Pulverpigmente statt Granulate

Modernste Dosiertechnik ermöglicht Kosteneinsparungen

 Kostendruck zwingt die Hersteller von Betonprodukten alle bisher ungenutzten Einsparpotenziale zu nutzen. Die Kosten für die Pigmentierung sind bei der Herstellung von farbigen Betonwaren wie z.B. Pflastersteinen nach dem Zement mit die relevantesten. Beim Zementeinkauf sind den Möglichkeiten, Einsparpotenziale zu finden sicher enge Grenzen gesetzt.

Beim Pigmenteinkauf ist die Situation jedoch anders, da hier über die Pigmentform Möglichkeiten gegeben sind. Seit vielen Jahren ist die Granulatform für Pigmente - zumindest in Europa und Nordamerika - weit verbreitet. Der Rest der Welt bedient sich größtenteils der preiswertesten Form, dem Pulverpigment.

 Granulat ist eine wunderbare Sache. Störungsfrei und staubarm rieselt das Granulat durch die Dosiermaschine und wird dann pneumatisch in den Mischer gefördert. Das Granulat hat eigentlich nur eine negative Seite, weil es teurer ist als Pulverpigment.

 Wobei man bei den Einsparpotenzialen anlangt. Üblicherweise müssen bei einem preiswerten Einkauf Kompromisse gemacht werden. Die Verarbeitung von Pulverpigmenten wird üblicherweise mit Verschmutzung und Problemen beim Handling in Verbindung gebracht. Mit der neuen Generation von weiterentwickelten Pulveranlagen Type Flex 70-3, die die Fa. Würschum auf der bauma gezeigt hat, werden diese Kompromisse auf ein Minimum reduziert.

 Hauptneuerung ist die Verwendung von mehreren Druck-/Sendegefäßen, die bei mehreren Mischern jedem einzelnen ein Druck-/Sendegefäß zuordnen. Damit können Farbchargen vordosiert werden, so dass die Anlage sehr schnell die geforderte Charge an den Mischer liefern kann.

 Ein anderer Anwendungsfall für bis zu sechs
Druck-/Sendegefäßen ist das Bereithalten von mehreren Farbchar­gen für einen Mischer, wenn aufwändige mehrfarbi­ge Vorsatzbetone verarbeitet werden. Moderne Pflas­­ter­stein­anlagen arbeiten mit bis zu sechs unterschiedlichen Farben im Vorsatzbeton. Hier immer die richtige Farbe garantiert bereit zu halten, kann für die Betriebssicherheit und die störungsfreie schnelle Produktion sehr hilfreich sein.

Zum Beispiel können für zwei Betonmischer, die Color–Mix Beton herstellen, je Mischer drei Farbchargen vorverwogen bereit gehalten werden.

 Eine weitere Neuerung ist die Verwendung von zwei Wiegebehältern in der Pulveranlage, da hiermit getrennte Mischanlagen und Pflastersteinmaschinen ebenso von der Farbanlage völlig getrennt versorgt werden können. Auch wird hier ein Optimum an Schnelligkeit realisiert. Sobald eine Waage verwogen hat, wird diese seitlich verfahren. Nur wenige Sekunden später kann die zweite Waage eine nächste Farbcharge verwiegen. Beide Waagen können dabei in verschiedene Druck-/ Sendegefäße entleeren. Damit sind alle Möglichkeiten und Kombinationen von schneller Verwiegung und Vorverwiegen von Farbchargen gegeben. 

Auch bei der staubfreien Verarbeitung von Pulver ist das komplette System abgedichtet. Dies reicht vom staubfreien Ankoppeln des Big-Bag an die Dosierschnecke, über das staubfreie Verwiegen, bis zum staubfreien Übergeben der verwogenen Farbcharge an die Druck-/Sendegefäße. Beim Fördern in den Betonmischer kommen moderne Mischerentstaubungen zum Einsatz, so dass der komplette Prozess vom Big-Bag bis zum Mischer staubdicht abläuft.

 Die Entleerung des Big-Bag wird durch Strecken des Sackes und pneumatische Entleerhilfen gewährleistet, so dass auch hier keine Einschränkungen durch Brückenbildung bei der Verwendung von Pulver zu befürchten sind.

 Die Sauberkeit von Wiegebehälter und Druck-/Sendegefäßen wird durch die Verwendung spezieller Oberflächen und Materialien erreicht, die dann durch ein ausgeklügeltes System von Vibration und pneumatischer Reinigung abgereinigt werden.

 Fa. Würschum hat seit den Anfängen im Jahr 1961 etliche Pulverdosieranlagen realisiert und die damit verbundene Expertise im Laufe der Jahre erweitert und verfeinert. Pneumatische Förderung wird seit dem Anfang der 1990er Jahre in hunderten von Granulat- und Pulveranlagen verwendet, so dass auch hier auf viele Erfahrungen in unterschiedlichsten Praxisanwendungen zurückgegriffen werden kann.

 Mit dieser Kombination von modernster Dosiertechnik und langjähriger Erfahrung können Hersteller von Betonwaren nun flexibel auf Kostendruck reagieren, indem sie bisher ungenutzte Einsparpotenziale beim Pigmenteinkauf nutzen und dies zugleich mit höchster Prozesssicherheit kombinieren. 

 

Volker Würschum


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