Spezialadditiv für höheren Wassergehalt
Die ständige Balance zwischen zuviel und zuwenig Wasser in der Herstellung von Betonwaren wird endlich erleichtert. Mit Murasan Hydrotech 800 ist ein neues Spezialadditiv zur Qualitätsoptimierung in der Betonwarenherstellung entwickelt worden, das trotz starker Schwankungen im Wassergehalt eine ausreichende Festigkeit der frisch entschalten Betonteile sichert.
Während in der Transportbeton- und Fertigteilindustrie überwiegend plastischer bis fließfähiger Beton verwendet wird, sind Betonwaren hingegen Fertigteile, die in maschineller Massenfertigung hergestellt werden. Aber es muss eine ausreichende Festigkeit vorhanden sein, damit die frisch entschalten Betonteile ihre Form beibehalten. Man spricht in diesem Zusammenhang von „Gründruckfestigkeit“, die nach bodenmechanischen Gesetzen durch den Mischungsaufbau und die intensive Verdichtung erreicht wird. Eine gute Gründruckfestigkeit ist Voraussetzung für eine ausreichende „Grünstandsfestigkeit“, die auch für die Maßhaltigkeit der Betonteile erforderlich ist.
Deshalb sind für Betonwaren im Gegensatz zur klassischen Betontechnologie in der Regel so genannte erdfeuchte Mischungen im Einsatz. Aus den fertigungsbedingten niedrigen Gesamtwassergehalten resultieren teilweise Wasserzementwerte von weniger als 0,4. Das bedeutet, dass die Wassermenge nicht einmal ausreicht, den Zement vollständig zu hydratisieren. Daher sind Zusatzmittel erwünscht und gefragt, die es ermöglichen, den Wassergehalt zu erhöhen.
Das neue Zusatzmittel Murasan Hydrotech 800 zur Vergütung erdfeuchter Betone wird nun von der MC-Bauchemie als Spezialadditiv auf den Markt gebracht. Es ist auf die Anforderungen der Betonwarenindustrie abgestimmt. Die Wirkungsweise basiert dabei auf chemischer und physikalischer Grundlage.
Bereits in den 1960er-Jahren sind die Zusammenhänge zwischen Wassergehalt, Verdichtungsenergie, Gründruckfestigkeit und Festbetoneigenschaften von erdfeuchten Betonen und daraus hergestellten Betonwaren untersucht und in zahlreichen Veröffentlichungen, vor allem von H.-J. Wierig, erläutert worden. Erhöht man danach in einer Mischung sukzessive den Wassergehalt, so steigt bei gleicher Verdichtungsenergie zunächst die Gründruckfestigkeit an. Dies nennt man den „trockenen Ast“. Erreicht die Gründruckfestigkeit bei einem bestimmten Wassergehalt ein Maximum, sinkt sie wieder ab („nasser Ast“).
Die Untersuchungen von Wierig zeigen jedoch, dass auf dem „trockenen Ast“ die 28-Tage-Druckfestigkeiten sehr stark abfallen. Noch drastischer ist der Abfall der Wasserundurchlässigkeit, wodurch der Frost-/Tausalzwiderstand sowie die Widerstandsfähigkeit gegen chemische Einwirkungen stark herabgesetzt und die Ausblüh-Neigung erhöht wird. Durch Steigerung der Verdichtungsenergie kann zwar das Betongefüge dichter werden, die Gründruckfestigkeit verbessert sich jedoch nur durch eine Verringerung des Wassergehalts bzw. durch Erhöhung des Bindemittelgehalts.
Murasan Hydrotech 800 erlaubt es nun, so viel Wasser zusätzlich auf erdfeuchte Betonmischungen zu dosieren, dass Betonwaren sicher im Bereich des „nassen Astes“ produziert werden können. Dies ist ohne Einbußen bei der Grünstandsfestigkeit möglich.
Erste Erfahrungen aus der Produktion z.B. von Pflastersteinen, Gartengestaltungselementen oder Betonrohren zeigen, dass Wassererhöhungen zwischen 5 und 15 Litern pro m³ Beton sinnvoll und möglich sind. Durch Murasan Hydrotech 800 wird beim Frischbeton eine bessere Verdichtung sowie eine sehr gute Oberflächenbeschaffenheit der Betonteile erreicht. Durch die Mehrmenge an Wasser wird das Bindemittel effektiver ausgenutzt und die Festbetoneigenschaften nachhaltig verbessert. Der Frost-Tausalzwiderstand erhöht sich und die Neigung zu Ausblühungen nimmt ab.⇥■


Abb. 1 Abhängigkeit von Druckfestigkeit und...

