CHT GROUP

Nachhaltigeres Bauen mit nicht-metallischen
Bewehrungen von CHT

Die CHT Gruppe setzt auf innovative, nicht-metallische Bewehrungen zur Einsparung von Ressourcen und Energie sowie zur Reduktion von CO₂-Emissionen im Bauwesen. Ein zentrales Beispiel ist der Textilbeton: Er ermöglicht schlanke, hochtragfähige Betonelemente mit geringem Eigengewicht und hoher Dauerhaftigkeit – selbst unter anspruchsvollen Umgebungsbedingungen. Weniger Material bedeutet weniger Rohstoffverbrauch und geringere Emissionen bei der Herstellung.

Als globaler Anbieter für Textilhilfsmittel und Speziallösungen für die Bauchemie setzt die CHT seit Jahren auf den innovativen Compositwerkstoff textilbewehrter Beton. Die Herausforderung liegt dabei in der Grenzfläche zwischen Faser und mineralischer Matrix, da diese oft nicht kompatibel sind. Um die Leistungsfähigkeit der Textilien optimal auszuschöpfen, werden die Fasern mit wässrigen Tränkungen ausgerüstet. Diese Technologie trägt nicht nur zur Nachhaltigkeit bei, sondern sorgt auch für Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

Mit den Tecosit-Tränkungen konnte ein sehr hoher Anteil der Leistungsfähigkeit von Carbon- und AR-Glasfasern im Verbund realisiert werden. In enger Zusammenarbeit mit textilen Gridherstellern – insbesondere der Hitexbau GmbH –, Universitäten und Ingenieurbüros wurden neue Ideen und Anwendungen erfolgreich umgesetzt. Die unter dem Markennamen Tecosit erhältlichen Tränkungen leisten einen entscheidenden Beitrag zur sicheren und effizienten Herstellung textiler Gitter.

    Bei der Entwicklung und Prüfung der Tecosit-Produkte liegt der Schwerpunkt auf der Verarbeitbarkeit im textilen Prozess sowie auf optimalen Verbundeigenschaften im Beton.

Gute Verarbeitbarkeit und Verbundeigenschaften

Besonders bei AR-Glasfasern zeigt sich der Vorteil: Durch den Einsatz von Tecosit CC 7021 können die Abminderungsfaktoren deutlich reduziert werden (siehe Abb. 1). Das steigert die Langlebigkeit erheblich und ermöglicht eine höhere Produktionssicherheit sowie eine längere Nutzungsdauer der glasfasergewebeverstärkten Produkte. Zudem wird die Verstärkung durch eine geringere Lagenzahl wirtschaftlich optimiert.

Bei der Verwendung auf Carbonfasern ermöglichen die passenden Tecosit-Tränkungen Bruchfestigkeiten von über 3.000 N/mm im Carbongitter – selbst unter Einwirkung von Nässe, über lange Einsatzzeiten und in einem breiten Temperaturbereich. Dadurch können diese speziell ausgerüsteten Carbongitter auch im Außenbereich zuverlässig eingesetzt werden. Die erzielten Bemessungswerte liegen deutlich näher an den theoretischen Festigkeitswerten der Carbonfasern. Das führt zu einem wirtschaftlicheren Einsatz der Carbonbewehrung und erhöht die Planungssicherheit. Abb. 2 zeigt einen Auszug der Gebrauchseigenschaften einer gängigen Carbonfaser, getränkt mit Tecosit CC 1000. Die Thermoformbarkeit der ausgehärteten Polymerdispersion macht Tecosit CC 1000 für Carbon einzigartig. Mit dieser Technologie lässt sich aus einem Flächentextil mit geringem Aufwand eine dreidimensionale Geometrie – beispielsweise ein Schubgitter – herstellen, obwohl das steife Carbongitter eine hohe Verbundfestigkeit besitzt.

Selbst komplexe Geometrien können von spezialisierten Unternehmen individuell nach Anforderung gefertigt werden.

Erfolgreiche Vorzeigeprojekte

Mit der CHT Tecosit-Technologie wurden bereits Bauwerke realisiert, die als Vorzeigeprojekte gelten. Dies war nur durch das Engagement der Bauherren, Planer und ausführenden Betriebe möglich. Die Carbontextil-Technologie trägt dabei erheblich zur Reduzierung von CO₂-Emissionen bei Neu- und Bestandsbauprojekten bei.

Ein herausragendes Beispiel ist die Holz-Carbonbetonbrücke in Stuttgart, errichtet im Mai 2024. Die innovative Konstruktion kombiniert ein Carbonbeton-Deck mit einer Holzträgertragkonstruktion und nutzt die Stärken beider Materialien optimal. Das Ergebnis: eine schlanke, ressourcenschonende Bauweise. Die erforderliche Carbonbewehrung umfasste rund 4.000 m², die in mehreren Lagen mit Tecosit CC 1000 ausgerüstet und teilweise mit oberflächenvergrößernden Eigenschaften modifiziert wurden.

