Bauteilplanung für das Nationalmuseum Katar in Doha

Faserbetonscheiben für die Wüste

Im Zuge des Ausbaus von Doha, der Hauptstadt von Katar, zu einem weltweiten Finanz-, Kultur- und Tourismuszentrum entstand auf der Grundlage eines Entwurfs des Atelier Jean Nouvel der Neubau des neuen Nationalmuseums von Katar, das einen echten Meilenstein in der 3D-Konstruktion und im BIM-Design darstellt. Das unverwechselbare dreidimensionale Design und die Größe des Projekts stellten höchste Anforderungen an Planung und Installation des Haupttragwerks und der Gebäudehülle. Die Geometrie des Entwurfs folgt den komplexen rosettenartigen Strukturen von sogenannten Sandrosen, d.h. von Kristallgebilden, die bei der Verdunstungskristallisation von Gips entstehen. Aus diesem Motiv wurde ein Gebäudekomplex entwickelt, der auf einer Grundfläche von ca. 400 m × 250 m und einer Höhe von bis zu 40 m etwa 600 verschiedene „Disk“-Elemente beinhaltet. Die geometrisch äußerst anspruchsvolle Gebäudehülle besteht aus doppelt gekrümmten Paneelen aus Faserbeton, die auf einer justierbaren Unterkonstruktion aus Stahl angebracht sind. Die Paneele variieren in Durchmesser und Dicke. Dies trug erheblich zu einer Steigerung der geometrischen Komplexität und Vielfältigkeit des Projekts bei. Um eine wirtschaftliche Realisierung des Entwurfs zu ermöglichen, wurden die Patterns gemäß rotationssymmetrischen Prinzipien angeordnet. Hierdurch konnte die Anzahl unterschiedlicher Schalungen für eine Gesamtmenge von rund 80.000 Panels optimiert und auf ein Minimum begrenzt werden. Insgesamt wurden ca. 106.000 m² FRC-Paneele verbaut.

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