Mischanlagen-Modifikation Made in Germany

Die neuen Planetenmischer von Pemat sorgen beim Bauunternehmer Schick für neue Perspektiven und eine breitere Vielfalt bei der Herstellung von Betonfertigteilen.

Die Unternehmensgruppe Schick ist eine Firma mit traditionellen Werten, straff organisiert und inhabergeführt. Selbst bei der Namensgebung der Geschäftsführer setzt man auf Kontinuität. Bereits in der vierten Generation ist es ein Anton Schick, der die „Geschicke“ des Unternehmens seit dem Jahr 2000 leitet – ein durch und durch bodenständiges Familienunternehmen eben. Der gute Ruf von Schick beruht aber keineswegs nur aufgrund enger familiärer Bindungen. An erster Stelle stehen auch hier das Prinzip Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit –Grundvoraussetzungen für einen langfristigen Unternehmenserfolg.


Die Geschichte

1904 begründete der Steinmetzmeister Anton Schick das Bauunternehmen unter selbigem Namen. Sozusagen als „Meister seines Fachs“ dem Maurerhandwerk, realisierte das junge Unternehmen schnell größere Bauvorhaben, darunter die Errichtung des Kurhausbads in Bad Kissingen. Auch der Bau des europaweit bekannten Konzertgebäudes, dem Regentenbau unweit des Kurhausbads, trägt an manchen Gebäudeteilen die Handschrift des Unternehmens.

Schick verzeichnete in den Folgejahren ein stetiges Wachstum. Das Bauunternehmen war mit seiner Arbeit an Bauprojekten in den 1960er bis 1980er Jahren maßgeblich an der Fortentwicklung Bad Kissingens von der traditionsreichen Kur-Stadt zur modernen Reha-Stadt beteiligt. Das Know-how der Firma fand nach den regionalen Erfolgen schließlich bundesweit Anerkennung. Die Bundesversicherungsanstalt (BfA) und verschiedene Landesversicherungsanstalten griffen auf die Erfahrung von Schick zurück – der Sprung zur deutschlandweit tätigen Baufirma war geschafft.

Um die zahlreichen Aufträge bewältigen zu können, begann Anton Schick III die Leistungsfähigkeit des Unternehmens auszubauen. Zunächst mit einer Betonmischanlage 1970 in Bad Kissingen, die kurz darauf um ein Betonfertigteilwerk erweitert wurde. Mit einem neuen, modernen Betonfertigteilwerk für Stahl- und Spannbetonfertigteile an anderer Stelle war man in der Lage, für die bundesweite Nachfrage zu produzieren. Anfang der 1990er Jahre vergrößerte man mit dem Bau eines weiteren Betonfertigteilwerkes und einer hochmodernen Betonmischanlage in Meiningen (Thüringen) die Produktionskapazität der Fertigteile um ein Mehrfaches.

Mit dem Umbau der Mischanlage in Bad Kissingen und der Modernisierung durch High-Tech-Mischer der Firma Pemat Mischtechnik können hier in punkto Material neuartige und präzisere Bauteile hergestellt werden, mit weitaus höheren Ansprüchen an Design und Stabilität als es vorher der Fall war.

 

Die Mischanlage

Im April 2011 war die Firma Anton Schick GmbH & Co. KG auf der Suche nach einem Mischanlagenhersteller, der in der Lage war, die Mischanlage Fabrikat Kabag aus dem Jahre 1983 zu modernisieren. Das umfassende Know-how und die jahrelange Erfahrung im Bereich Mischanlagenumbau waren die Herausstellungsmerkmale und Hauptgrund weshalb Pemat sich gegen vier Mitbewerber durchsetzen konnte und den Zuschlag für den Auftrag erhielt.

Die Basis der bestehenden Mischanlage, der LKW Aufgabebunker, das Zuschlagstoff-Reihensilo aus Beton (acht Komponenten) und die vier Zementsilos waren vorhanden. Grundlage der Modernisierung waren zwei getrennt voneinander und parallel laufende Fertigungslinien. Die 1. Fertigungslinie für Transportbeton und die 2. Fertigungslinie für hochwertige, farbige Betonfertigteile. Beide Linien können auch wechselseitig betrieben werden. Dadurch sind Überschneidungen in den Produktionslinien ausgeschlossen und ein störungsfreier, beidseitiger Betriebsablauf ist gewährleistet.

Nach gründlicher Planungsvorbereitung legte Pemat folgendes Anlagenkonzept vor: Die Zuschlagstoffe werden vom LKW in einen ebenerdig angeordneten Bunker aufgegeben. Die Abzugs-Förderrinne übergibt diese in das Becherwerk, das sich durch seine kompakte Bauweise auszeichnet. Der Becherwerksschacht ist komplett verzinkt und abwurfseitig über die gesamte Länge mit Gummi ausgekleidet, um einen vorzeitigen Verschleiß des Schachtes zu verhindern. Zur Erhöhung der Standzeiten versah man den Ein- und Auslauf des Becherwerks mit Hardox-Schleißblechen. Das Becherwerk transportiert die Zuschlagstoffe nach oben. Es wird mit einem Frequenzumrichter betrieben, der einen reibungslosen Förderstrom garantiert, die Stromspitzen minimiert und die Mechanik schont.

