Porr, Habau und Felbermayr sanieren Schleuse Kachlet in Passau
19.01.2026
Figure: Habau/Norbert Enders
Seit 1927 ist das Donau-Stauwerk Kachlet mit seiner Doppelschleuse und seinem Wasserkraftwerk aus Passau nicht wegzudenken. Kachlet gilt als essenziell für den europäischen Güterverkehr. Knapp 100 Jahre nach seiner Errichtung ist es nun Zeit für eine Rundumerneuerung. Beauftragt wurden drei renommierte Bauunternehmen.
Eine der größten Modernisierungsmaßnahmen und Grundsanierungen an der Main-Donau-Wasserstraße wurde in einem offenen Bieterverfahren an eine Arge bestehend aus den Bauunternehmen Porr, Habau und Felbermayr vergeben. Im Auftrag des Wasserstraßen-Neubauamts Magdeburg werden die drei Unternehmen in einem Zeitraum von 13 Jahren beide bestehenden Schleusenkammern nacheinander generalinstandsetzen, beginnend mit der Südschleuse. Der Verkehr wird während der sechsjährigen Umbauarbeiten der Südschleuse über die Nordschleuse geführt und umgekehrt.
Guido Zander, Leiter des für den Betrieb und die Unterhaltung zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Donau MDK (WSA), sagt: „Mit seiner fast 100-jährigen Betriebszeit ist die Staustufe Kachlet ein beeindruckendes Beispiel für großartige Ingenieurskunst. Mit der anstehend erforderlich gewordenen Modernisierung und Grundsanierung wird das Bauwerk für die nächsten 100 Jahre ‚fit‘ gemacht. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, die internationale Rhein-Main-Donau-Verbindung auch in der Zukunft sicher und verlässlich für den umweltfreundlichen und energiesparenden Verkehrsträger Schifffahrt bereitzuhalten.“
Ingenieurtechnisch hochkomplex
Für die Arge ist das Projekt eine Herausforderung. Porr CEO Karl-Heinz Strauss sagt: „Die Sanierung und Grundinstandsetzung von Verkehrswegen ist für die Porr ein zentrales Aufgabengebiet. Schiffsgebundenes Bauen am Wasser ist dabei immer herausfordernd. Bei diesem Projekt geht es um ein sehr anspruchsvolles Zusammenspiel unterschiedlicher Tätigkeiten. Zum Beispiel werden Bagger mit speziellen Fräsen, am Ponton stehend, Schlitze in die bestehende Schleusenmauer fräsen. In diesen Vertiefungen werden Anker gebohrt und die Nischen danach wieder mit Beton verschlossen. Wir sind stolz, als Porr gemeinsam mit unseren Partnern die große Bandbreite unserer Expertise demonstrieren zu können.“
Hubert Wetschnig, CEO Habau Group, betont: „Die Generalinstandsetzung der Schleuse Kachlet ist ein ingenieurtechnisch hochkomplexes Großprojekt. Die Arbeiten erfordern höchste Präzision in Planung und Ausführung. Habau bringt dafür ihre ausgewiesene Kompetenz im Ingenieur- und Wasserbau ein, um gemeinsam mit den Arge-Partnern eine dauerhaft sichere und leistungsfähige Infrastruktur für die Donau zu realisieren.“
Felbermayr-Bau-Geschäftsführer Bernhard Strasser unterstreicht: „Wir freuen uns, als Felbermayr mit dem Bereich Tiefbau und unserem Domarin-Wasserbau Teil dieses Jahrhundertprojekts zu sein“, und fügt hinzu: „Konkret werden wir mit Nassbaggerungen, dem Beistellen schwimmender Einheiten, Abbruch- und Erdarbeiten sowie Leitungs- und Wegebau tatkräftig am Bau mitwirken.“
Porr, Habau und Felbermayr ergänzen sich in der Arge mit besonderen Stärken. So sind insbesondere die Spezialtiefbaukenntnisse sowie Ingenieur- und Erdbauleistungen der Porr gefordert, Habau bringt ebenfalls besondere Ingenieur- und Erdbauexpertise ein und Felbermayr trägt Hebetechnik und langjährige Erfahrung im Wasserbau bei.
Auftrag mit besonderen Dimensionen
Es ist ein Großprojekt in jeder Hinsicht: Jede Schleuse wird im Endausbau etwa 335 m lang und 24 m breit sein. Bei der Errichtung kommt eine Vielzahl von Maßnahmen zum Einsatz, von Abbruch- und Erdbauarbeiten bis zu Betonbau, Leitungsbau und Stahlwasserbau. Bis zu 100 Mitarbeiter werden auf der Baustelle tätig sein.
Die bestehenden Bauwerke werden bis auf die Grundsohle zurückgebaut und vollständig neu errichtet. Neben dem Neubau der Schleusenkammern nach aktuellen technischen Standards umfasst das Projekt die Installation moderner Schleusentortechnik mit neuen Stemmtoren, hydraulischen Antrieben sowie zeitgemäßer Steuerungs-, Automatisierungs- und Sicherheitstechnik. Ziel ist es, die Betriebssicherheit zu erhöhen, die Anlage an heutige Anforderungen der Binnenschifffahrt anzupassen und ihre Funktionsfähigkeit für die kommenden Jahrzehnte sicherzustellen.
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