Neue baustellentaugliche Prüfverfahren zur
praxisgerechten Bewertung der Frischbetonrheologie

Die klassische Bewertung des Frischbetons anhand des Ausbreitmaßes reicht vielfach nicht aus, eine fachgerechte Verarbeitung des Betons sicherzustellen. Zum Beispiel kann eine anschließende Oberflächenbearbeitung stark beeinträchtigt werden, wenn der Frischbeton – trotz hinreichendem Ausbreitmaß – zu klebrig ist oder bei den jeweiligen Betonagen zu unterschiedlichen Zeiten erstarrt. Will man die Frischbetoneigenschaften weitergehend bewerten, müssten die rheologischen Eigenschaften, maßgeblich die Fließgrenze und die Viskosität, in Rheometern bestimmt werden. Wenngleich es für Beton solche zwar gibt, sind diese für Annahmeprüfungen auf der Baustelle zu komplex.

Für eine detailliertere Bewertung wurden gängige Prüfverfahren so modifiziert, dass damit die rheologischen Kenngrößen weitergehend beurteilt werden können und so auch der Frischbeton spezifischer beurteilt werden kann. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, dass diese Verfahren baustellentauglich sind. Bei der Bestimmung des Ausbreitmaßes nach DIN EN 12350-5 wird im physikalischen Sinn ein homogenisierter Wert ermittelt. Die zeitliche Komponente, die insbesondere die Viskosität beschreibt, kommt dabei zu kurz. Durch ein gestuftes Vorgehen, d. h. Einbau von zwei Zwischenstufen, kann dieses Verfahren wie bisher verwendet werden, jedoch lassen sich aus den Zwischenstufen durchaus Erkenntnisse über die Klebrigkeit ableiten. Über die Messung von Eindringzeiten einer Stahlkugel in einen Beton, der vorab in dem klassischen Verdichtungskasten nach EN 12350-4 verdichtet wurde, können weitere Informationen über die zeitliche Komponente, also über die Viskosität des Frischbetons gewonnen werden.

In Vergleichsversuchen konnte darüber hinaus die Robustheit der Frischbetone anhand dieser beiden Kenngrößen hinsichtlich einer Oberflächenbearbeitung, z. B. über Flügelglättung, dargestellt werden.

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