Praxisbericht zum Beschleuniger X-Seed 100®
TBA Trimmiser Baustoffe AG, ein eigenständig geführtes Unternehmen und bekannt für die Herstellung von Betonelementen höchster Qualität, fertigt nach Kundenwunsch für jeden möglichen Einsatzbereich im Hoch-, Tief-, Grund-, Tunnel- und Wasserbau. Man setzte hier erfolgreich das von BASF entwickelte X-Seed 100® in der Produktion für Fertigteile in Sichtbetonqualität ein.
X-Seed 100 wurde im vergangenen Herbst einem breiten Publikum im BASF Technologie-Zentrum in Trostberg vorgestellt (BFT 01/10). Die geschützte Technologie basiert auf dem sogenannten Seeding (Impfen) der Porenlösung mit synthetisch hergestellten Calcium-Silikat-Hydrat Kristalliten, die als flüssiges Zusatzmittel dem Kunden zur gewohnten Zugabe in den Betonmischer bereitgestellt werden. Da bei den Impfkristallen keine Keimbildungsenergie wie bei der gewöhnlichen Zementhydratation aufgebracht werden muss und die vorhandenen nanoskaligen Kristallite lediglich in der übersättigten Porenlösung wachsen müssen, kann der Zementleim deutlich schneller abbinden. Diese Wirkung wird sowohl in kalten Monaten als auch in warmen Perioden festgestellt und sogar beim Beheizen des Betons. Eine Besonderheit, da klassische Erhärtungsbeschleuniger typischerweise nur bei tieferen Temperaturen wirksam sind.
Das Team
Die Motivation und das Interesse des Teams auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben stellten die Trimmiser auch bei der jüngsten Versuchsreihe zur Validierung des neuen BASF Erhärtungsbeschleunigers X-Seed 100 in selbstverdichtendem Beton (SVB) unter Beweis. Die Trimmiser hatten keine Information zum neuen Produkt, da eine unbefangene Beurteilung seiner qualitativen Wirkung im Herstellungsprozess angestrebt war. Als Vergleichsprodukt wurden Winkelelemente zur Hangbefestigung ausgewählt, die in Sichtbetonqualität auszuführen waren.
Der Versuch
Ziel des Versuches war die Produktivitätssteigerung bei gleichbleibender oder besserer Qualität. Typischerweise wird bei 15-20 MPa Betondruckfestigkeit entschalt. Zur Überwachung der Wärmeentwicklung infolge der Hydratation des Zementes wurde bei den drei Objekten an äquivalenter Stelle ein Wärmefühler in den frisch vergossenen Beton platziert.
Zuerst wurde der Referenz-SVB (C 30/37 XD3 XF2 Cl 0.10 Dmax=16 F6) ohne neuen Zusatz in einem der modernen, computergesteuerten Tellermischer hergestellt und nach vorgegebener Mischzeit in den Betonierkübel geleert, von wo ausreichend Beton für die sofortige Frisch- und Festbeton Prüfung entnommen wurde. Der neue BASF Erhärtungsbeschleuniger X-Seed 100 wurde manuell nach Zugabe aller Mischmaterialien dosiert.
Der Beton wurde mit dem Kran zur vorbereiteten Schalung gebracht und sofort vergossen. Die Verarbeitbarkeit während des ganzen Produktionsablaufes war hervorragend. Die freie Oberfläche wurde mit einer dünnen Folie vor dem Austrocknen geschützt.
Überwachung und Prüfung oblagen der akkreditierten Griso Prüflabor AG. Je Mischung wurden 12 PVC-Würfelformen abgefüllt und mit Folie abgedeckt, um später im Feuchtraum (>95 % r.F.) des Labors unter kontrollierten Bedingungen bis zur Prüfung gelagert zu werden.
Das Ergebnis
Die Versuchsobjekte wurden erst am folgenden Tag ohne besondere Auffälligkeit entschalt (Abb. 1), wobei die porenarme, erstklassige Sichtbetonqualität stets erreicht wurde. Der signifikant schnellere Erhärtungsverlauf in den frühen Stunden der Zementhydratation ist charakteristisch für die Wirkung von X-Seed 100. Dank der Beschleunigung könnten die Elemente theoretisch bereits nach 4 Std. entschalt werden, bedenkt man, dass die Festigkeit im Element erfahrungsgemäss höher ist als die an den Würfeln gemessene. Damit wäre grundsätzlich eine Verdoppelung des Produktionszyklus während des gewohnten Betriebes möglich.


Abb. 1 Gut sichtbar: die Leitung der Wärmefühler...


