COBOD

Peri und Strabag realisieren Bürogebäude aus dem 3D-Drucker

Da immer mehr Gebäude aus dem 3D-Betondrucker von Cobod entstehen, kann der dänische Hersteller von 3D-Betondruckern, Cobod International A/S, seine führende Marktposition nach eigenen Angaben weiter festigen. In der vergangen Woche gab Cobod die Fertigstellung von drei neuen Häusern im 3D-Verfahren in den USA bekannt und schon jetzt vermeldet das Unternehmen wiederum ein Gebäude aus einem Cobod-Drucker – das erste 3D gedruckte Gebäude in Österreich.

Cobod ist bekannt für die Entwicklung und Herstellung von 3D-Druckern, mit denen die ersten ein-, zwei- und dreistöckigen Gebäude in Europa realisiert wurden sowie für die Errichtung von bezahlbarem Wohnraum unter anderem in Afrika und den USA. Cobod betont immer wieder, dass der Wohnungsbau nicht alleiniger Anwendungsbereich für ihre Technologie sein müsste und dass andere Anwendungsgebiete möglicherweise weit mehr von der Technologie profitieren könnten. Zu Anwendungen im Gewerbebereich gehören besonders hohe Windkraftanlagen, die man in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen GE Renewable Energy realisiert. Mit der heutigen Bekanntgabe des Büroerweiterungsbaus in Österreich wird klar, dass Cobod u.a. Bürogebäude bei früheren Aussagen im Auge hatte.

„Wir sind hoch erfreut darüber, dass das Büroprojekt von Peri und Strabag in Österreich Realität wird. Seit unserem eigenen ersten 3D gedruckten Gebäude in Kopenhagen im Jahr 2017 – das ‚Hotel-Office‘ BOD – hat sich niemand mehr der Herausforderung, Büros im 3D-Druck zu errichten, gestellt. Wir hoffen, dass die Technologie mit dem österreichischen Projekt von Peri und Strabag nun in größerem Umfang vom Bürogebäudesektor am Markt angenommen wird. Aber warum hier aufhören? Was ist mit Lagerhallen, Einzelhandelsgeschäften und anderen ähnlichen Anwendungsbereichen?“, so Henrik Lund-Nielsen, Gründer und Geschäftsführer von Cobod International.

 

Große Akzeptanz beim 3D-Betondruck und seinem Potenzial

Auch in anderer Hinsicht ist das Projekt in Österreich bemerkenswert. Bisher wurden die meisten der 3D gedruckten Gebäude von kleineren Vorreitern, Bauträgern und Start-ups errichtet. Große konventionelle Bauunternehmen haben bisher weitestgehend als Kunden für die neue Technologie noch gefehlt. Eine beachtliche Ausnahme ist das Unternehmen L&T Construction, ein führender Bauunternehmer Indiens, der Gebäude mit Cobod-Druckern errichtet. Dass sich nun Strabag, eine der größten Baugesellschaften in Österreich und Deutschland, an einem 3D-Bauprojekt aus dem Drucker beteiligt, und das sogar für die Errichtung eigener Büros, kann einen bedeutenden Überzeugungswandel bei den großen etablierten Bauunternehmen signalisieren.

Klemens Haselsteiner, Strabag-Vorstand für Digitalisierung und Innovation, äußerte hierzu: „Der 3D-Betondruck verhilft der Bauindustrie zu einen wichtigen Innovationsschub und stellt eine spannende Ergänzung zu dem vorhandenen Spektrum an Bauweisen dar.“

Neben den neuen Möglichkeiten, die das Bauen im 3D-Durck bietet, hatte Strabag weitere Gründe für das Engagement in die neue Technologie. Wie Thomas Britel, CEO der Strabag SE, ergänzte: „Der derzeit herrschende massive Fachkräftemangel wird uns auch in Zukunft herausfordernd begleiten und diesen müssen wir mit zwei Strategien abfedern: zum einen mit Investitionen in die Ausbildung, beispielsweise mit unserem neuen Strabag-Campus Ybbs, und durch Steigerung der Produktivität mit neuen Technologien.“

Für den 3D-Druck des 125 m² (1345 sq.ft.) großen Bürogebäudes kommt die Asphaltmischanlage von Strabag in Hausleiten zum Einsatz sowie ein spezieller Trockenmörtel von Lafarge Österreich. Das Bürogebäude ist das vierte 3D-Druckprojekt von Peri in Europa. Zu den anderen Projekten von Peri gehören eine zweistöckige Privatvilla und Europas erstes 3D gedrucktes Mehrfamilienhaus mit drei Stockwerken und fünf Wohnungen. Thomas Imbacher, Direktor Innovation & Marketing der Peri AG, äußerte: „Vor knapp einem Jahr haben wir Deutschlands erstes Wohnhaus mit dem BOD2-Drucker unseres dänischen Partners Cobod errichtet. Seitdem hat das Peri-Team mehrere weitere Druckprojekte erfolgreich umgesetzt. Zusammen mit unseren Partnern Strabag und Lafarge bringen wir diese neue Form des Bauens jetzt nach Österreich und freuen uns, das erste 3D gedruckte Bürogebäude in Hausleiten zu realisieren.“

CONTACT

Cobod International A/S

Skudehavnsvej 17A

2150 Nordhavn/Denmark

+45 2067 9535

www.cobod.com

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 2020-11 COBOD/PERI

Deutschlands erstes Gebäude aus dem 3D-Drucker

Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Peri, der deutsche Vertriebspartner für 3D-Drucker der Firma Cobod, am 29. September 2020 das Bauprojekt in Beckum bekannt. Dieser Meilenstein für die Zukunft der...

mehr
Ausgabe 2019-11 COBOD

Europas erstes 3D-Print Haus in nur 3 Tagen erneut gedruckt

Vor zwei Jahren hatte Cobod am 11. September 2017 die Presse eingeladen, um beim Start des im 3D-Druckverfahren hergestellten BOD-Gebäudes dabeizusein. Jetzt hat Cobod das gleiche Gebäude mit der...

mehr

Lafarge: Zement-Allianz mit Strabag

Lafarge und der Baukonzern Strabag bündeln ihre Zementaktivitäten in mehreren zentraleuropäischen Ländern. Zu diesem Zwecke unterzeichneten die Unternehmen einen Vertrag zur Gründung der Holding...

mehr
Ausgabe 2021-02

3D-Druck in der Baupraxis

Der Druck der ersten Betongebäude in Deutschland hat gezeigt, dass die Digitalisierung Einzug in die Baustelle gehalten hat und die Zukunft auch in der Baubranche angekommen ist. Da mit dem...

mehr
Ausgabe 2021-07 HEIDELBERGCEMENT

German Innovation Award für erstes 3D-Druck-Haus

Das erste Wohnhaus aus dem 3D-Betondrucker in Deutschland wurde durch den Rat für Formgebung mit dem German Innovation Award ausgezeichnet. Das zweigeschossige Einfamilienhaus in Beckum (NRW) mit ca....

mehr