25 Jahre Betonkompetenz aus Oberfranken
Vor 25 Jahren legte die Familie Dechant den Grundstein für die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH in Weismain. Heute zählt das oberfränkische Familienunternehmen zu den führenden Spezialisten für Sichtbeton und steht für Renommierprojekte wie die Oscar-Niemeyer-Sphere in Leipzig, die Sanierung der Neuen Nationalgalerie in Berlin oder den Bau des Terminals 3 am Frankfurter Flughafen.
Zahlreiche Erfolgsgeschichten
Es sieht so aus, als hätte ein Raumschiff aus einer fernen Galaxie an der oberen Ecke eines historischen Backsteingebäudes angedockt. Die zwölf Meter große Kugel aus Beton und Glas scheint der Schwerkraft zu trotzen. Das futuristische Bauwerk trägt den Namen Oscar-Niemeyer-Sphere und befindet sich auf dem Gelände der Leipziger Kirow Werke. Über zwei Stockwerke bietet es Raum für ein firmeneigenes Restaurant.
Der innovative Bau ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Künstlern und Kunstkennern: des seinerzeit bereits 103-jährigen brasilianischen Jahrhundertarchitekten Oscar Niemeyer, des kunstaffinen Unternehmers Ludwig Koehnen und nicht zuletzt des ausführenden Bauunternehmens Dechant. Im Team mit den Experten des Unternehmens ist es gelungen, das eigentlich Unmögliche möglich zu machen: den Bau einer nahezu freischwebenden, kugelförmigen Skulptur mit doppelt geschwungenen Bauteilen und den für Niemeyer typischen Freiformkurven aus schneeweißem, hochglattem Beton. Peter Dechant, Geschäftsführer der Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH, wird später sagen: „Das war das Projekt meines Lebens.“
Die Oscar-Niemeyer-Sphere ist eines von zahlreichen anspruchsvollen Bauwerken, die das Unternehmen Dechant realisiert hat. Dechant mit Sitz im oberfränkischen Weismain gehört zu den größten Unternehmen für Hoch- und Ingenieurbau in Deutschland und gilt als Experte für Sichtbeton.
Zeitenwende und Neuanfang
Das Jahr 2000 bedeutete nicht nur kalendarisch, sondern auch in der Historie des Unternehmens eine Zeitenwende. Nach der Insolvenz des 1881 gegründeten, namhaften Familienbetriebs Dechant Bau steht die Familie Dechant vor der Frage, wie es weitergehen soll. Der damals 35-jährige Diplom-Ingenieur für Bauingenieurwesen, Schweißfachingenieur, Fachmann für IT und dreifache Familienvater Peter Dechant musste sich entscheiden, ob er das Familienunternehmen in fünfter Generation wieder aufleben lassen möchte. Gemeinsam mit seinem Bruder Thomas Dechant und mit Unterstützung seines Vaters Alois Dechant entschied er sich dafür. „Ausschlaggebend war das Verantwortungsgefühl für unsere Familie, aber auch für die noch rund zehn verbliebenen Mitarbeiter und deren Angehörige“, so Peter Dechant. Er gründete ein neues Unternehmen: die Dechant Hoch- und Ingenieurbau GmbH, deren Geschäftsführung er übernahm.
Die beiden Brüder fangen noch einmal ganz von vorne an. Und das mit einem Renommierprojekt: dem Neubau des Theaters Erfurt im Stadtteil Brühl. Für die moderne Architektur zeichnet das Büro Professor Jörg Friedrich & Partner aus Hamburg verantwortlich.
Das Theatergebäude besteht aus zwei Untergeschossen, einem Erdgeschoss und vier Obergeschossen. Theater- und Werkstattgebäude werden durch einen acht Meter breiten Tunnel im ersten Untergeschoss verbunden. Den höchsten Punkt des Baus bildet der Bühnenturm, der sich circa 24 m über das Gelände erhebt. Peter Dechant, der zu dieser Zeit weder über ausreichend Mitarbeitende noch über Maschinen verfügt, fährt mit einem Laptop nach Erfurt und akquiriert Arbeitskräfte; die nötigen schweren Gerätschaften leiht er sich aus. Am 12. September 2003 erleben mehr als 800 Gäste die Eröffnung des bedeutenden Theaterneubaus in den neuen Bundesländern und einer der modernsten Spielstätten Europas mit der Uraufführung der Oper „Luther“ von Peter Aderhold. Peter Dechant ist dabei. Und er weiß jetzt, dass es sein Unternehmen schaffen kann.
Gegenwart und Zukunft
25 Jahre sind seitdem vergangen. Dechant hat in dieser Zeit rund 1.800 Bauprojekte realisiert. Das gesamte Auftragsvolumen beträgt circa 2,66 Mrd. Euro. Darunter staatliche und kommunale Bauvorhaben, Industriebauten und Wohnanlagen, kleinere Projekte, aber auch Großbauten. Zahlreiche Bauten mit internationaler Strahlkraft sind darunter: Dechant zeichnet für die komplexen Sanierungsarbeiten an der von Architektenlegende Mies van der Rohe entworfenen Neuen Nationalgalerie in Berlin verantwortlich. Der Bau der modernen Radrennbahn im Erfurter Andreasried wurde ebenfalls von Dechant realisiert, ebenso das Galileo Kontrollzentrum, Herzstück des gesamten Galileo-Satellitensystems in Oberpfaffenhofen, mit elliptischen Grundrissen und über neun Meter Höhe. Beim Richtfest des Ernst Basler Forums in Berlin, einem anspruchsvollen Sichtbetonbauwerk, loben die Bauherren: „Die Mitarbeiter der Firma Dechant sind keine Handwerker, sie sind Betonkünstler.“
Für eines der prestigeträchtigsten Megaprojekte Europas, den Bau des neuen Terminals 3 am Frankfurter Flughafen, hat Dechant den Rohbau des Hauptgebäudes sowie die terminalnahen Außenanlagen realisiert. In den Verantwortungsbereich von Dechant fielen hier etwa 20 Gewerke – darunter der Stahlbetonbau, der Stahlverbundbau, Kanalarbeiten, Erdbau, Außenanlagen sowie Blitzschutz und vieles mehr. Zwischen 150 und 500 Mitarbeitende aus der ganzen Welt waren für Dechant auf der Baustelle im Einsatz. Rund 270.000 m³ Beton und 50.000 t Betonstahl sind in den gigantischen Rohbau geflossen. Das entspricht in etwa der Menge Stahl von sieben Eiffeltürmen.
Das Unternehmen deckt eine große Produktionstiefe ab – von der Projektentwicklung bis zum schlüsselfertigen Bau. Dabei setzt Dechant auf Innovationskraft in allen Bereichen. Beispielgebend dafür sind die Verbindung digitaler Technologien wie BIM mit traditionellem Handwerk oder der Einsatz von nachhaltigem, CO₂-reduziertem Beton sowie Carbonbeton.
Die Geschäftsführung verfolgt eine zurückhaltende Wachstumsstrategie. Trotz zweistelliger Zuwächse im Umsatz plant sie kein Wachstum um jeden Preis. „Wir bleiben ein kleines, feines, mittelständisches Unternehmen mit flachen Strukturen. Flexibel und zuverlässig.“ Wichtig ist der Geschäftsleitung, dass sich die mittlerweile 554 Mitarbeitenden wohlfühlen. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen jeden Tag gerne und motiviert zur Arbeit kommen. Das ist die Basis unseres Erfolgs und Voraussetzung dafür, dass wir Projekte realisieren können, die vielleicht zunächst unmöglich erscheinen.“
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Dechant
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