IAB Weimar

Neues Technikum zum 25. Geburtstag

Gleich doppelten Grund zum Feiern hatte das Institut für Angewandte Bauforschung Weimar gGmbH (IAB) am 12. Juni 2017: Zum 25. Jubiläum der bekannten Einrichtung für praxisnahe Forschung stand gleichzeitig die Eröffnung des Technikums II an.

Rund 400 Gäste aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Medien waren der Einladung gefolgt und füllten die Stuhlreihen vor dem Podium auf der Versuchsfläche im Erdgeschoss des neuen Technikums. Nach der Begrüßung durch Institutsleiter und Geschäftsführer Dr. Ulrich Palzer und Grußworten von Antje Tillmann, MdB und Finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sowie Dr. Claudia Kolb, Beigeordnete für Ordnung, Recht und Bauen der Stadt Weimar, würdigte der Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee die Arbeit der Weimarer Forscher. Die Investitionen des deutschen Mittelstands belaufen sich auf gerade einmal 2 % des Bruttoinlandsprodukts, so der Minister. Vor diesem Hintergrund sei es umso erfreulicher und wichtiger, dass das IAB Weimar den vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen als Partner zur Verfügung stehe, die zum großen Teil eben keine eigene Forschungsabteilung unterhalten könnten. Gerade auch bei den aktuellen Megatrends Verstädterung, Klimawandel und Digitalisierung könne das IAB wertvolle, praxisnahe Forschungsarbeit leisten.

Bewegte, erfolgreiche ­Entwicklung

Nach den Grußworten gab Dr. Steffen Mothes, Geschäftsführer F.C. Nüdling und Stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Fördervereins des IAB Weimar, den Gästen einen Überblick über die bewegte und erfolgreiche Geschichte des Instituts: Seine Ursprünge hat das IAB in 1990er Jahren nach dem Zusammenschluss von Deutscher Demokratischer Republik und Bundesrepublik Deutschland. Damals entstanden auf Initiative von zwei ehemaligen Hochschulprofessoren das Institut für Tief- und Rohrleitungsbau Weimar e.V. (FITR) und das Institut für Fertigteiltechnik und Fertigbau Weimar e.V. (IFF).

In den Jahren zwischen 2010 und 2012 wurden die beiden Institute Schritt für Schritt zusammengeführt zum Institut für Angewandte Bauforschung Weimar (IAB), das heute unter der Adresse „Über der Nonnenwiese 1“ in Weimar residiert.

Das Institut beschäftigt 111 Mitarbeiter in den Bereichen „Baustoffe und Verfahrenstechnik“, „Bausysteme und Bauteile“, „Tief- und Rohrleitungsbau“ sowie „Energie und Gebäudetechnik“. Mit „Projekten auf allen Kontinenten, ausgenommen die Arktis“ und dank nationaler und internationaler Kooperationen, unter anderem mit dem NIPTIS-Institut, Minsk (Wissenschaftliches Forschungs- und projektierend-technisches Institut für die Organisation- und Verwaltung des Bauwesens, NIPTIS) und dem Cerib, Épernon (Zentrum für Studien und Forschung der Betonindustrie), ist das IAB Weimar fest in der Thüringer, der deutschen und auch internationalen Forschungswelt etabliert.

Zahlreiche Auszeichnungen sind Beleg für die Qualität der Forschungsarbeit und den Status, den sich das IAB über die Jahre erarbeitet hat. Dazu zählen der Preis der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz für die „Harmonische Vibration“, ein Vibrationserregersystem für die Betonsteinfertigung, im Jahr 2005, der Innovationspreis der Zulieferindustrie Betonfertigteile im Jahr 2006 für einen Prozess für die flexible Fertigung von Schachtunterteilen genauso wie die wiederholte Auszeichnung des IAB als „Ausgewählter Standort“ der Initiative „Deutschland Land der Ideen“ in den Jahren 2008, 2010 und 2012.

Seit 2014 führt das IAB jährlich die Wissenschaftstage durch. An den beiden Tagen der Veranstaltung nehmen im Durchschnitt jeweils 250 Besucher teil.

Das neue Technikum II

In nur zehn Monaten wurde das Technikum II gebaut, das der Fachöffentlichkeit zum IAB-Jubiläum präsentiert wurde. Mit dem anschließenden, zugehörigen Bürogebäude, dem gegenüberliegenden Technikum I und dem IAB-Stammhaus umschließt das neue Technikum II einen großen Innhof. Das Forschungsgebäude selbst umfasst 1.400 m2 Versuchsfläche mit einem Strömungs- und einem Erdwärmeversuchsstand sowie 140 m2 Hochregallager; das zugehörige Bürogebäude hat eine Nutzfläche von rund 1.300 m2.

Das Technikum II wurde als Stahlbeton-Skelettbau errichtet. Die Wandplatten zwischen den Stützen bestehen aus Porenbeton. Der Wandaufbau ist Teil des energetischen Konzepts, das auch eine Industriebodenheizung umfasst, eine Photovoltaikanlage, ein Blockheizkraftwerk und einen rund 40 m3 großen Energiespeicher. Die Decken der zugehörigen Bürogebäudes sind betonkernaktiviert.

Insgesamt wurden 5 Mio. Euro brutto verbaut. Rund 25 % davon waren Fördermittel.

Text: Christian Jahn, M. A.

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Institut für Angewandte Bau­forschung Weimar gGmbH (IAB)

Über der Nonnenwiese 1

99428 Weimar/Germany

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