Nachhaltigkeit mit Beton – Der Schweizer Blick auf den Baustoff
Nachhaltigkeit im Betonbau bedeutet, den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks zu betrachten – von der Zementproduktion über die Nutzungsphase bis hin zum Rückbau. Die Schweiz verfolgt dabei einen konsequent datenbasierten Ansatz: Mit der öffentlich zugänglichen Datenbasis des Bundesamts für Umwelt (BAFU) sowie der KBOB/ecobau-Liste stehen Planenden verlässliche und frei verfügbare Ökobilanzdaten zur Verfügung. Diese ermöglichen eine transparente Beurteilung und unterstützen fundierte Entscheidungen bereits in frühen Planungsphasen.
Der Vortrag zeigt anhand konkreter Beispiele, wie sich Innovationen in der Betonherstellung und -anwendung auf die Klimabilanz auswirken. Behandelt werden unter anderem Recyclingbetone, CO₂-begaste Betone, Mischabbruchbetone, Betone mit Pflanzenkohle sowie optimierte Zuschlagstoffe. Ergänzend wird erläutert, wie Umweltproduktdeklarationen (EPD) und die schweizerische Umsetzung der neuen EU-Bauproduktenverordnung (CPR 2024) in das nationale System integriert werden.
Im Tiefbau werden die Ergebnisse einer VSA-Ökobilanzstudie zu Rohrwerkstoffen und zum offenen Grabenbau vorgestellt. Sie zeigen, wie sich Rohrleitungswerkstoffe aus Beton und Stahlbeton im Vergleich zu alternativen Materialien hinsichtlich ihrer Umweltwirkung einordnen. Ein Praxisbeispiel aus einem kantonalen Tiefbauamt verdeutlicht zudem, dass Betonbrücken über den gesamten Lebenszyklus hinweg häufig die nachhaltigste Lösung darstellen – insbesondere aufgrund ihrer Robustheit, geringen Unterhaltsanforderungen und langen Nutzungsdauer. Auch bei einer Wildtierüberführung erwies sich die Betonvariante in der Ökobilanz als vorteilhafter gegenüber einer Konstruktion aus Holz.
Abschliessend werden weitere Beispiele aus dem Infrastrukturbau vorgestellt, die die ökologischen Vorteile von Beton gegenüber anderen Baustoffen veranschaulichen – etwa beim Bau von Kreiseln und Bushaltestellen oder im Bereich von Hochleistungsstrassen mit hohem Schwerverkehrsanteil.
