Betonwaren mit Format

„braun-steine“ ist in Deutschland ein Marktführer im Segment qualitativ hochwertiger Betonwaren. Mit systematischer Produktentwicklung und klarer Markenführung stärkt das Unternehmen seine Innovationskraft und die Wahrnehmung am Markt.

Wer weiß, wer er ist und was er will, ist klar im Vorteil. Mit dem Bewusstsein für die eigenen Stärken kann er aktiv am Markt agieren, neue Produktsegmente für sich erobern oder sogar selbst welche schaffen. Wer dieses Bewusstsein nicht hat, der wird die von außen an ihn herangetragene Nachfrage bedienen, bis sie womöglich irgendwann verschwindet.

Das Management von „braun-steine“ (im Folgenden: braun-steine) hat eine klare Vorstellung davon, was das Unternehmen und seine Produkte ausmacht und wie Firmen und Produkte von Geschäftspartnern und Kunden wahrgenommen werden sollen; das merkt man beim Besuch der Firmenzentrale in Amstetten gleich: Es fängt an vor der Eingangstür, im Mustergarten, wo die wichtigen aktuellen Produkte des Unternehmens übersichtlich verteilt auf verschiedene Bereiche wirkungsvoll inszeniert sind. Es geht weiter im Empfangsbereich, wo der Besucher auf gemaserten, an Holzblöcke erinnernden Beton-Sitzmöbeln aus dem Produktportfolio von braun-steine Platz nehmen kann. Und es setzt sich fort im Treppenaufgang, wo in Glasvitrinen Urkunden und Gegenstände aus der Firmengeschichte ausgestellt sind (s. S. 40, braun-steine – das Unternehmen).

All das zusammen vermittelt dem Besucher ein Bild von braun-steine als einem Familienunternehmen mit mehr als 140 Jahren Erfahrung in der Produktion von qualitativ hochwertigen und technisch zeitgemäßen Betonwaren.

„Die Werte, an denen wir uns orientieren und die das Unternehmen braun-steine heute ausmachen, haben wir gemeinsam für uns definiert. Es sind die Werte Qualität, Persönlichkeit und Leidenschaft, Innovationsfreude sowie Nachhaltigkeit“, sagt Albrecht Braun, der das Familienunternehmen gemeinsam mit seinem Cousin Wilfried Braun als Geschäftsführer leitet. Thomas Aicheler ist als dritter Geschäftsführer verantwortlich für die zur Unternehmensgruppe gehörende Beteiligung Aicheler & Braun in Tübingen. Ergänzt wird die Unternehmensleitung durch Albrecht Brauns Sohn Felix, der seit Anfang 2017 als Vertriebsleiter für die gesamte Gruppe tätig ist.

Von gekollert bis patiniert

Die Entscheidung für das Segment der qualitativ hochwertigen Produkte war eine bewusste Entscheidung, dem Standort des Unternehmens und der Marktentwicklung in Deutschland geschuldet. Wegen der Transportwege für die Rohstoffe zu den Produktionsstätten war für braun-steine eine Produktdifferenzierung gegenüber dem Wettbewerb notwendig. Zudem seien mehr und mehr Hersteller hinzugekommen, die das Angebot an Betonwaren auf den jeweiligen regionalen Märkten in Deutschland vergrößerten und damit den Wettbewerb verschärften. „Zu einem bestimmten Zeitpunkt mussten wir uns also umorientieren und neue Produktsysteme produzieren, um überhaupt am Markt weiter voranzukommen“, so Braun.

braun-steine produziert heute Betonwaren für die Gestaltung des privaten Eigenheims und Gartens sowie für den Stadt- und Objektbau. Das Portfolio umfasst Pflastersteine, Platten, Palisaden, Treppenstufen, Mauern, Elemente für Randbegrenzung und Entwässerung, Gestaltungselemente, Baumschutz-Systeme sowie Pflaster- und Plattenbeläge für den Schwerlastverkehr. Die Produkte gibt es in den unterschiedlichsten Farben und mit unterschiedlich bearbeiteten Oberflächen, gekollert, kugel- und wassergestrahlt, geklopft, friktionsgefräst, gespalten oder patiniert – alle Varianten eingerechnet, umfasst das Portfolio rund 1.800 aktive Artikel.

