Südafrikanischer Betonwarenhersteller mit außergewöhnlichem sozialen Engagement

Hatten wir in der BFT 5/2018 bereits ausführlich über den südafrikanischen Betonfertigteilhersteller Cape Concrete Works berichtet, so wollen wir Ihnen, werte Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe wie versprochen den ebenfalls in der Metropolregion Kapstadt ansässigen Betonwarenproduzenten Revelstone vorstellen.

Hatten wir in der BFT 5/2018 bereits ausführlich über den südafrikanischen Betonfertigteilhersteller Cape Concrete Works berichtet, so wollen wir Ihnen, werte Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe wie versprochen den ebenfalls in der Metropolregion Kapstadt ansässigen Betonwarenproduzenten Revelstone vorstellen.

Das Unternehmen wurde im August 1993 von Andrew Cyprianos gegründet. Er identifizierte eine Nische auf dem heimischen kommerziellen Markt für kundenspezifische Betonwaren – und Revelstone war geboren. Seit 1997 steht ihm sein Sohn Alex in der Geschäftsführung zur Seite. Durch die Bündelung ihrer Talente, ihrer substanziellen Erfahrung und ihrer Leidenschaft für das Geschäft haben sie das Unternehmen zum Marktführer in der Westkap-Region gemacht.

 

68 Mitarbeiter und 13.500 m² Produktionsfläche

Von kleinen Anfängen in einem Keller im Küstenort Muizenberg nahe Kapstadt verbreitete sich der gute Ruf für innovative Produkte und persönlichen Service schnell. Es folgte ein exponentielles Wachstum, das dazu führte, dass Revelstone aus Kapazitätsgründen dreimal umziehen musste, bevor das Unternehmen 2001 eine eigene Fabrik erwarb, in der es seitdem produziert. Waren es zu Beginn 1993 noch bescheidene 300 m² Firmengelände, so wuchs diese Zahl bereits drei Jahre später auf 1.100 m² an. Momentan stehen beachtliche 13.500 m² Produktionsfläche zur Verfügung, auf der 68 Mitarbeiter tätig sind.

„Mittlerweile haben Erkenntnisse aus der Forschung und praktische Erfahrungen dazu geführt, dass unsere Betonwaren von teureren Natursteinprodukten optisch nicht mehr zu unterscheiden sind“, berichtet Andrew Cyprianos stolz. „Die Liebe zum Detail mit raffinierten Farbvariationen sowie eine Vielfalt an Steinformaten und Oberflächenstrukturen machen dies möglich.“

Das Unternehmen ist noch heute zu 100 % in Familienbesitz und garantiert, dass die Gründungsprinzipien nicht nur beibehalten, sondern im Zuge des Wachstums und der Entwicklung des Unternehmens neu erfunden werden.

Das Produktportfolio umfasst Betonpflastersteine, Terrassenplatten, Randsteine, Betonfliesen, Abdeckelemente, Stufenelemente, Beton-Wandverblender und Sonderelemente wie beispielsweise Grillfeuerstellen. Neben verschiedensten Formaten (bis zu 1 m Kantenlänge) überzeugen die Betonwaren mit einer außerordentlich hohen Farbvielfalt.

 

Andachtsraum und Spende von Betonwaren

Das Besondere an Revelstone ist neben der eigentlichen Produktion das außergewöhnlich hohe sozialpolitische Engagement der Geschäftsführung, die die überwiegend schwarzafrikanische Belegschaft quasi als ihre Familie betrachtet. Dies erscheint umso bemerkenswerter, da Firmengründer Andrew Cyprianos, dessen Wurzeln im Norden der Mittelmeerinsel Zypern liegen, nach der türkischen Intervention von 1974 mit seiner Familie ins damalige Süd-Rhodesien (heute Simbabwe – d. Red.) auswanderte und in Folge von Landenteignungen und schweren persönlichen Schicksalsschlägen nach der Unabhängigkeit wie viele andere europäischstämmige Farmer nunmehr auch seine „zweite Heimat“ verlassen musste.

Cyprianos fasste jedoch schnell im benachbarten Südafrika Fuß – nicht zuletzt durch die Firmengründung von Revelstone –, und wenn man sich heute bei Revelstone umschaut, kann man nur staunen, wie sozial das Unternehmen eingestellt ist. Zum einen wurde der Aufenthaltsbereich kombiniert als Speise- und Andachtsraum konzipiert, um den Mitarbeitern im Rahmen ihrer Frühstücks- beziehungsweise Mittagspausen eine Möglichkeit zur Ausübung ihrer religiösen Gebete und Gesänge einzuräumen, wovon auch ausgiebig Gebrauch gemacht wird.

