Mit weniger mehr bauen

Liebe Leserinnen und Leser, was passiert, wenn Arbeitskräfte fehlen, Aufträge aber trotzdem abgearbeitet und Bauzeiten eingehalten werden müssen? Der Fachkräftemangel zwingt die Branche zunehmend zum Umdenken. Eine Richtung zeichnet sich dabei deutlich ab: Es muss gelingen, mit weniger personellem Aufwand mehr zu leisten.

Ein konkretes Beispiel aus Brasilien zeigen wir in dieser Ausgabe: Während die Situation am dortigen Arbeitsmarkt bis vor Kurzem noch vergleichsweise entspannt war, macht sich inzwischen auch dort Fachkräftemangel bemerkbar. Anhanguera Construção Industrializada reagiert darauf mit Investitionen in die automatisierte Fertigung. Nach der ersten Modernisierung wurden deutlich weniger Arbeitskräfte benötigt, während der Output gleichzeitig um 30 % stieg. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag ab Seite 22. Auch bei SAKO Stahl ist die angespannte Personalsituation im Verlegebereich ein Thema. Automatisierte Fertigungsprozesse sollen hier Kapazitäten für anspruchsvolle Infrastrukturprojekte sichern (S. 42). Doch „mit weniger mehr“ beginnt nicht erst in der Produktion. Hormipresa zeigt, wie sich auch in der Planung manuelle Arbeit und Koordinationsaufwand reduzieren lassen: Der spanische Fertigteilhersteller stellt seine Konstruktion schrittweise auf einen BIM-basierten Workflow um (S. 34). 

Und der Gedanke lässt sich weiterführen: Wie können wir mit weniger mehr bauen? Weniger Personal, weniger manuelle Arbeit, weniger Zeit auf der Baustelle, weniger Materialverluste – gerade Betonfertigteile zeigen, wie sich Effizienz und Nachhaltigkeit verbinden lassen: durch Prozesse, die Arbeitsschritte vermeiden, Abläufe vereinfachen und vorhandene Ressourcen besser nutzen. Mit weniger mehr zu bauen heißt also nicht, weniger zu erreichen – sondern das Vorhandene besser einzusetzen.

Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre unserer Oktoberausgabe.

I hope you enjoy reading our October issue. 

Yours,

Ihre        Karla Knitter

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