COBOD

Europas erstes 3D-Print Haus in nur 3 Tagen erneut gedruckt

Vor zwei Jahren hatte Cobod am 11. September 2017 die Presse eingeladen, um beim Start des im 3D-Druckverfahren hergestellten BOD-Gebäudes dabeizusein. Jetzt hat Cobod das gleiche Gebäude mit der neu entwickelten zweiten Generation, dem 3D-Baudrucker BOD2, noch einmal nachgebaut. Dieser Nachbau wurde durchgeführt, um die schnellen Fortschritte ihrer 3D-Baudrucktechnologie zu dokumentieren.

 

Technologie mit Potenzial

Henrik Lund-Nielsen, der CEO von Cobod, erklärt: „Wir haben immer wieder gesagt, dass diese Technologie großes Potenzial hat, sich sehr schnell entwickelt und dass es immer noch sehr viel zu lernen gibt, bevor die Technologie voll ausgenutzt werden kann. Heute können wir genau dies durch ein 3D-gedrucktes Gebäude belegen, das dem vor zwei Jahren erbauten BOD-Gebäude genau gleicht. Obwohl nicht alles so gut lief wie erwartet, sprechen die Ergebnisse und Verbesserungen, die wir erzielen konnten, für sich.“

„Als wir das ursprüngliche BOD-Gebäude vor zwei Jahren am 11. September gedruckt haben, benötigten wir zwei Monate für die Fertigstellung im 3D-Druckverfahren. Diesmal brauchten wir nur drei Tage, oder genauer gesagt, 28,5 Stunden. Das ist wahrhaft ein Meilenstein in der Entwicklung der 3D-Baudrucktechnologie und dokumentiert einen beachtlichen 20-fachen Anstieg unserer Produktivität in nur zwei Jahren. Die viel schnellere Druckzeit dieses Prints verdeutlicht die Verbesserungen unserer Technologie, da wir hier den neuen, 10-mal schnelleren BOD2-Drucker eingesetzt haben und aus dem ersten 3D-Druck des Gebäudes viel gelernt haben“, fügt Jakob Jørgensen, Leiter Technologie bei Cobod, hinzu.

Druckgeschwindigkeit von bis zu 100 cm/s

Ein Gebäude in 3D zu drucken, oder genauer gesagt die Wände eines Gebäudes, erfordert nicht nur einen 3D-Baudrucker, sondern auch eine Betonmischer-Pumpe, welche die Werkstoffe zum Druckkopf fördert, sowie eine geeignete Rezeptur für die Druckmaterialien. Für optimale Druckgeschwindigkeit und -qualität müssen alle drei Elemente perfekt funktionieren.

„Über die gute Leistung unseres neuen BOD2-Druckers bei diesem Versuch sind wir überaus erfreut. Der 3D-Baudrucker BOD2 hat eine beeindruckende Druckgeschwindigkeit von bis zu 100 cm/s und so konnten wir während dieses Drucks bequem mit 35 cm/s drucken, was schon schneller ist als jemals zuvor. Unsere Betonmischer-Pumpe konnte dem Drucker bei dieser Geschwindigkeit jedoch nicht kontinuierlich folgen, daher mussten wir den Drucker sogar verlangsamen, sodass beim Drucken das Material nicht ausging. Daher arbeiten wir jetzt mit unserem Pumpenanbieter daran, dieses Hindernis zu überwinden, um so die volle Geschwindigkeit unseres BOD2 ausnutzen zu können“, erklärt Michael Holm, Leiter F & E bei Cobod.

Auch bezüglich der Betonrezeptur berichtete Cobod, den Lieferanten zunächst um eine zu große Verringerung der Aushärtezeit gebeten zu haben, was zu einer anfänglichen Verstopfung des Materials im Trichter führte, bis man herausfand, dass das Material im Trichter regelmäßig gerüttelt werden musste. Als dies am dritten Tag des Drucks erfolgte, konnte die Leistungsfähigkeit von 10 cm gedrucktes BOD-Haus auf 20 cm pro Stunde am letzten Tag verdoppelt werden. Die 20 cm gedrucktes Haus pro Stunde bedeuten, dass ein Gebäude mit einer Geschosshöhe von 2,4 m in nur 12 Stunden im 3D-Druck hergestellt werden kann.

„Jetzt übertragen wir das, was wir gelernt haben, auf künftig noch bessere Lösungen für unsere Kunden. Sobald das erfolgt ist, denken wir, dass wir das gesamte BOD-Gebäude in nur acht Stunden drucken könnten, wenn wir uns dazu entschließen, es zum dritten Mal zu drucken. Nichtsdestotrotz ist dieser erneute Druck ein bedeutender Meilenstein. Ein Meilenstein, der das große Potenzial des 3D-Baudruckens belegt“, erklärt Henrik Lund-Nielsen abschließend.

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