Ein weiterer Punkt betrifft den Umgang mit nicht verkauften Restmengen und sogenannter „B-Ware“, also bei Revelstone produzierten Betonwaren mit dem einen oder anderen optischen Mangel, jedoch ohne wesentliche Einschränkung der Gebrauchstauglichkeit. Während andernorts scheinbar minderwertige Pflastersteine und Terrassenplatten häufig entsorgt oder bestenfalls in den Produktionsprozess zurückgeführt werden, spendet der südafrikanische Betonhersteller diese für wohltätige Zwecke, beispielsweise für die Außenanlagen von Schulen, Kinderbetreuungsstätten oder Krankenhäusern der Region.

Dass darüber hinaus Sportvereine wie lokale Radsport- und Fußballteams von Revelstone gesponsert werden, mag angesichts des eingangs aufgeführten Engagements kaum mehr überraschen.

Last but not least werden sogar die Kautschukformen chemisch-thermisch wiederaufbereitet, also nach dem eigentlichen Ende ihrer Lebensdauer kleingehäckselt, eingeschmolzen und neu gegossen, wodurch jede Form in die Lage versetzt wird, insgesamt mehrere hundert Produktionszyklen zu durchlaufen.

 

Buntes Farbspektrum und eindrucksvolle ­Referenzen

„Grundsätzlich verwenden wir maximal sieben Grundfarben für unsere Betonwarenproduktion“, erläutert Juniorchef Alex Cyprianos. „Da wir jedoch mit verschiedensten Pulverpigment-Dosierungen bis zu zehn Farbabstufungen je Charge kreieren, wirken die Flächen alles andere als eintönig.“ Im werkseigenen Versuchslabor werden daher immer wieder neue Farben, Formate und Oberflächen entwickelt.

Die Fertigung verläuft überwiegend manuell; die Ausgangsstoffe stammen von langjährigen Lieferanten, vorwiegend aus der Region. Neben Betonzusatzmitteln von Chryso South Africa sind dies beispielsweise Zemente von PPC. Die Gesteinskörnungen werden aus nahe gelegenen Kiesgruben und Sandstränden geliefert und je nach Produktanforderung zusammengestellt.

Die Referenzen sind entsprechend eindrucksvoll: Besucher aus aller Welt werden bereits am Internationalen Flughafen von Kapstadt mit dem Slogan „Welcome to the Mother City“ empfangen – gestaltet mit farbigen Betonblöcken von Revelstone. Ebenfalls äußerst repräsentativ wirken die Außenanlagen rund um das Silo Hotel nahe der Kapstädter Victoria & Alfred Waterfront am Fuße des Tafelberges mit Pflastersteinen und Plattenbelägen von Revelstone.

Revelstone gewann renommierte CMA-Trophäe

Erst kürzlich gewann Revelstone den diesjährigen Wettbewerb um die „CMA Awards for Excellence“. Die Preisverleihung fand Ende März auf einem Gala-Dinner in Melrose Arch in Johannesburg statt. Gewürdigt wurden damit die in der internationalen Abflughalle des Cape Town International Airport verbauten Wandverblender-Elemente.

Diese wurden zunächst mit einem Aesthetic Excellence Award geehrt, die Jury stufte diese Einreichung dann aber als die beste im Bereich Ästhetik ein und verlieh ihr den Status eines Overall Trophy Winner. Die Wandverblender wurden in drei Farben – Autumnstone, Charcoal und Robben Island – in 20 Einzelformen gefertigt und teils manuell gesägt, um den Entwurf möglichst genau zu reproduzieren.

Revelstone-Geschäftsführer Alexander Cyprianos betrachtet das Projekt als beispielhaft für den Einsatz vorgefertigter Wandverblender (in diesem Fall des Systems Viking Random Cladding von Revelstone) zur Nachbildung von Naturstein. Auch versetzten die Elemente die Künstler in die Lage, Geparden auf gekonnte Weise in ihrem natürlichen Lebensraum darzustellen.

Zum Projekt merkten die Juroren an, dass die Wandverkleidung neben den auf den Elementen sichtbaren afrikanischen Tiermotiven auch für die kreative Verwendung von Betonfertigteilen stehe und ein gelungenes Beispiel für den Einsatz des Materials für Kunst am Bau darstelle.

CONTACT

Revelstone

Adam House, Orion Road,

Nerissa Estate, Lansdowne

Cape Town, Western Cape 8001/

South Africa

+27 21 761 9739

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