Stadt als Rohstoffquelle

Recyclingbeton in den Markt bringen

Knapp werdende Rohstoffe, dichter Verkehr und komplexe Logistik sind viel diskutierte Themen. Damit einher geht das Verlangen danach, negative Umwelteinflüsse zu minimieren, Stoffkreisläufe zu schließen und Rohstoffe zu schonen. „Mine the city – die Nutzung der Stadt als Rohstoffquelle“ – ist ein Thema der Zukunft. In diesem Spannungsfeld bewegt sich auch die Betonindustrie. Hagen Aichele verantwortet bei Holcim die Sparte Beton in Süddeutschland und hat sich schon sehr früh mit den Ansprüchen auseinandergesetzt, die Gesellschaft, Politik und Wirtschaft an die zement- und betonverarbeitende Industrie setzen. Beton ist einer der wenigen Baustoffe, der sich beim Rückbau von Gebäuden sortenrein trennen und rezyklieren lässt. Hiermit unterscheidet sich der Baustoff wesentlich von vielen anderen. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Bauingenieur mit Beton und die vergangenen Jahre intensiv mit Ressourcenschonendem Beton (R-Beton). Er hat in zwei Betonwerken R-Beton als Standardbeton etabliert. Bis das Thema R-Beton in den Produktionsalltag überging, ist viel Energie in die Prozesse und Entwicklung geflossen. Dazu kommen aber auch Faktoren wie die Verfügbarkeit rezyklierten Zuschlags, intensive Gespräche mit Ausschreibern genauso wie mit den Bauunternehmen. R-Beton ist vor allem in Ballungsräumen hoch interessant, weil sich damit im Idealfall viele LKW-Kilometer vom Steinbruch zum Betonhersteller sparen lassen. Damit lassen sich Stoffkreisläufe ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft schließen. In R-Beton steckt viel Potenzial, aber auch noch viel Gesprächsstoff, der von der Verfügbarkeit von Recyclingplätzen bis hin zu Normanpassungen reicht. Bauschutt ist ein Wertstoff und seine Verwendung leistet einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und dem Klimaschutz.

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