Einsatz von Building Information Modeling (BIM) Software beim Bau des Danziger EM-Stadions in Polen

Am 8. Juni ist es soweit und die Fußball-Europameisterschaft 2012 startet mit dem Spiel Polen gegen Griechenland. Zu diesem Anlass lohnt es sich, einen Blick auf das Vorzeigestadion dieses Turniers zu werfen: die PGE-Arena in Danzig. Von der UEFA als bestes Projekt der EM-Vorbereitungen gewürdigt, gilt sie bei vielen als das schönste Stadion der EM. Prägende Merkmale der Stadionkonstruktion sind die bernsteinfarbene Außenhülle und ihr an die Spanten eines Schiffsrumpfes erinnerndes filigranes Tragwerk. Die Architekten RKW Rhode Kellermann Wawrowsky greifen damit in ihrem Entwurf die Identität Danzigs als „Bernsteinstadt“ sowie ihre Hanse- und Schifffahrttradition auf.

Die Bauzeit betrug trotz des anspruchsvollen Entwurfs nur 26 Monate – bereits im September 2011 wurde die Arena mit dem Freundschaftsspiel Polen-Deutschland auf internationaler Ebene eingeweiht. Möglich wurde dies unter anderem durch den Einsatz von Building Information Modeling Software bei der Planung und Konstruktion.

Besonders beeindruckend ist das 6.440 Tonnen schwere Stahltragwerk, das von der Firma Martifer Polska geplant und konstruiert wurde und das die, aus insgesamt 17.000 bernsteinfarbenen Polycarbonatplatten bestehende, Außenhülle trägt. Auch das konstruktive Zusammenspiel der sehr steilen Tribüne aus Betonfertigteilen mit den 82 stählernen Sichelträgern der Außenhülle war eine Herausforderung.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, vertraute Martifer Polska auf die BIM-Software Tekla Structures. Sie wurde nicht nur bei der Planung und Konstruktion des Stadionskeletts, sondern auch zur umfassenden Kontrolle und Koordination des gesamten Arbeitsprozesses eingesetzt. „Die BIM-Software war ein ständiger und wichtiger Begleiter unserer Arbeit“, erläutert Sylwester Falinski, Project Manager bei Martifer Polska. „Sie kam in vielen Bereichen zum Einsatz – vom Erstellen der 3D-Modelle der Stadionkonstruktion bis hin zum Anfertigen von Montagedokumentationen zur Unterstützung der Mitarbeiter auf der Stadion-Baustelle.“ So wurden auch alle notwendigen Hilfskonstruktionen für den Aufbau des Tragwerks mit der BIM-Software geplant und der Konstruktionsprozess simuliert. Vor Ort nutzten die Ingenieure das 3D-Modell, um die Plankoordinaten der Bauteile mit ihrer tatsächlichen Position abzugleichen, während sie mit dem Kran an ihren Platz gehoben wurden. „Wir konnten viele Probleme im Arbeitsablauf bereits in der Simulation erkennen und beheben und wurden nicht erst auf der Baustelle mit ihnen konfrontiert. Dadurch war es uns möglich, den engen Zeitplan einzuhalten“, so Falinski weiter.

Sowohl während der Planung als auch während der Bauphase verwendeten die Ingenieure von Martifer außerdem den Web-Viewer der Software, um sich mit anderen Gewerken abzustimmen. So besteht beispielsweise die Tribüne aus Betonfertigteilelementen, die auf Stahlbetonbindern ruhen, während die Verteilerebenen zwischen Tribünen und Außenhülle aus Ortbeton gefertigt sind. „Verschiedene Projektbereiche können mit der Software ihre Modelle abgleichen und auf Überschneidungen prüfen. Das vermeidet Fehler und spart Kosten“, so Risto Räty, Executive Vice President von Tekla.

Mit dem reibungslosen Zusammenspiel von Stahl und Beton sowie mit dem Platz für mehr als 42.000 Besucher ist die PGE-Arena in Danzig gut gerüstet für den Ansturm: Rund 170.000 Fußballfans werden zum Turnier in der Stadt erwartet.

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