SUBMITTED BY/EINGEREICHT VON: DYCKERHOFF

Innov.: Erste Zulassung Kompositzement CEM VI (S-LL)

Dyckerhoff ist der erste Hersteller mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung (abZ) für die Anwendung der neuen Zementgeneration CEM VI (S-LL) nach DIN EN 197-5. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) erteilte die Zulassung für das Dyckerhoff Zementwerk Lengerich im Oktober 2025. Noch im Jahr 2025 sollen der Verkauf und großtechnische Einsatz der ersten Mengen des neuen CEM VI-Zements starten.

Der CEM VI-Zement wurde als vielseitiger Zement für die Herstellung von Transportbeton konzipiert. Er vereint einen geringen CO2-Fußabdruck (GWP), der vergleichbar mit den heute marktüblichen CEM III/B-Zementen ist, mit einer effizienten Nutzung lokal verfügbarer Rohstoffe. Neben den Hauptbestandteilen Portlandzementklinker und Hüttensand wird als weiterer Hauptbestandteil Kalkstein verwendet – eine Ressource, die in ausreichenden Mengen verfügbar ist. In seiner Zusammensetzung ähnelt der CEM VI (S-LL) den bereits etablierten CEM II/C-M (S-LL)-Zementen, jedoch bei deutlich geringerem CO2-Fußabdruck (GWP). Er bietet die Möglichkeit, Betone herzustellen, die dem Reduktionslevel 2 (mind. 40 %) und 3 (mind. 50 %) gemäß CO2-Modul des Concrete Sustainability Council entsprechen. Zusammensetzung und CO2-Fußabdruck (GWP) des neuen Zements sind der Anlage zu entnehmen.

Die Bedeutung dieser Pro-duktinnovation liegt darin, Zemente zukünftig überwiegend mit lokal verfügbaren Rohstoffen herzustellen. Im Zuge der voranschreitenden Dekarbonisierung der Industrie werden künftig nicht mehr alle heute verwendeten Rohstoffe zur Herstellung von Zement und Beton, insbesondere Hüttensand und Flugasche, in ausreichendem Maße lokal zur Verfügung stehen. Bei dem hier vorgestellten CEM VI-Zement wird die Ressource Hüttensand viel effizienter als bei bisher verwendeten CEM III/B-Zementen genutzt, da als weiterer Bestandteil gemahlener Kalkstein enthalten ist. Die Zementart CEM VI wurde in den vergangenen Jahren in verschiedenen Forschungsprojekten mit Beteiligung der Zementindustrie entwickelt. Der CEM VI (S-LL) ist Bestandteil, der im Juli 2021 veröffentlichten DIN EN 197-5. Ohne weiteren Nachweis darf der Zement gemäß DIN 1045-2 nur in den Expositionsklassen X0, XC1 und XC2 verwendet werden.

Im Rahmen dieses Zulassungsverfahrens wurde die Eignung des CEM VI (S-LL) Lengerich für die Anwendung in allen Expositionsklassen, außer XF2 bis XF4, nachgewiesen. Basis für diese Zulassung waren umfangreiche Testreihen mit einer Vielzahl von Ausgangsstoffen im Wilhelm Dyckerhoff Institut zur Verarbeitbarkeit und Festigkeitsentwicklung der damit hergestellten Betone, die Aufschluss über mögliche Anwendungsgebiete gaben sowie anwendungstechnische Grenzen identifizierten.

Ziel ist es, die neue Zementgeneration CEM VI als praxistaugliches Produkt in der Betonindustrie zu etablieren. Dank der geringen Hydratationswärme eignen  sich diese Zemente besonders für massige Bauteile und stellen damit eine leistungsfähige Alternative zu Hochofenzementen dar.

CEM VI-Zemente sind ein Baustein zur Erreichung der Klimaziele der Zementindustrie. In der Roadmap des VDZ waren diese Zemente ursprünglich ab dem Jahr 2030 vorgesehen. Die Einführung des CEM VI zum jetzigen Zeitpunkt hilft, die CO2-Emissionen des Betonbaus schneller zu reduzieren.

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