Pigmentpionier feiert 100jähriges Jubiläum
Der Spezialchemiekonzern Lanxess blickt auf ein Jahrhundert Eisenoxidpigment-Produktion am Standort Krefeld-Uerdingen zurück. Seit 1926 wurden hier mehr als 15 Mio. t Eisenoxid-Pigmente hergestellt. Mehr als 200 Mrd. l Farbe ließen sich mit dieser Menge herstellen. Genug, um eine Fläche der Größe Deutschlands fünfmal zu streichen. Mit einer jährlichen Produktionskapazität von rund 300.000 t ist Lanxess heute Weltmarktführer, der Markenname Bayferrox gilt in der Branche als Synonym für synthetische Eisenoxidpigmente.Diese Eisenoxidpigmente werden aufgrund ihrer langen Haltbarkeit vor allem zum Einfärben von Pflaster- und Dachsteinen, Lacken oder Kunststoffen eingesetzt.
„Unsere Pigmente begegnen den Menschen jeden Tag – auf Straßen, Dächern und Fassaden“, sagte Michael Ertl, Leiter des Lanxess-Geschäftsbereichs Inorganic Pigments auf der Jubiläumsveranstaltung. „Dank des Pioniergeists unserer Mitarbeiter in Krefeld sind unsere Pigmente heute auch aus vielen anderen Anwendungen nicht mehr wegzudenken.“
„Was bei Lanxess in Krefeld-Uerdingen seit 100 Jahren entsteht, ist ein Stück Industriegeschichte von unschätzbarem Wert – und gleichzeitig gelebte Gegenwart. Die im Chempark hergestellten Pigmente sind weltweit gefragt, so Frank Meyer, Oberbürgermeister der Stadt Krefeld, und ergänzt: „Die chemische Industrie steht vor einer großen Aufgabe – doch wer die Transformation als Chance begreift und auf Neuerfindung setzt, weist den Weg in die Zukunft.“
Innovatives Verfahren als Grundstein für eine globale Marke
Die Erfolgsgeschichte des Uerdinger Eisenoxids begann 1926 mit dem Chemiker Julius Laux. Er entwickelte ein neuartiges Verfahren in der damaligen Anilin-Produktion. Dabei wurde das anfallende Eisenoxid zu einem hochwertigen synthetischen Pigment weiterentwickelt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg und mit dem darauffolgenden Wiederaufbau Europas stieg die Produktionsmenge rasant an und legte den Grundstein für die heutige Marktführerschaft von Lanxess im Geschäft mit Eisenoxid-Pigmenten. Das Sortiment wurde seitdem auf über 100 Farbtöne erweitert. Neue Standorte rund um den Globus erweiterten das globale Produktionsnetzwerk. Krefeld-Uerdingen ist dabei bis heute das Herzstück des weltweiten Geschäfts mit Eisenoxidpigmenten unter den Marken Bayferrox und Colortherm.
Vorreiter bei Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft
Eisenoxid-Pigmente von Lanxess zeichnen sich durch einen branchenweit besonders niedrigen CO2-Fußabdruck aus. Ein wesentlicher Grund dafür ist der in der Produktion genutzte Laux-Prozess, ein frühes Beispiel für Kreislaufwirtschaft, den Lanxess exklusiv einsetzt (ausführlicher Bericht siehe BFT 06/2026). Beim Laux-Prozess entsteht aus einem Nebenprodukt der Anilin-Produktion ein eigenständiges, hochwertiges Produkt: Eisenoxid-Pigmente.
Zusätzlich arbeitet Lanxess daran, die Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Produktion über den Energieeinsatz bis hin zur Logistik – weiter zu senken.
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