Kurz vor der Betonage zeigte sich ein weiterer Vorteil der Carbontextil-Bewehrung: Aufgrund des geringen Flächengewichts des Textils war der Einsatz von Kränen kaum erforderlich. Die einzelnen Lagen konnten selbstabrollend in der Schalung positioniert werden. Die Vermaschung der Gitter erfolgte ergonomisch direkt über der Bewehrungslage mithilfe einwegfixierter Kabelbinder.

Da bei dieser Brückenkonstruktion keine metallischen Bewehrungen verwendet wurden, entfallen die typischen Risiken der Bewehrungskorrosion. Dies bedeutet langfristig geringere Wartungs- und Sanierungskosten über die gesamte Lebensdauer der Brücke im Vergleich zu konventionellen Konstruktionen.

    Ein weiteres Projekt ist die im Juni 2023 errichtete Halbfertigteilbrücke über die BAB 1 bei Davensberg. Sie zeichnet sich durch hohe Gesamtdauerhaftigkeit aus, insbesondere im Bereich der Brückenkappen. Empfindliche Konstruktionsteile wurden durch die Tränkung von Carbontextil-Formteilen mit Tecosit CC 1000 geschützt, wodurch teure Sanierungen vermieden werden konnten. Die Brücke gehört zu den längsten Spannbetonbrücken ohne Mittelpfeiler in Deutschland und wurde in nur vier Monaten fertiggestellt – halb so lange wie bei konventionellen Bauweisen.

Gemeinsam mit der TU Dortmund und dem Fertigteilhersteller EUDUR-Bau GmbH & Co. KG entstanden praxistaugliche Lärmschutzwandelemente mit reduziertem Tragschalenvolumen (unter 35 % im Vergleich zu Stahlbeton). Das spart Sand und Zement, senkt den CO₂-Fußabdruck und bringt logistische Vorteile. Der größte Nachhaltigkeitsbeitrag liegt in der verlängerten Lebensdauer, da nicht-metallische Bewehrungen nicht korrodieren. Carbonfasern sind beständig gegen Alterung, alkalischen Angriff und chloridinduzierte Korrosion.

Als Partner im Carborefit-Konsortium bietet die CHT Gruppe Lösungen zur nachträglichen Verstärkung von Bauteilen – vielfach bauaufsichtlich zugelassen. Weitere Anwendungen entstehen im Garten- und Landschaftsbau, im Fertigteilbau sowie bei Abdichtungssystemen.

CONTACT

CHT Germany GmbH

Bismarckstr. 102

72072 Tübingen/Germany

+49 7071 154-0

www.cht.com

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 09/2024 CHT GROUP

Nachhaltiges Bauen mit nicht-metallischen Bewehrungen

Die weitverbreitete Stahlbetonbauweise ist extrem ressourcen- und energieintensiv und verursacht viele CO2-Emissionen. Nicht-metallische Bewehrungen ermöglichen schlanke Betonelemente mit hoher...

mehr
Ausgabe 02/2026 SUBMITTED BY/EINGEREICHT VON: KÖHLER BETON

Innov.: Nachhaltige Kabelkanaldeckel mit GFK-Bewehrung

Die Klaus Köhler Beton- und Fertigteilwerk GmbH präsentiert eine wegweisende Lösung für die Infrastruktur: Kabelkanaldeckel mit nichtmetallischer Bewehrung aus Glasfaserstäben („Tec Bar“)....

mehr
Ausgabe 07/2021 SOLIDIAN

Bewehrung aus Glas- und Carbonfasern – Baustoff mit Zukunft

Solidian, führendes Unternehmen im Bereich nicht-metallische Bewehrungen, bietet mit Solidian Rebar eine flexibel einsetzbare, äußerst tragfähige Stabbewehrung aus ECR-Glas- oder Carbonfasern an....

mehr
Ausgabe 08/2014 Solidian/CG Tec

Kooperation für textile Bewehrung

Die Firmen Solidian GmbH aus Albstadt und die CG TEC GmbH aus Spalt kooperieren künftig im Bereich „Textiles Bauen“. Unter einem gemeinsamen Dach vereinen sie textile Bewehrungen sowie...

mehr
Ausgabe 03/2025

Torsionstragfähigkeit von Betonbauteilen mit nichtmetallischer Bewehrung

Um bewehrte Betonbauteile dauerhafter und damit nachhaltiger zu konstruieren, wurden in den letzten Jahren umfangreiche Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der nichtmetallischen Bewehrung (NMB)...

mehr