Aircrete

Experten-Meinung: Porenbeton-Anwendungen im 21. Jahrhundert

Willem van Boggelen ist ein Innovator der Branche und bekannt für seine technische Expertise und seine Leidenschaft für Porenbeton. Sein internationaler Experten-Status ist gefestigt durch zahlreiche Publikationen, Innovationen, Beratungsprojekte, Vorträge und Auftritte bei technischen Konferenzen weltweit. Nach dem Erhalt seiner Studienabschlüsse in Maschinenbau und Strömungsmechanik war er vom Beginn seiner Karriere im Jahr 1975 an an Durox-Projekten beteiligt. Van Boggelen war aktiv und verantwortlich beteiligt an Planung, Entwicklung und Lieferung vieler Porenbeton-Werke weltweit, darunter Werke in Europa, Asien und im Mittleren Osten.

Im Jahr 2002 entschloss er sich, seinen eigenen Weg zu gehen und gründete Aircrete Europe. Er ist der ingenieurtechnische Antrieb und die erste Generation, die den Erfolg des Unternehmens auf den weltweiten Märkten begründete. Jetzt leitet die zweite Generation der Familie Van Boggelen Aircrete Europe. Willem van Boggelen lebt heute in seinem selbstgebauten Nullenergie-Haus aus Aircrete-Porenbetonplatten und berät ausgewählte Marktführer der Porenbetonindustrie weiter technisch. Für die Leser der Fachzeitschrift BFT International befragte Derya Yorukoglu, Marketing Manager von Aircrete, Willem van Boggelen zur aktuellen Entwicklung auf dem internationalen Porenbeton-Markt, zu zukünftigen Trends und zu seiner Vorstellung vom „idealen Porenbeton-Werk“.

Yorukoglu: Herr van Boggelen, Sie sind seit 45 Jahren auf dem Porenbeton-Markt aktiv. Mit dieser Erfahrung: Wie beurteilen Sie die derzeitige Lage auf dem Markt?

Van Boggelen: Lange Zeit galt die Porenbeton-Industrie als reiner Steine-Markt. Steine sind verhältnismäßig einfach zu fertigen und man kann mit Steinen relativ einfach und schnell bauen – deshalb entwickelte sich die Industrie lange Zeit in diese Richtung. Heute allerdings arbeiten Planer und Bauunternehmen lieber mit Bausystemen als mit Bauprodukten. Sie müssen schneller, besser und billiger bauen. Gerade deshalb sehe ich große Möglichkeiten für die Porenbetonplatten-Industrie, für mit Stahl oder Drahtgitter bewehrte, lasttragende Porenbeton-Platten, die die Elemente eines vollständigen Bausystems sind. Deshalb erkenne ich einen deutlichen Wandel am Markt: Eigentümer von Stein-Werken wollen jetzt auch eine Auswahl von Platten herstellen können für verschiedene Bauanwendungen.

Yorukoglu: Sie haben einmal gesagt, dass Sie sozusagen in einer „Durox-Küche“ aufgewachsen sind – Sie haben mehr als 100 Fabriken mit unterschiedlichsten Fertigungstechnologien auf sechs Kontinenten besucht. Vor diesem Erfahrungshintergrund: Wie sieht ein „ideales Produktionswerk“ aus?

Van Boggelen: Das ideale Werk macht hervorragende Porenbeton-Produkte mit den richtigen Eigenschaften für den spezifischen Markt, in dem es tätig ist. Das ideale Werk ist außerdem ein „grünes“ Werk, das heißt, dass es praktisch keinen Ausschuss produziert. Weiterhin produziert es zu sehr attraktiven Kosten. Es kann große Volumina produzieren, flexibel und mit einem vielseitigen Sortiment von Porenbeton-Produkten.

Da der Markt jetzt nach kompletten Bausystemen verlangt, verlangt er auch mehr und mehr nach Technologien für die Platten-Fertigung. Das „ideale“ Werk sollte deshalb sowohl qualitativ hochwertige Platten als auch qualitativ hochwertige Steine herstellen können.

Yorukoglu: Vom Rohmaterial zur Marktnachfrage, von der Anlagentechnik zur Prozesstechnik – in jedem Land gibt es Eigenheiten. Was empfehlen Sie bereits aktiven Herstellern und auch Newcomern der Porenbeton-Industrie?

Van Boggelen: Bereits aktiven Herstellern würde ich empfehlen, sich auf die Zukunft vorzubereiten. Organisieren Sie Ihr Werk so, dass Sie große Volumina und ein breites Produktsortiment herstellen können. Zusätzlich sollten Sie in der Lage sein, hochisolierende Produkte und Produkte mit geringer Dichte herzustellen.

Ich denke, dass das eine wichtige Botschaft für die nächsten 20 bis 30 Jahre sein wird, nicht nur für die etablierten Porenbetonhersteller, sondern auch für neue Investoren. Wenn man in eine Fabrik investiert, sollte man die nächsten 15 bis 20 Jahre im Blick haben. Kaufen Sie keine Steine-Fabrik, nur weil sie so billig zu haben ist; sie wird lediglich die Nachfrage heute und der nächsten paar Jahre bedienen können und zugleich ist sie eine erhebliche Investition. Die Investition dagegen in die Möglichkeit, große Mengen und zahlreiche unterschiedliche Produkte herstellen zu können, wird sich bezahlt machen.

Jeder Markt hat in der Tat seine Eigenheiten und es ist die wahre Kunst, Werke genau für diese spezifischen Märkte und deren Anforderungen zu entwerfen. Ein Aircrete-Werk baut auf Erfahrung auf und es gibt keine „von-der-Stange-Werke“, die jedweder Anforderung entsprechen. Jedes Werk entspricht den Marktanforderungen genauso wie den Rohstoff-Vorkommen in der jeweiligen Region.

Yorukoglu: Was denken Sie, was die zukünftigen Trends im Porenbeton-Bereich sein werden?

Van Boggelen: Die Welt verändert sich und wir müssen darauf vorbereitet sein. Die Klimaveränderung zeigt sich nicht nur in der Erderwärmung, sondern auch in extremen Wetterereignissen. Wir brauchen bessere und schneller Baulösungen und Baumaterialien, um auf diese Ereignisse zu antworten. Aircrete ist das beste Produkt, um diesen Anforderungen zu entsprechen. Ich sehe aber auch Möglichkeiten für hybride Produkte – Aircrete-Produkte, die mit einer Dämmschicht aus einem anderen Baumaterial versehen sind. Es gibt meiner Meinung nach also großes Wachstums-potenzial für Aircrete-Produkte weltweit.

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