz im niederösterreichischen Wöllersdorf, und seiner Mutter, der Kirchdorfer Gruppe, stellt das Projekt einen bedeutenden Schritt in ihrem Engagement für die Sicherheit im internationalen Motorsport dar. Die speziellen Rennstreckensysteme basieren auf der langjährigen Erfahrung der Unternehmensgruppe in der Entwicklung und Prüfung von Fahrzeug-Rückhaltesystemen aus Beton und Stahl.
La Monumental – 550 m Länge und 24 % Querneigung
Eine der markantesten Passagen des neuen Rundkurses ist die rund 550 m lange Kurve „La Monumental“. Mit einer Querneigung von 24 % zählt sie zu den längsten und technisch anspruchsvollsten überhöhten Kurven im internationalen Motorsport. Die außergewöhnliche Geometrie stellte besondere Anforderungen an die Streckenabsicherung. Während Betonschutzwände üblicherweise auf weitgehend ebenen Flächen aufgestellt werden, mussten die Elemente in der stark geneigten Kurve konstruktiv gegen ein Abrutschen gesichert werden.
Dazu wurden die Schutzwände mit patentierten Verankerungsbolzen im Untergrund fixiert. Diese ermöglichen im Falle eines Anprallereignisses eine rasche Montage, Reparatur oder Demontage. Die Installation in Madrid umfasst auch Pit Wall Elemente und Emergency Gate Systeme. Damit stehen für die unterschiedlichen Streckenbereiche aufeinander abgestimmte Systemlösungen zur Verfügung.
Auf den Betonschutzelementen wurden hochfeste Stahldraht-Fangzäune des Schweizer Projektpartners Geobrugg montiert. Die miteinander kombinierten Systeme übernehmen unterschiedliche Funktionen: Die Betonschutzwände dienen der Rückhaltung und kontrollierten Umlenkung von Fahrzeugen, während die Fangzäune dazu beitragen, Fahrzeugteile und Trümmer vom Zuschauer- und Streckenpostenbereich fernzuhalten.
„Im Motorsport gelten besonders hohe Anforderungen an die Schutzeinrichtungen, wobei das abgestimmte Zusammenwirken der unterschiedlichen Elemente wie Betonschutzwände, Fangzäune oder Emergency-Gates wesentlich ist. Mit unserer langjährigen Erfahrung im Bereich crashgetesteter Betonschutzwände leisten wir einen wichtigen technischen Beitrag zum Schutz von Fahrern, Streckenpersonal und Zuschauern“, erklärt Thomas Edl, Geschäftsführer der Deltabloc International GmbH.
CO2-reduzierte Schutzwände erstmals im Einsatz
Eine weitere Besonderheit bilden zwölf CO2-reduzierte (*Carbon Balanced Product Stage (A1-A3) auf SSB 100 mDF nach EN 15804, ISO 14040) ausgeführte Sonderelemente im Bereich der Boxengasse. Produziert wurde diese von der MABA Fertigteilindustrie GmbH am Standort Micheldorf, der österreichischen Schwester von Deltabloc.
Bei ihrer Herstellung wurden konsequent Maßnahmen zur Reduktion des produktbezogenen CO₂-Fußabdrucks nach dem Deltabloc Carbon-Balanced-Konzept umgesetzt. Dazu zählen der Einsatz einer speziellen Bewehrung sowie eine CO₂-optimierte Betonrezeptur mit klinkerreduziertem Zement und ausgewählten Recycling- und Sekundärrohstoffen als Betonzusatzstoffe. Die Spezialelemente zeigen, wie technische Anforderungen an die Streckensicherheit mit nachhaltiger Betontechnologie vereinbar sind.
Vierte Rennstrecke mit Deltabloc Systemen
Der Madring ist die vierte Rennstrecke, auf der Deltabloc Race Track Safety Systeme eingesetzt werden. Den Anfang bildete der A1 Motor Park in Bulgarien; weitere Projekte folgten in Thailand und Argentinien. Die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten ermöglicht es, die Betonschutzelemente nahe am jeweiligen Projektstandort zu produzieren.
„Das Lizenzmodell von Deltabloc gestattet es uns, österreichisches Sicherheits-Know-how mit regionaler Produktion und definierten Qualitätsanforderungen zu verbinden. Die realisierten internationalen Projekte zeigen die Leistungsfähigkeit dieses Modells bei technisch und logistisch außergewöhnlich anspruchsvollen Rennstreckenprojekten. Man wird Deltabloc bald auf weiteren Rennstrecken sehen“, betont João Paulo Pereira da Silva, Geschäftsführer der Kirchdorfer Gruppe.
Mit dem erfolgreichen Abschluss des letzten Rennwochenendes hat Deltabloc eine entscheidende Bewährungsprobe unter realen Einsatzbedingungen absolviert. Für die Kirchdorfer Gruppe ist das Projekt ein international bedeutender Meilenstein für den Einsatz modularer Betonschutzwandsysteme auf Rennstrecken nach neuesten Sicherheitsstandards.
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