Stuttgart 21: Chronologie einer Baustelle für Architekturbeton

Unter der Bezeichnung Stuttgart 21 wird ein Verkehrs- und Städtebauprojekt beschrieben, das den Eisenbahnknoten Stuttgart zukünftig neu ordnet. Im Rahmen dieses Großprojekts ist insbesondere der Neubau des Hauptbahnhofs Stuttgart ein wesentlicher Baustein. Hierbei soll der alte 17-gleisige Kopfbahnhof durch einen neuen unterirdischen 8-gleisigen Durchgangsbahnhof ersetzt werden.

Das Projekt wurde 1994 offiziell vorgestellt und aus dem europaweiten Architekturwettbewerb entschied man sich 1997 für den Entwurf von Christoph Ingenhoven.

Der Entwurf für die neue Bahnhofshalle besteht aus einem über 40.000 m² großem Schalendach mit 28 Kelchstützen und 10 Lichtaugen mit einem Durchmesser von ca. 15 m. Das Bauwerk sollte aus einem Guss in weißem Sichtbeton realisiert werden.

Nach umfangreichen Untersuchungen zu der erforderlichen Betontechnologie wurde das Konzept für den Sichtbeton auf Basis von Dyckerhoff Weiss festgelegt.

Im Jahr 2017 begann der Bau der ersten Kelchstütze mit der Herstellung des sogenannten Kelchfußes. Die erste Großbetonage folgte 2018 mit der Herstellung des ersten Kelches. In den Folgejahren wurden die weiteren Kelche und das Schalendach vollendet.

Nach Fertigstellung des Rohbaus im Jahr 2024 begann der Innenausbau.

Für die Verteilerstege zwischen den Bahnsteigen wurden in der logischen Folge des Rohbaus auch die Belagsplatten aus weißem Sichtbeton hergestellt.

Der weitere Ausbau mit den Gleisanlagen, Oberleitungen, Aufzügen und Bodenbelägen wird noch im Jahr 2026 weitergehen. Abschließend muss die technische Ausstattung incl. der Digitalisierung der Leit- und Sicherungstechnik vollendet werden, damit die schon lang ersehnte Eröffnung dieses einzigartigen Bahnhofs aus Architekturbeton erfolgen kann.

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