Niederländische Erfahrungen mit AAC für strukturelle Anwendungen: Herausforderungen bei der Tragwerksplanung

Alkaliaktivierter Beton (AAC) ist eine Betonsorte, bei der das Bindemittel auf Portlandzementbasis durch ein alternatives, alkaliaktiviertes Bindemittel ersetzt wird und somit vielversprechend für die Reduzierung der CO₂-Emissionen bei der Betonherstellung ist. Trotz der umfangreichen Untersuchung der Materialeigenschaften von AAC bestehen nach wie vor Herausforderungen, um einen Schritt weiter in Richtung einer großflächigen Anwendung vor Ort zu kommen. Einer der Gründe dafür ist der Mangel an Wissen über das (langfristige) Material- und Strukturverhalten sowie die großtechnische Produktion und Skalierung von AAC. Dieser Vortrag zeigt niederländische Erfahrungen mit strukturellen Anwendungen von AAC und befasst sich sowohl mit bewehrten als auch mit vorgespannten AAC-Bauteilen.

Zunächst wird ein gemeinsames Forschungsprojekt der TU Delft, der Universität Gent, Haitsma Beton und der Provinz Fryslân vorgestellt, das auf die Skalierung von vorgespanntem AAC abzielt. In diesem Projekt wurde die Materialentwicklung mit Tests im Maßstab 1:1 kombiniert, um sowohl das kurz- und langfristige Strukturverhalten von AAC-Brückenträgern als auch das kurzfristige Verhalten eines Brückendecks im Maßstab 1:1 zu untersuchen. Anschließend werden die Ergebnisse der im Rahmen der von 4TU.Bouw finanzierten GeoCon- und der von der EU finanzierten AshCycle-Projekte durchgeführten Forschungen vorgestellt, die sich auf das langfristige Strukturverhalten von verstärkten AAC-Bauteilen konzentrieren. Abschließend wird eine kritische Überprüfung des Verbundverhaltens zwischen AAC und Bewehrung vorgestellt, die im Rahmen des RILEM-Fachausschusses „Mechanische Eigenschaften von AAC” durchgeführt wurde. Die aus experimentellen und praktischen Anwendungen gewonnenen Erkenntnisse werden zusammen mit Empfehlungen für die Tragwerksplanung mit AAC diskutiert.

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