Neubau der Sächsischen Aufbaubank in Leipzig: Schöck-Produkte minimieren Wärmebrücken und Schallübertragung

Fußläufig zur Leipziger Innenstadt liegt der neue Sitz der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (SAB). Das Londoner Architekturbüro ACME gewann den dafür international ausgeschriebenen Wettbewerb. Dem Gebäude ist ein Wald aus Betonsäulen vorgelagert. Gesimse aus weißen Betonfertigteilen umranden die Glasfassade. Die auskragenden Bauteile wurden mit dem Schöck Isokorb befestigt und thermisch getrennt. In den Treppenhäusern sorgen Typen der Schöck Tronsole für den Trittschallschutz.

Die Sächsische Aufbaubank ist das zentrale Förderinstitut des Freistaats. Sie unterstützt Privatpersonen, Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Vereine mit Darlehen, Zuschüssen oder Bürgschaften. Rund 500 der ca. 1.000 Mitarbeiter arbeiten am neuen Standort Leipzig.  Das Projekt mit 22.500 m² Bruttogeschossfläche umfasst die Verwaltung und öffentlichen Bereiche der Bank.

 

Säulen aus Sichtbeton und transparente Glas-
fassaden

Der Säulenwald des Forums, bestehend aus 159 freistehenden Sichtbetonsäulen, ist ein Außenraum vor dem Bankgebäude, der für die Öffentlichkeit rund um die Uhr zugänglich ist. Dies war auch der Impulsgeber für diese Idee. „Die traditionelle Typologie der Bank, der Tempel, der auf Säulen steht, wie man es aus den letzten Jahrhunderten kennt, sollte hier anders dargestellt werden. Die Säulen stehen in keinem Raster zueinander und verbergen fast das Gebäude dahinter. Die Förderbank soll nicht Macht und Geld darstellen, sondern Öffentlichkeit und Offenheit repräsentieren“, erklärt Heidrun Schuhmann von ACME. Die aus hochfestem Schleuderbeton gefertigten Säulen schließen jeweils mit pilzförmig zu einer Decke ausgebildeten Kapitellen ab und werden auf diese Weise in die Gebäudestruktur eingebunden.

 Das L-förmige, auf dem quadratischen Grundstück über Eck angelegte Gebäude ist beidseitig je ca. 90 m lang und bis zu 32 m breit. Die Gebäudeflügel umschließen den Platzbereich und öffnen zugleich den Weg ins Forum. Der fünfgeschossige Stahlbetonbau erschließt sich in der Ebene über ein 6 m hohes Erdgeschoss und signalisiert auch dank seiner bis unters Dach durchgängigen Glasfassade Transparenz und Offenheit.

Gesimsbänder in Gesamtlänge von einem Kilometer

Jede Geschossdecke ist mit einer Gesimsverblendung aus Weißbeton umrandet. Insgesamt wurden die Gesimsvollfertigteile mit einer Querschnittsabmessung von ca. 30 × 40 cm auf einer Gesamtlänge von einem Kilometer verbaut. Die einzelnen Elemente sind in den Rohbau integriert und wurden mit tragenden Wärmedämmelementen angeschlossen. Dabei kam überwiegend der Schöck Isokorb XT Typ K zum Einsatz. Er eignet sich für auskragende Balkone und überträgt negative Momente und positive Querkräfte. Für höchste Wärmedämmung sorgen eine Dämmkörperdicke von 120 mm sowie das Drucklager HTE Compact aus Hochleistungs-Feinbeton.

 