Systematische Entwicklung

Die Geschäftsführung legt viel Wert darauf, Marktpotenziale frühzeitig zu erkennen und Produktideen rechtzeitig bis zur Marktreife zu entwickeln. Das wird zunehmend schwierig, denn im harten Wettbewerb müssen die Ideen sehr schnell umgesetzt werden; wegen des Kostendrucks in der Branche sind zugleich – so wie wohl bei der Mehrzahl der deutschen Betonwarenhersteller – die Ressourcen begrenzt, ob Personal, Material oder Maschinen. Die Geschäftsführung von braun-steine entschloss sich deshalb dafür, eine zentrale Stelle zu schaffen, die die Innovationsbemühungen der mittlerweile rund 100 Mitarbeiter der beiden Standorte zielgerichtet koordiniert. „Wir wollen immer einen Schritt weiter sein als der Markt. Deshalb haben wir uns personell verstärkt“, so Braun. Bei der neuen, für die Produktentwicklung zuständigen Stelle laufen alle Fäden zusammen aus den verschiedenen Abteilungen, die an einem neuen Produkt arbeiten.

Sie verfolgt darüber hinaus aber auch den Prozess der Markteinführung. „Neue Produkte sind immer ein Freud-und-Leid-Thema. Sie haben nämlich häufig auch Probleme bei der Markteinführung. Ich glaube, das trifft wirklich auf jedes Unternehmen und dessen neue Produkte zu: Der Produkteinführungsprozess wird absolut unterschätzt“, sagt Braun. Oftmals sei anfangs im Unternehmen die Begeisterung für das neue Produkt groß, genauso wie die Überzeugung von einer schnellen Akzeptanz im Markt. Bis aber ein neues Produkt wirklich auf dem Markt bekannt sei, seien viele Anstrengungen und viel Zeit nötig.

Die für die Produktentwicklung zuständigen Mitarbeiter sorgen bei braun-steine dafür, dass ein neues Produkt die nötige Aufmerksamkeit von Geschäftsführung und Belegschaft bekommt, auch über die kritischen ersten drei Jahre hinaus. Und sie tragen genauso dafür Rechnung, dass eine Neuheit aus dem Programm genommen wird, wenn sie nach Verstreichen ihrer „Schonfrist“ nicht die nötige Akzeptanz am Markt erfährt.

Premiumprodukte als Leuchttürme

Großen Stellenwert misst der Dipl.-Kfm. Albrecht Braun auch einer professionellen Markenführung bei. „Wir überlegen uns genau, welche Produkte wir voranbringen wollen. Das können auch Produkte sein, die mehr zum Bekanntheitsgrad beitragen, aber keine großen Umsätze machen; oder es können Produkte sein, die erst nach fünf, sechs Jahren beginnen, erkennbaren Umsatz zu zeigen“, sagt Braun.

Den Premiumprodukten kommt für die Vermarktung des Gesamtportfolios und des Unternehmens braun-steine eine besondere Bedeutung zu. Sie sind sozusagen Orientierungspunkte in der großen Vielfalt des Portfolios. Zu den Premiumprodukten gehören unter anderem das Arena-Pflastersteinsystem, das Santuro- sowie das Mahora-Holzstrukturprogramm.

Für ein mittelständisches Unternehmen tut braun-steine bemerkenswert viel dafür, die Produkte am Markt bekannt zu machen und ihnen langfristig Aufmerksamkeit zu verschaffen: Los geht es mit Printmedien, wie der mittlerweile seit 30 Jahren erscheinenden Kundenzeitung „Der Meilenstein“ oder dem Produktkatalog „Steine-Journal“. Beide Medien haben ein modernes und farbenfrohes Layout. In der Zeitung „Meilenstein“ veröffentlicht braun-steine Nachrichten aus der Unternehmensgruppe, zu Produkten sowie kurze Objektberichte oder Informationen zu Veranstaltungen, die braun-steine schon seit Jahren organisiert. Der Produktkatalog enthält einen einleitenden Teil über das Unternehmen, die Philosophie und die Produktion; darauf folgt ein übersichtlicher und mit großen Fotos hochwertig gestalteter Produkt-Teil mit allen wichtigen technischen Daten.

