Maputo-Katembe-Brücke, Mosambik

Afrikas größte Hängebrücke

Der nationale Masterplan Mosambiks zum Ausbau der Infrastruktur sieht eine Verbindungsstraße von der Hauptstadt Maputo über Swasiland bis nach Südafrika vor. Der spektakulärste Baustein dieser Verbindung ist die im November 2018 eröffnete Maputo-Katembe-Brücke, die den Hafen und die Bucht vor Maputo überspannt. Die Brücke ist die längste Hängebrücke Afrikas, wobei die nördliche Vorlandbrücke teilweise und die südliche vollständig aus vorgespannten Stahlbetonfertigteilen erstellt wurden.

Die Ausführung und das Design erfolgten durch die China Road and Bridge Corporation (CRBC) mit Sitz in Peking (China), eines der größten Bauunternehmen der Welt. Die ganzheitliche Qualitätsüberwachung aller Arbeiten und die Prüfung des Designs lagen in der Verantwortung der GAUFF GmbH & Co. Engineering KG aus Nürnberg. Der Bau erregte weltweit Interesse, denn die Brücke ist ein Schlüsselprojekt mit Signalwirkung: die erste große von Chinesen gebaute Brücke außerhalb Asiens.

Die Hauptbrücke in 60 m Höhe über dem Wasserspiegel hat eine Pylonhöhe von 137 m und 138 m und eine Spannweite von 680 m. Auf der Südseite wurde die 1.234 m lange Vorlandbrücke aus 30 m und 45 m langen Stahlbetonfertigteilen gebaut. Bedingt durch das Hafengelände, Industrieanlagen, öffentliche Verkehrsstraßen und die schwierige Topografie wurde die geneigte und gekrümmte Vorlandbrücke auf der Nordseite überwiegend im Freivor-bau erstellt. Bei einer Länge von 1.097 m wurden dabei auch acht Felder mit 30 m langen Stahlbetonbauteilen eingesetzt.

 

Baufirma und beratende Ingenieure

Finanziert wurde das Projekt durch Banken aus China. Bauherr war die eigens dafür vom mosambikanischen Staat gegründete Empresa de Desenvolvimento de Maputo Sul, E.P. (EDMS), die 2011 den EPC-Vertrag nach FIDIC mit der CRBC unterzeichnete.

Neu für ein Projekt dieser Größenordnung ist die direkte Zusammenarbeit einer der größten chinesischen Baufirmen und eines deutschen Consultants in der Qualitätskontrolle sowie auch in Teilen der Bauüberwachung und Designüberprüfung; dies ist alles definiert unter dem Sammelbegriff „Qualitätskontrolle“. Das spiegelt auch die beiden Leitgedanken des Projekts wider: „Quality Matters Most“ und „Focus on Safety“. Die statische und dynamische Berechnung der drei in ihren Bauweisen unterschiedlichen Brücken folgte chinesischen Standards. Der Vergleich des statischen Konzeptes mit dem Eurocode – die sogenannte „Verification“ – war eine Vorgabe des mosambikanischen Bauherrn und aufgrund der technischen Regeln der süd-lichen Staaten von Afrika auch zwingend erforderlich.

 

Qualitätsüberwachung

Der Vertrag zur Qualitätsüberwachung durch GAUFF Engineering wurde als eigenständiges Service Agreement unter Einflussnahme des Bauherrn verfasst. In diesem wurde das umfassende Leistungsspektrum definiert: Designüberprüfung, Eignungsversuche der Betone mit den Materialprüfungen der Zuschlagstoffe, Bauwerksvermessung, Baustofftechnologie, in Teilen Bauüberwachung und -abnahmen, Arbeitssicherheit, Öffentlichkeitsarbeit, Schulungen sowie Ausarbeitung des Planes für das Projekt- und Baustellenmanagement.

Auch der Abschlussbericht der gesamten Brückenbaumaßnahme im Rahmen der Übergabe an den Bauherrn wurde von GAUFF Engineering verantwortet. Gemeinsam mit dem Bauherrn EDMS und der CRBC wurde außerdem ein Quality Management Plan (QMP) erstellt. Dieser regelte sämtliche Einzelschritte für die Abnahmen ...

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