PROGRESS GROUP

Qualitätssteigerung mit Vision.Image in der
niederländischen Betonfertigteilproduktion

Im Rahmen einer Modernisierungsstrategie hat der niederländische Fertigteilhersteller Voorbij Prefab das kamerabasierte Qualitätskontrollsystem Vision.Image von Progress Software Development in seiner Umlaufanlage zur Herstellung von Massivwänden implementiert. Die Lösung ermöglicht die Echtzeit-Überprüfung von Einbauteilen vor dem Betonieren und trägt so dazu bei, Fehler, Nacharbeiten und Materialverschwendung zu reduzieren.

Voorbij Prefab, ein führender Betonfertigteilhersteller mit Sitz in Amsterdam, betreibt eine moderne Umlaufanlage zur Herstellung von Massivwänden und hat Vision.Image, ein fortschrittliches Qualitätskontrollsystem, erfolgreich in seine Produktionsabläufe integriert. Diese strategische Investition spiegelt das Engagement des Unternehmens für eine hochwertige Fertigung wider.

Die Entscheidung für Vision.Image

Der Wendepunkt kam, als Voorbij seine Umlaufanlage erweiterte. „Wir wollten 100 % Qualität, ohne Nacharbeiten auf der Baustelle oder nach dem Betonieren“, erklärt Hans Both, IT-Manager bei Voorbij Prefab. „Als sich die Gelegenheit für ein kamerabasiertes Qualitätssystem mit Vision.Image bot, haben wir uns entschlossen, diesen Schritt zu gehen.“

Nachhaltigkeit als treibende Kraft

Nachhaltigkeit und Qualität gehen bei Voorbij Prefab Hand in Hand. Der gesamte vom Unternehmen produzierte Standardbeton erfüllt bereits standardmäßig die CO₂-Leistungswerte, die auf die Ziele des Pariser Klimaabkommens für 2030 abgestimmt sind. Mit Impakt Beton geht Voorbij Prefab noch einen Schritt weiter und erreicht CO₂-Werte, die dem Zeithorizont 2050 entsprechen – eine Lösung, die bereits in der Praxis umgesetzt wird.

Um dies konsequent und fehlerfrei umzusetzen, arbeitet Voorbij Prefab bewusst mit innovativen Technologieführern wie Progress zusammen. Die Implementierung des Vision.Image-Systems ermöglicht eine fehlerfreie Produktion, eliminiert Nacharbeit und Abfall und unterstützt direkt einen nachhaltigeren Fertigungsprozess. Auf diese Weise verschmelzen digitale Innovation, Produktqualität und Nachhaltigkeit nahtlos miteinander – und bilden die Grundlage für einen zukunftssicheren Betonfertigteilbau.

Vision.Image: Qualitätskontrolle in Echtzeit

Das von Progress Software Development entwickelte und bereitgestellte Vision.Image-System erkennt und überprüft die korrekte Platzierung von Einbauteilen in Betonfertigteilen. Es arbeitet auf drei Ebenen:

Echtzeit-Erkennung von Einbauteilen: Das System zeigt sofort an, ob alle erforderlichen Einbauteile auf der Produktionslinie vorhanden sind. „Man sieht sofort, wenn etwas fehlt, und es kann vor dem Gießen behoben werden“, bemerkt Alexander van Tintelen, Direktor bei Voorbij Prefab.

Positionsgenauigkeit: Derzeit erzielt das System bereits gute Ergebnisse. Voorbij Prefab arbeitet eng mit Progress zusammen, um die Kalibrierung weiter zu verfeinern und die Positionsgenauigkeit zu erhöhen.

KI-gestützte Automatisierung: Zwei KI-Module wurden bestellt, um eine vollautomatische Erkennung zu ermöglichen. Nach der Implementierung wird das System die Palette automatisch anhalten, wenn Probleme erkannt werden, sodass die Bediener diese sofort beheben können.

Darüber hinaus wird Vision.Image durch Ebos ergänzt, das Manufacturing-Execution-System von Progress Software Development für Umläufe. Ebos steuert den Schalungsroboter, die Produktionsplanung und die Optimierung der Produktionsleistung – und dient damit als digitales Rückgrat der täglichen Produktion bei Voorbij.

Modernisierung der Umlaufanlage – Migration des Steuerungssystems

Von vielleicht noch größerer Bedeutung war die laufende Modernisierung der Umlaufanlage, die derzeit eine Migration des Steuerungssystems von der alten Siemens-Technologie (2004) auf das Beckhoff-Steuerungssystem sowie die notwendigen Anpassungen in Ebos umfasst. Das Steuerungssystem wurde im Sommer 2025 ausgetauscht, parallel zu einer Modernisierung der Matten-Schweißanlage.

„Wir haben jahrelang darüber diskutiert“, erinnert sich Hans Both. „Die Progress Group stellte nach 2004 auf Beckhoff als Standardplattform um. Wir standen vor der Wahl: entweder Siemens-Komponenten durch neuere Siemens-Geräte zu ersetzen oder komplett auf Beckhoff umzusteigen.“

Ausschlaggebend war die Zukunftssicherheit. Ein Verbleib bei Siemens hätte wohl bedeutet, zukünftige Entwicklungen zu verpassen und den technischen Support von Progress zu verlieren. Die Migration wurde als umfassende „Big-Bang“-Implementierung über einen Zeitraum von vier bis fünf Wochen durchgeführt.

