Praktische Anwendung des ERC-Konzeptes im Betonfertigteilbau
Um im Bereich der Baustoffe technisch fortschrittliche Alternativen zu normbasieren Betonrezepturen anbieten zu können, nutzt die Firmengruppe Max Bögl seit Jahren das Performance-Prinzip als festen Bestandteil des Produktportfolios. Die Grundlagen für die Entwicklung von innovativen Baustoffen werden strategisch in der Forschungsaktivität gelegt. Im Rahmen des Zulassungsprozesses werden in enger Abstimmung mit Baubehörden und Gutachtern Lösungen zur bauaufsichtlichen Regelung dieser Spezialprodukte gesucht. Genau in diesem Spannungsfeld wirkt die ERC-Richtline des DAfStb als neuartige Unterstützung. Das zum Zeitpunkt der Bauausführung im Entwurf vorliegende Konzept der ERC ermöglicht es Max Bögl, nachhaltige, klinkereffiziente und dauerhafte Betone im Fertigteilbau umzusetzen. Die ERC-Richtlinie wurde ein grundlegendes Zulassungsinstrument, welches ggü. konventionellen Verfahren einen zeitlichen Vorteil mit sich bringt. Die Anwendung des Konzeptes erfolgte erstmals beim firmeninternen Bauvorhaben „BauFabrik Tauernfeld“. Dabei wurden Betonfertigteile wie Decken, Wände und Stützen aus dem innovativen „Umweltbeton Bögl“ produziert. Ziel war die signifikante Senkung des CO₂-Fußabdrucks, die durch eine deutliche Substitution des Zements durch den Einsatz von Hüttensandmehl erreicht wurde. Dieser Umweltbeton wurde bei konventionell bewehrten, bei vorgespannten Fertigteilen sowie für Bauteile des modularen Bürogebäudes verwendet. Das Zulassungsverfahren umfasste Prüfungen zur Dauerhaftigkeit. Die Anwendung des ERC-Konzeptes erfolgte unter gutachterlicher Begleitung im Rahmen einer vorhabenbezogenen Bauartgenehmigung, welche durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr erteilt wurde. Das Projekt zeigt, dass das ERC-Konzept eine praxistaugliche Grundlage zur Beschleunigung von Zulassungen nachhaltiger Betone im Fertigteilbau bildet und einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und CO₂‑Reduktion leistet.