Print, Online und Bildende Kunst

Der regionalen Presse und der Fachpresse stellt braun-steine außerdem Berichte zu besonders gelungenen Objekten zur Verfügung, bei denen Produkte von braun-steine verbaut wurden. Sie geben detailliert Auskunft über die Aufgabenstellung und die Eigenschaften der verwendeten Betonwaren. Objektberichte werden außerdem in besonders hochwertigen Medien veröffentlich, die sich an Architekten und Planer richten. Im Jahrbuch Beton Bauteile 2018, das genauso wie die Fachzeitschrift BFT International vom Bauverlag in Gütersloh herausgegeben wird, erscheint zum Beispiel ein Bericht über das braun-steine-Projekt einer Grundschule in Wörthsee, wo vor allem Arena-Pflaster verbaut wurde.

Zu den Printmedien gehört außerdem die wichtige und umfangreiche technische Dokumentation für Planer und ausführende Betriebe; sie umfasst Planungshilfen (auch mit CAD-Daten), Gutachten, Verlegebeispiele, Datenblätter, Leistungserklärungen und Ausschreibungstexte, die sämtlich auch als PDF-Dokumente auf der professionell und nutzerfreundlich gestalteten Website des Unternehmens zum Download bereitstehen.

braun-steine veranstaltet verschiedene Events, die die Bekanntheit des Unternehmens und der Produkte sichern beziehungsweise vergrößern. Schon früh hat die Geschäftsführung die bildende Kunst als Impulsgeber und Brücke zu den Kreativen der Bauindustrie, den Architekten und Designern entdeckt. Im Gebäude „Alte Schlosserei“ auf dem Firmengelände in Amstetten stellt jedes Jahr ein anderer Künstler seine Werke für Belegschaft und Gäste aus. Beim einwöchigen Kunstworkshop „Artist at work“ erschaffen Künstlerinnen und Künstler aus  Deutschland und  angrenzenden Ländern Skulpturen aus Ultrahochfestem Beton (Ultra high performance concrete, UHPC). Anschließend wird in den Firmenmedien, in der regionalen und überregionalen Presse darüber berichtet.

Gartenausstellung bis Lizenzkooperationen

Der Verkauf, für den seit Anfang 2017 Albrecht Brauns Sohn Felix als Vertriebsleiter verantwortlich ist, läuft für private Haus- und Gartenbesitzer heute ausschließlich über den Baustofffachhandel. In Gartenausstellungen an den beiden Standorten Amstetten und Tübingen und zusätzlich in Eckersmühlen südlich von Nürnberg, in Egling bei München und in Deggenhausertal bei Ravensburg können die privaten Endkunden im Kern-Vertriebsgebiet Baden-Württemberg und Bayern die Produkte kennenlernen und die Entscheidung für das passende Produkt treffen.

Planer, Architekten und verarbeitende Firmen werden von den Vertriebsmitarbeitern beziehungsweise Anwendungsberatern von braun-steine besucht und regelmäßig über Neuheiten informiert.

Durch die Vergabe von Lizenzen an Produktionspartner und die gemeinsame Werbegruppe entstehen nationale Marken, die die Produkte stärken.

Verantwortlich wirtschaften

Die gesamte Geschäftstätigkeit von braun-steine soll nach dem Willen der drei Geschäftsführer nachhaltig sein. „Das beginnt damit, dass wir überwiegend regionale Rohstofflieferanten haben. Qualitätsbedingte Restmengen werden zum größtmöglichen Teil als Rohstoff wieder in den Produktionskreislauf eingeschleust“, sagt Braun.

Am Standort Amstetten wurde bereits vor zwei Jahren ein Energiemanagement-System nach DIN EN 50001 zertifiziert.

CONTACT

braun-steine GmbH

Hauptstraße 5-7

73340 Amstetten/Germany

+49 7331 3003-0

Aicheler & Braun

Rittweg 15-17

72070 Tübingen/Germany

+49 7071 9705-0

Braun Steine – das Unternehmen

Der Gründer des Unternehmens, aus dem „braun-steine“ (im Folgenden braun-steine) hervorging, legte die Latte hoch für seine Nachkommen: Schon bald nach dem Start im Jahr 1875 wurde das Unternehmen zum „Königlichen Hoflieferant von Württemberg“ ernannt. Damals ging es allerdings noch nicht um Beton, ausgezeichnet wurden die Schwaben für die Lieferung von Kalksteinschotter, den sie am ersten Standort in Lonsee abbauten und an den württembergischen Hof nach Stuttgart lieferten. In den 1920er Jahren kam die Serienproduktion von Fertigteildecken hinzu.

