Kleinkläranlagen

Umgang mit Betriebsstörungen

Circa 10 % der deutschen Bürger sind nicht an die kommunale Kanalisation bzw. an eine zentrale Kläranlage angeschlossen. Sie müssen sich daher selbst um eine dezentrale Abwasserreinigung kümmern. Die geschieht mittels so genannter Kleinkläranlagen bis zu einer Ausbaugröße von 50 Einwohnerwerten, die überall dort zum Einsatz kommen, wo gemäß dem Abwasserkonzept von Gemeinde und Landkreis in nächster Zukunft (etwa 10 - 20 Jahre) kein Anschluss an den öffentlichen Kanal vorgesehen ist.

Für die Betroffenen bedeutet dies nicht nur, sich eine Kläranlage zu kaufen und auf dem Grundstück zu vergraben. Regelmäßige Kontrollen sind durchzuführen und für die vorgeschriebenen Wartungen ist eine fachkundige Wartungsfirma für Kleinkläranlagen zu beauftragen, die möglichst auch mit der Behebung von Betriebsstörungen vertraut ist. Letzteres ist sicher ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl der Wartungsfirma.

Ob technische, biologische oder chemische Betriebsstörungen bei Kleinkläranlagen im Rahmen der Wartung erkannt werden, hängt stark von der fachlichen und beruflichen Qualifikation der Wartungsfachkraft ab. Technische Betriebsstörungen, wie z.B. Verstopfungen, Verzottungen in/an Aggregaten, defekte Magnetventile oder Steuerrelais gehören hier eher zu den leichteren Störungen. Biologische und chemische Betriebsstörungen zu erkennen und zu beheben, ist wesentlich komplexer und bedarf einer langjährigen und fundierten Ausbildung und Erfahrung in unterschiedlichsten Fachbereichen der Ver- und Entsorgung.

Da zu 99 % die Abwasserreinigung mittels Bakterien stattfindet, sollten die biochemischen Abläufe sowie die Rahmenbedingungen für ein optimales Klima in der Biologie bekannt sein, um hier rechtzeitig mittels technischer und biologischer Hilfsmittel einwirken zu können. Chemische Betriebsstörungen, wie z.B. Betonkorrosion am Behälter, können langfristig zu viel größeren Problemen führen als technische oder biologische Störungen. Die nötige Erfahrung, um Betonkorrosion bereits im Ansatz zu erkennen und ggf. dagegen vorzugehen, sollte nicht unterschätzt werden. Für weitere Informationen begrüße ich Sie herzlich zu meinem Vortrag über „Betriebsstörungen bei Kleinkläranlagen“.

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