„Die Siemens-Komponenten hatten ohnehin das Ende ihrer Lebensdauer erreicht – sie sind 20 Jahre alt“, erklärt Both. „Beckhoff bietet neue Möglichkeiten, insbesondere im Bereich Sicherheit. Es war die richtige Entscheidung.“

Dieser Schritt baut auf einer langen Geschichte kontinuierlicher Modernisierungen auf: Die Anlage wurde bereits 2015 mit mehreren Maschinen modernisiert. Im Sommer 2024 wurde die Anlage mit einer neuen Produktionslinie, Schiebebühnen, zwei Palettenhebevorrichtungen und zusätzlichen Produktionspaletten von Ebawe Anlagentechnik aufgerüstet, um die Herstellung dickerer Massivwände mit mehr Bewehrungslagen zu ermöglichen.

Ende 2025 wurde das Werk mit vollautomatischen Verpackungsmaschinen sowie Lager- und innerbetrieblichen Transportanlagen aufgerüstet.

Partnerschaft und Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Voorbij Prefab und der Progress Group steht beispielhaft für eine strategische Partnerschaft in der Fertigteilfertigung. Beide Unternehmen sind sich bewusst, dass nachhaltiger Erfolg einen kontinuierlichen Dialog und eine gemeinsame Vision erfordert.

„Man muss eine gute Beziehung pflegen, um voranzukommen“, betont Hans Both. „Es geht nicht nur darum, Probleme anzugehen – es geht um regelmäßige Gespräche darüber, was es Neues gibt, was möglich ist und was wir als Nächstes wollen.“

Voorbij Prefab wirkte während der Implementierung von Vision.Image zunächst wie ein „Testfall“, da verschiedene Funktionen über einen Zeitraum von sechs Monaten hinweg verfeinert werden mussten. Das Unternehmen zeigte sich jedoch geduldig und kooperativ und hatte Verständnis dafür, dass eine Integration Zeit braucht.

Aktueller Schwerpunkt

Die geplante Implementierung der beiden bestellten KI-Module wird den nächsten Meilenstein markieren. Nach der ordnungsgemäßen Kalibrierung werden diese Module eine automatische Erkennung von Einbauteilen und eine automatische Palettenstopp-Funktion ermöglichen, die die Qualitätskontrolle auf höchstes Niveau heben wird.

Lehren aus der digitalen Transformation

Die Investition von Voorbij Prefab in Vision.Image, Ebos und die Modernisierung des Umlaufs bietet wertvolle Erkenntnisse für Fertigteilhersteller, die ähnliche Investitionen in Betracht ziehen: Innovationen offen gegenüberstehen, starke Partnerschaften pflegen, Geduld bei Integrationsprozessen haben und das eigentliche Ziel nicht aus den Augen verlieren – 100 % Qualität für die Kunden, jedes Mal.

„Wir sind immer offen für neue Entwicklungen“, fasst Hans Both zusammen. „Wenn wir etwas finden, an das wir glauben, setzen wir uns dafür ein – auch wenn der Weg zu Beginn noch nicht ganz klar ist. So treibt man den Fortschritt voran.“

CONTACT

Voorbij Prefab B.V.

Siciliëweg 61

1045 AX Amsterdam/The Netherlands

+31 20 4077000

www.voorbijprefab.nl

Progress Software Development GmbH

Julius-Durst-Straße 100

39042 Brixen/Italy

+39 0472 979 200

www.progress-psd.com

Progress Maschinen & Automation AG

Julius-Durst-Straße 100

39042 Brixen/Italy

+39 0472 979 100

www.progress-m.com

EBAWE Anlagentechnik GmbH 

Dübener Landstr. 58  

04838 Eilenburg/Germany

+49 3423 6650  

  

www.ebawe.de  ;

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 12/2016 Voorbij Prefab/Progress

Massivelemente just-in-time, preiswert und individualisierbar

Seit Jahrzehnten in der Betonfertigteilproduktion tätig, entschloss sich das niederländische Unternehmen Voorbij Prefab zu einer umfassenden Modernisierung seiner Palettenumlaufanlage. Ziel war es,...

mehr
Ausgabe 03/2020 PROGRESS GROUP

Sansiri integriert Mattenschweißmaschine in Umlaufanlage

Sansiri Public Co., Ltd, Thailand, hat einen Schritt in Richtung weitere Automatisierung der Umlaufanlage gemacht, indem es eine BlueMesh-M-System-Schweißmaschine von Progress Maschinen & Automation...

mehr
Ausgabe 05/2017

Schritt für Schritt – konsequente ­Modernisierung bei Verhelst Prefab

Bereits seit über 20 Jahren arbeiten Verhelst Prefab und Progress Maschinen & Automation erfolgreich zusammen. Insbesondere seit 2011 verfolgt der belgische Betonfertigteilhersteller eine...

mehr
Ausgabe 11/2020 PROGRESS GROUP

Polen setzt auf Betonfertigteile - Kaczmarek startet mit neuer Produktreihe

ZPB Kaczmarek ist heute ein namhafter Hersteller von Betonsteinen und Zubehör für den Straßen- und Tiefbau. Das Unternehmen ist in ganz Polen bekannt und steht für Zuverlässigkeit und hohe...

mehr
Ausgabe 03/2024

Betonfertigteile in Singapur neu gedacht: Einweihung des HL-Sunway Prefab Hub

Der HL-Sunway Prefab Hub ist alles andere als ein gewöhnliches Werk: Mit einer beeindruckenden Produktionskapazität von bis zu 100.000 m3 Betonfertigteilkomponenten pro Jahr lassen sich etwa...

mehr