Lizenzkooperationen

1950 wechselte das Unternehmen dann von Lonsee an den heutigen Standort in Amstetten. Rund zehn Jahre später startete dort mit dem SF-Vollverbundstein die Produktion von Betonwaren für den Straßenbau. Seit 1970 werden die Betonwaren auch vom damals gegründeten Werk Aicheler & Braun in Tübingen produziert, an dem braun-steine mehrheitlich beteiligt ist und dessen Vertrieb Amstetten übernommen hat.

Als vorteilhaft erwies sich schon in dieser Zeit die Mitgliedschaft in der SF-Kooperation, einer Gruppe von mittelständischen Betonwaren- und Baustoffherstellern. Zum einen tauschten die in der Gruppe organisierten, vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen Erfahrungen aus und entwickelten gemeinsam Produkte; zum anderen erweiterte die Gruppe den Kreis ihrer Gesellschafter ab den 1980er Jahren um Hersteller aus aller Welt. Da sich der Markt bis heute stark verändert hat, wird die SF-Kooperation derzeit neu strukturiert. braun-steine kooperiert bei unterschiedlichen Produktsystemen aber weiter mit Partnern in Deutschland sowie in der Schweiz, in Österreich, Frankreich, Spanien, Dänemark, Schweden und Island.

Wechsel zur fünften Generation

Derzeit findet bei braun-steine in Amstetten der Generationenwechsel statt. Der 31-jährige Felix Braun hat nach seinem Studium zum Dipl.-Wirtsch.-Ingenieur am Karlsruher Institut für Technologie, einigen Jahren als Unternehmensberater in München und einem Jahr als Assistent der Geschäftsführung bei braun-steine zum 01. Januar 2017 die Vertriebsleitung übernommen.

Nach dem anstehenden Rückzug von Albrecht Braun wird Felix Braun gemeinsam mit Wilfried Braun die Geschäftsführung übernehmen. Albrecht Brauns Tochter Katrin leitet als Dipl.-Kffr. und Steuerberaterin den kaufmännischen Bereich beider Unternehmen der Gruppe. braun-steine wird dann auch in der fünften Generation von der Familie geführt.

Braun-Steine – Die Anlagentechnik

Die Produktion ist ein gehütetes Geheimnis vieler Betonwarenhersteller in Deutschland. Auch bei „braun-steine“ (im Folgenden braun-steine) ist das so. Lediglich so viel lässt sich Wilfried Braun, einer von drei Geschäftsführern und verantwortlich für den Bereich Produktion, entlocken:

Gefertigt wird in Amstetten und Tübingen mit insgesamt drei Steinfertigern – einem von Hess und zweien von Schlosser. Einer der beiden Steinfertiger von Schlosser wird jetzt ersetzt durch einen nach dem Stand der Technik modernisierten Steinfertiger von Zenith. Alle Steinfertiger arbeiten mit Produktionsunterlagen der Größe 950 x 1.400 cm.

Laut Wilfried Braun können mit jedem der drei Steinfertiger pro Schicht bis zu 1.400 Takte gefahren werden. „Die Gesamtkapazität der Produktion hängt also unter anderem davon ab, wie viele Schichten gefahren werden. Derzeit fahren wir zwei Schichten; im Februar ist es in der Regel eine Schicht“, so Braun. Natürlich hängt sie auch davon ab, ob ein aufwendiges Premiumprodukt gefertigt wird oder ein Schnellläufer.

Für die Bearbeitung von Oberflächen stehen zahlreiche Maschinen und Anlagen zur Verfügung, unter anderem eine Spaltanlage von Steinex, eine Kugelstrahlanlage von Rump, eine Wasserstrahlanlage sowie Anlagen von SR Schindler für das Klopfen und Friktionsfräsen. Dazu kommen Maschineneigenentwicklungen zum Einsatz.

Außerdem gibt es in Amstetten und Tübingen Color Mix-Vorrichtungen.

Potenzial sieht Braun im in dem komplexen Gießbetonverfahren, mit dem braun-steine unter anderem die Betonwaren der Premium-Produktlinie Mahora fertigt. Allerdings hinke die Anlagentechnik der Maschinenbauer für diese Produktionsart den absehbaren betontechnologischen Notwendigkeiten in Deutschland etwas hinterher.

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