Geschwungene Fassade erfordert Sonderkörbe

Die tragenden Wärmedämmelemente wurden von Schöck werkseitig in der Bewehrungsführung angepasst geliefert und von der Informbeton GmbH aus Schwepnitz entsprechend den statischen Vorgaben in Anzahl und Lage in die Fertigteile eingebaut. Die außergewöhnliche Form der Gesimse forderte die Formbauer bei der exakten Positionierung der speziell für das Bauvorhaben gefertigten Sonderlösungen besonders heraus und wurde von den Anwendungstechnikern bei Schöck gesondert bemessen. Denn durch die geschwungene Geometrie der Fassade gab es Bereiche, in denen sich die Zugstäbe der nebeneinanderliegenden Körbe überlappen. Deshalb musste die eine Stablage tiefer positioniert sein als die Nachbarstablage, damit diese sich kreuzen konnten. Fast jedes der ca. 300 Fertigteile unterscheidet sich in Form und Länge. Friedbert Hofmann von Informbeton erklärt: „Für den Einbau der Gesimselemente wurde für jede Etage eine Deckenschalung aufgebaut, die großzügig über das Maß des Deckenrands hinausgeht, um so einen Ablage- und Montagebereich zu erhalten. Die bündig aneinandergereihten Fertigteile dienten gleichzeitig als Deckenbegrenzungselemente. Übergreifungsstöße von den Isokorb-Zugstäben an der oberen Bewehrungslage der Decke sorgten für die sichere Anbindung an das Gebäude. Dann wurde die Decke bewehrt und schließlich mit Ortbeton vergossen.“ Um die Gesimselemente während des Transports vor Schmutz und Beschädigung zu schützen, wurden sie wie eine „Praline“ eingepackt. Lediglich die Anschlussbewehrung des Isokorb ragte heraus.

 

Betongesimse thermisch trennen

Die geschwungenen Deckenränder verlaufen im Grundriss von Etage zu Etage unterschiedlich. Folglich strecken sich schmale Gesimse zu auskragenden Balkonbereichen. Um einen erhöhten Wärmeabfluss und Bauschäden wie feuchte Wände oder Schimmelpilzbildung zu vermeiden, müssen diese sogenannten „kalten Bauteile“ thermisch vom Gebäude abgekoppelt werden. Mit dem Schöck Isokorb als konstruktive Lösung können Wärmebrücken zuverlässig vermieden werden. Bei einem hohen Maß an architektonischer Flexibilität lassen sich damit die steigenden energetischen Anforderungen erfüllen. Friedbert Hofmann resümiert: „Der Schöck Isokorb ist aus der Bauindustrie und Bauwerken nicht mehr wegzudenken. Jedes Bauteil, das an einem ‚warmen‘ Gebäude statisch angebracht wird, muss mit einem tragenden Dämmelement befestigt werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.“

 

Effektiver Trittschallschutz

In jedem der vier in Ortbeton hergestellten Treppenhäuser der SAB ermöglichen verschiedene Typen der Schöck Tronsole einen schallgedämmten Anschluss vom Treppenpodest an die Treppenhauswand. In den Wänden jedes Treppenhausturms sind pro Podest jeweils drei Tronsolen Typ Z verbaut, um die Podeste aufzulagern und akustisch vom restlichen Gebäude zu entkoppeln. Dazu setzten die Eisenflechter zunächst das typengeprüfte Tragelement Z Part T in das Wandelement der Tronsole Typ Z ein. Anschließend wurden die Podeste bewehrt und betoniert. Die handgeschliffenen Sichtbetontreppen wurden vom Fertigteilwerk angeliefert und jeweils von oben mit einem Kran eingesetzt. Der Anschluss an die halbrunden, in Ortbeton hergestellten Zwischenpodeste wurde über Anschlusseisen monolithisch hergestellt. Die Tronsole Typ F wiederum entkoppelt die Treppenläufe vollflächig von der Geschossdecke und minimiert somit auch an dieser Stelle die Gefahr von Schallbrücken. Die Fußpunkte der Treppenläufe im EG sind mit der Tronsole Typ B schallgedämmt aufgelagert. Dadurch sind sowohl die Treppenläufe als auch die Podeste umlaufend von den Treppenhauswänden entkoppelt.

CONTACT

Schöck Bauteile GmbH

Schöckstraße 1

76534 Baden-Baden/Germany

+49 7223 967-0

www.schoeck.com

Bautafel

Bauherr: Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB), Dresden

Architekt: Wettbewerbsgewinner ACME, London, vor Ort vertreten durch ACME, Berlin

Tragwerksplanung: Knippers Helbig GmbH, Berlin

Fertigteilwerk: informbeton GmbH, Schwepnitz

Bauunternehmung: Ed. Züblin AG, Dresden

Schöck Produkte: Schöck Isokorb XT Typ D, K, Q; Schöck Tronsole Typ B, F, Z

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