Ein über den Betonsilos angeordnetes, fahrbares und reversierbares Band verteilt die Zuschlagstoffe in die einzelnen bauseits vorhandenen Betonsilokammern. Unterhalb der Silokammern geben die Segmentverschlüsse die Zuschlagstoffe auf die Wiegebänder mit stehender Verwiegung. Hier werden auch drei Dosierbänder eingesetzt, um die Wiegebänder zu beschicken. Bei der Förder- und Wiegetechnik legte Pemat großen Wert auf Qualität und den neusten Stand der Technik. Nach Erreichen des Sollgewichts übergibt das Förderband die Zuschlagstoffe in den entsprechenden Aufzugskübel, der nach oben in die Entleerstellung fährt und in den Mischer übergibt. Hier wurde ein Flachkübel-Beschickungsaufzug eingeplant, da nur eine geringe Grubentiefe für den Aufzugskübel vorhanden war. Dieser Aufzugskübel zeichnet sich durch seine niedrige Bauhöhe aus und verfügt über eine Doppelschienen-Aufzugsbahn, die den Verschleiß minimiert.

Die vorhandenen Zementsilos wurden mit neuestem Silozubehör modifiziert und ein neues zusätzliches Zementsilo wurde vor der Produktionshalle errichtet. Über die Zementförderschnecken werden die beiden Zementwaagen befüllt. Die Zementförderschnecken sind so angeordnet, dass beide Waagen von jedem einzelnen Zementsilo beschickt werden können. Hiermit ist eine voneinander unabhängige Verwiegung der beiden Zementwaagen gewährleistet. Die erforderliche Wassermenge wird über einen Impulszähler mit Grob-, Fein-Messturbine und Wassereindüsung in den Mischer bestimmt. Ferner sind zwei Wasserwaagen (je Mischer eine) angeordnet, die Schmutzwasser und eine Grobdosierung von Frischwasser gewährleisten. Den beiden Produktionslinien sind je eine Zusatzmittelwaage und eine gemeinsame Farbwaage zugeordnet. Bei dem Umbau der Mischanlage wurde sehr großen Wert auf eine gute Zugänglichkeit und Wartungsfreundlichkeit gelegt. Aus diesem Grund wurde für die Anordnung der Waagen, Förderschnecken und Staubfilter eine komplette Wartungsbühne eingeplant.

 

Der Mischer, der entscheidende Baustein in der Mischanlage

Auf der Suche nach einer geeigneten Mischtechnik für die Herstellung von hochwertigen, farbigen Fertigteilen kamen nur die Pemat Planetenmischer mit zusätzlichem Wirbler (patentrechtlich geschützt) in Frage. Die Wahl fiel auf die zwei Planetenmischer PMPR 1875 und PMPR 2250.

Wichtigstes Kriterium war es, eine Gleichmäßigkeit des Mischguts bei verschiedenen Materialien und Mischzeiten zu erreichen. Die Aufgabe des Mischers bestand darin, homogen und schnell zu mischen, Kugelbildungen zu vermeiden und Feinststoffe aufzuschließen. Eigenschaften, die nur ein Mischer mit einem zusätzlichen Wirbler erzielen kann. Speziell bei Farb-, Sonder- und Spritzbetonen sowie SVB erzielt der Planetenmischer mit zusätzlichem Wirbler hervorragende Ergebnisse. Um eine Verunreinigung der Mischanlage zu vermeiden, wurden zur Mischerentlüftung zwei automatische Abluftfilter mit Ventilator eingesetzt.

Die beiden Planetenmischer werden jeweils über eine automatische Hochdruckreinigungsanlage gereinigt. Dadurch wird ein enorm hoher Reinigungsgrad erreicht und eine längere Lebensdauer des Mischers ist gewährleistet. Durch den häufigen Farb- und Produktionswechsel war eine Hochdruckreinigungsanlage zwingend notwendig, da diese die Reinigungszeiten verkürzt und somit die Produktivität der Mischanlage erhöht. Die elektrische Steuerung überwacht und kontrolliert exakt und zuverlässig (eichfähig) alle Vorgänge beim Dosieren, Verwiegen, Beschicken und Mischen. Ein automatischer Betrieb der Mischanlage unter verschiedenen Mischrezepten ist hiermit störungsfrei sichergestellt.

In Zusammenarbeit mit der Firma Schick hat Pemat die Mischanlage optimal modernisiert und das vorhandene Fertigteilwerk mit dem Transportbetonwerk ideal verknüpft. Pemat ist es gelungen, die Mischanlage so zu modifizieren, dass die Wirtschaftlichkeit der Anlage wieder gegeben ist.

 

Mit neuer Mischtechnik auch zu neuen Zielen

Dass sich Modernisierung lohnt, zeigt die derzeitige Auftragslage bei Schick. 2011 stieg der Umsatz der Firmengruppe um acht Prozent auf rund 40 Millionen Euro. Einen weiteren Schritt in Richtung Zukunft machte Schick mit dem Erhalt des Creditreform Bonitätszertifikats (CrefoZert). Darin bescheinigt die Creditreform Würzburg dem Unternehmen eine ausgezeichnete Bonität. Basis der Zertifizierung ist eine professionelle Jahresabschlussanalyse durch die Creditreform Rating AG, einer BaFin-zertifizierten Tochtergesellschaft der Creditreform AG. Hinzu kommen die Daten der aktuellen Wirtschaftsauskunft sowie Einschätzungen zur aktuellen Situation und den Zukunftsperspektiven des Kandidaten, die in einer persönlichen Befragung ermittelt werden. Das Unternehmen Anton Schick GmbH + Co. KG erfüllt dabei alle Kriterien in besonderem Maße.

Immer häufiger ist die Einschätzung der Creditreform mit Entscheidungsgrundlage für die Vergabe von Aufträgen in der Bauwirtschaft. Daher liegt die eigene Creditreformauskunft in einem Auftragsgespräch immer öfter auf dem Verhandlungstisch beim Auftraggeber. Aus diesem Grund hatte man sich entschlossen, die Chance zur Zertifizierung der eigenen Bonität zu nutzen. Mit diesem Zertifikat kann Schick nun aktiv seine Kunden informieren.

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