Tata Steel und Ecocem wollen Stahlschlacken für CO₂-arme Zemente nutzen
08.06.2026
Figure: Tata Steel IJmuiden/Ecocem
Der niederländische Stahlhersteller Tata Steel IJmuiden und Ecocem haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung und dem möglichen Einsatz von zwei Stahlschlacken der nächsten Generation für CO₂-arme Zement-, Mörtel- und Betonanwendungen in Europa auszubauen.
Für die Beton- und Betonfertigteilindustrie könnten sich daraus zusätzliche alternative Zementbestandteile ergeben.
Die Vereinbarung baut auf einem bestehenden gemeinsamen Forschungsprogramm auf. Ziel ist es, neue technische, kommerzielle und regulatorische Wege für die Verwertung von Stahlschlacken aus dem Tata-Steel-Werk in IJmuiden zu erschließen. Bereits heute arbeiten beide Unternehmen bei der Nutzung granulierter Hochofenschlacke in Zement und Beton zusammen.
Die neue Kooperation konzentriert sich auf Schlacke aus Oxygenstahlwerken als alternatives Zementmaterial sowie auf die Weiterentwicklung von Schlacke aus Elektrolichtbogenöfen als Zusatzstoff für Zement.
Alternative Zementbestandteile im Fokus
Durch den Ersatz von Klinker, dem CO₂-intensivsten Bestandteil von Zement, durch alternative Materialien wie Schlacke kann die Zementindustrie ihre Emissionen reduzieren. Gleichzeitig lassen sich industrielle Nebenprodukte einer höherwertigen und kreislauforientierten Nutzung zuführen.
Ziel des Projekts ist es, Nebenprodukte der Stahlindustrie in Zementbindemittel oder deren Bestandteile umzuwandeln. Damit sollen die Dekarbonisierung der Zement- und Betonproduktion unterstützt sowie Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gefördert werden.
Mehr Optionen für die Betonindustrie
Darüber hinaus wollen die Partner die Verfügbarkeit CO₂-armer Betonlösungen erhöhen und Planern, Betonherstellern sowie Bauunternehmen zusätzliche Materialoptionen anbieten.
„Diese Absichtserklärung zeigt unseren gemeinsamen Willen, den Übergang zu nachhaltigeren Baumaterialien zu unterstützen“, erklärt Pieter Roelofsen, Director Strategy, M&A and Partnerships bei Tata Steel Nederland. „Innovative Anwendungsmöglichkeiten für Stahlschlacke zu erforschen ist nicht nur eine Voraussetzung, um unser Green-Steel-Projekt erfolgreich umzusetzen. Hierdurch wollen wir auch zirkuläre Wertschöpfungsketten aufbauen und gleichzeitig die Dekarbonisierung der Stahl- und Zementindustrie vorantreiben.“
Olivier Guise, Executive Director of Strategy, Technology and Business Development bei Ecocem, ergänzt: „Diese Art der Zusammenarbeit hat das Potenzial, die globale Zementindustrie grundlegend zu verändern. Gemeinsam untersuchen wir, wie zwei bisher ungenutzte Nebenprodukte der Stahlherstellung zu alternativen Zementwerkstoffen der nächsten Generation werden könnten. Dies würde dazu beitragen, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig Wert aus Materialien zu schaffen, die sonst ungenutzt blieben.“
Nach Angaben der Unternehmen unterstreicht die Absichtserklärung das gemeinsame Engagement für Innovation, Kreislaufwirtschaft und die Entwicklung CO₂-armer Lösungen für die Bauindustrie.
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