Einsatz von polymermodifiziertem Beton im Brückenbau – Teil I
Im Mai 2010 wurde in der Stadt Jena eine Brücke aus polymermodifiziertem Beton (PCC) in Betrieb genommen. Diesen praktischen Einsatz der PCC als Konstruktionsbeton ermöglichten 15 Jahre Forschung auf diesem Gebiet. Es konnten Betonrezepturen anforderungsgerecht und normkonform festgelegt und öffentlich ausgeschrieben werden. Für die Berechnung des Tragwerkes ist besonders die Kenntnis des Langzeitverhaltens erforderlich. Da auf diesem Gebiet noch keine gesicherten Detailkenntnisse vorliegen, wurde eine Brücke ausgewählt, deren Geometrie sich vordergründig aus konstruktiven Aspekten ableitete und deren Beanspruchungen gering sind. Zusätzlich wurden die Faktoren zur Beschreibung des Langzeitverhaltens überhöht berücksichtigt.
Grundlagen und Problemstellung
In der Forschung wurde sich aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus mit der Modifizierung von Mörtel und Beton befasst. In Deutschland werden PCC (Polymer
Cement Concrete) i. d. R. für Verbundbauteile und Instandsetzungsaufgaben sowie für die Erstellung von Industrieestrichen und Fahrbahnbelägen verwendet. Hauptsächlich werden Thermoplaste für die Modifizierung eingesetzt. Eine Sondergruppe bilden die epo-
xidharzmodifizierten Mörtel/Betone (Epoxy Cement
Concrete = ECC), bei denen die Polyaddition der Epoxid (EP)-Harze zum Festharz parallel zur Zementerhärtung...
