C3/TUDALIT

Carbon- und Textilbetontage: Schritt für Schritt zur Marktreife

„CUBE“ – so soll das Gebäude heißen, in dem die Ergebnisse der Forschung und Entwicklung im Bereich Carbon- und Textilbeton aus den letzten Jahren baulich umgesetzt werden und erlebbar sein sollen. Das Gebäude, das erste Carbonbeton-Gebäude weltweit, soll ab Herbst 2019 auf einem Grundstück am Zelleschen Weg in Dresden entstehen, rund 4 km Luftlinie südlich von der Frauenkirche gelegen und einen Fußmarsch von der Fakultät für Bauingenieurwesen der Technischen Universität.

Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Manfred Curbach, Direktor des Instituts für Massivbau an der TU Dresden und Vorstandsvorsitzender von C3 – Carbon Concrete Composite e. V., gemeinsam mit dem Verein Tudalit, Veranstalter der diesjährigen, bereits zehnten Carbon- und Textilbetontage in Dresden, stellte in seinem Schlussvortrag den Teilnehmern das „Cube“-Gebäude vor.

Das Gebäude mit dem markanten, mehrfach gebogenen und „Twist“ genannten Dach wird eine Bruttogeschossfläche von 220 m2 haben. Es wird Labor- und Präsentationsräume beherbergen. Für den Bau werden Bauteile und Verbindungsmittel entwickelt und gleichzeitig für die spätere markttaugliche und anforderungsgerechte Anwendung Ausschreibungstexte, Kostenansätze, Qualitätsstandards, Materialkennwerte, Berechnungs- und Bemessungsverfahren.

Mit der geplanten Einweihung im Frühjahr 2021 wird die Forschungs- und Entwicklungsarbeit aber keineswegs eingestellt. Während des geplanten zehnjährigen Gebäudebetriebs werden alle Entwicklungsergebnisse des C3-Projekts durch Langzeituntersuchungen validiert.

 

Wirtschaftliche Herausforderungen im Blick

Nach intensiver Forschungsarbeit in den vergangenen Jahrzehnten suchen Carbon- und Textilbeton jetzt also zusehends ihren Weg auf den Markt. Das konnten die mehr als 300 Teilnehmer auch deutlich aus dem übrigen Vortragsprogramm der Carbon- und Textilbetontage ablesen, die in diesem Jahr am 25. und 26. September im Dresdener Hygienemuseum stattfanden.

In den Vorträgen ging es unter anderem um Marktpotenzial und Marktchancen von Carbon- und Textilbetonprodukten. Ein Teilforschungsprojekt im Rahmen des C3-Projekts soll in nächster Zukunft beispielhaft erfassen, inwieweit die Voraussetzungen einer wirtschaftlichen Produktion und eines wirtschaftlichen Einsatzes von Carbonbeton bereits gegeben sind und welche Herausforderungen auf dem Weg zu einer entsprechenden Produktion und einem entsprechenden Einsatz zu bewältigen sind. In einem ersten Schritt wird am Beispiel einer standardisierten Wand – einmal gefertigt aus Stahlbeton und einmal gefertigt aus Carbonbeton – ermittelt, welche Unterschiede es bei Fertigung und Verwendung gibt und welche Kostenunterschiede daraus folgen. Die detaillierte Gegenüberstellung soll offenlegen, in welchen Phasen der Wertschöpfungskette von Carbonbeton möglicherweise noch vergleichsweise hohe Kostennachteile bestehen.

Ein nachteiliger Kostenfaktor scheint derzeit noch die verhältnismäßig teure Carbonbewehrung zu sein. Allerdings ließen Wortmeldungen von Wissenschaftlern aus dem Publikum der diesjährigen Carbon- und Textilbetontage erahnen, dass aktiv und offenbar erfolgreich an alternativen Herstellverfahren gearbeitet wird, unter anderem unter Verwendung von Lignin.

Andere Vorträge stellten fast bis zur Marktreife entwickelte Zulieferprodukte vor. Diese Produkte, so die Forscher, würden in Zukunft für die Produktion von Carbon- und Textilbeton-Bauteilen dringend gebraucht, da es sie entweder noch nicht gebe oder die derzeit im Gebrauch befindlichen Varianten der Zulieferteile für die Verwendung in Carbon- und Textilbeton-Produkten nicht taugten.

 

Gut besuchte Begleit-

ausstellung

Begleitet wurde die Vortragsveranstaltung auch in diesem Jahr von einer Ausstellung der Zulieferindustrie. An den Tabletop-Ständen präsentierten insgesamt vierzehn Unternehmen und Organisationen ihre Produkte und Dienstleistungen im Bereich von Carbon- und textiler Bewehrung. Zu den Ausstellern gehörten unter anderem die Bewehrungshersteller V. Fraas Solutions in Textile mit Sitz in Helmbrechts, Solidian GmbH mit Sitz in Albstadt, Hitexbau mit Sitz in Augsburg und Thyssenkrupp, Niederlassung Kesselsdorf, sowie die Firmen Sika, Koch GmbH und CarboCon.

Die nächsten Carbon- und Textilbetontage werden am 24. und 25. September 2019 wieder im Dresdener Hygienemuseum stattfinden.

Text: Christian Jahn, M. A.

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