Ressourcenschonender Architekturbeton
Die Hering Gruppe aus Burbach nimmt seit drei Jahrzehnten eine Vorreiterrolle im nachhaltigen Bauen ein und war 1996 das erste europäische Bauunternehmen mit geprüftem Umweltmanagement. Der Vortrag stellt wegweisende Entwicklungen im Bereich ressourcenschonender Architekturbeton-Fassaden vor, die unter der Marke Hering Architectural Concrete realisiert werden.
Im Fokus stehen drei zentrale Handlungsfelder zur nachhaltigen Gestaltung flächiger Sichtbeton-Fertigteile: nichtmetallische Bewehrung, CO2-reduzierte Zemente und rezyklierte Gesteinskörnungen.
Besondere Bedeutung kommt dabei der nun schon fast 20 Jahre alten Textilbeton-Technologie betoShell zu, die mit Glas- und Carbongelegen sowie CEM II/A-LL-Portlandkalksteinzement produziert wird. Eine aktuelle EPD belegt den bemerkenswert niedrigen Treibhausgasausstoß von nur 13 kg CO2-eq/m² bezogen auf die Rohstoffe.
Als Pionier beim Einsatz rezyklierter Baustoffe in bewitterten Betonfassaden realisierte Hering wegweisende Projekte wie das Rathaus Korbach (2019). Seitdem arbeitet man daran, den Recyclinggedanken durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung sicht- und erlebbar zu machen – z. B. beim Innovation Greenhouse in Bonn. Letzteres zeigt erstmals eine durchgängige Sandwichfassade aus RC-Beton mit auch innenraumseitig differenzierten Oberflächenbearbeitungen – von schalungsglatt über gewaschen bis gesäuert und sandgestrahlt.
Der Vortrag präsentiert zudem aktuelle Entwicklungen wie den Einsatz von CPC-Platten mit vorgespannter Carbonbewehrung sowie Konzepte zur Integration von Photovoltaik und Fassadenbegrünung. Den Höhepunkt bildet die Kombination aller drei Nachhaltigkeitsfelder: betoShell mit rezyklierten Gesteinskörnungen, deren erste Realisierung für 2026/2027 geplant ist und zudem den Urban-Mining-Gedanken einbezieht.
