60. BetonTage: Konstruktive Fertigteile und CE-Zeichen

Die BetonTage in der deutschen Stadt Ulm finden im kommenden Jahr bereits zum sechzigsten Mal statt. Ihren Ruf und Status als führende deutsche und europäische Veranstaltung haben sie auch deshalb, weil sie immer wieder die Themen aufgreifen, die die Branche zum jeweiligen Zeitpunkt bewegen. Auch vom 23. bis 25. Februar 2016 wird das wieder so sein.

Ein Thema auf dem BetonTage-Programm, das vielen auf den Nägeln brennen dürfte: Das Urteil C-100/13 des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 16. Oktober 2014. Danach dürfen an Produkte, die harmonisierten europäischen Produktnormen entsprechen, keine zusätzlichen nationalen Anforderungen gestellt werden. Diese Regelung soll sicherstellen, dass Waren über die nationalen Grenzen der EU-Mitgliedsländer hinweg frei gehandelt werden können. Die deutsche Praxis mit den Bauregellisten und dem Ü-Zeichen steht mit dem Urteilsspruch derzeit noch im Widerspruch. Eine bauordnungsrechtliche Neuregelung wird notwendig, von der laut der Fachvereinigung Deutscher Betonfertigteilbau (FDB) auch konstruktive Betonfertigteile betroffen sein werden.

Derzeit werden das Urteil und seine möglichen Konsequenzen in der Fachöffentlichkeit und in den zuständigen Gremien in Deutschland intensiv diskutiert. Die Vorschläge reichen vom Ersetzen des Ü-Zeichens durch privatrechtliche Vereinbarungen zwischen Bauherr und Hersteller bis hin zur kompletten Abschaffung des CE-Zeichens für konstruktive Betonfertigteile. Auf den BetonTagen wird der Leiter der Kommission Bautechnik im Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt), Dr. Gerhard Scheuermann, den zweiten Kongresstag mit einem Vortrag zur Thematik eröffnen und auch einen Lösungsvorschlag der deutschen Verbände präsentieren.

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