Hochwertige Polymerbeton-Rohre für Magdeburger Infrastruktur
Der Bau der zweiten Nord-Süd-Verbindung für die Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB) soll 2028 in Betrieb genommen werden und auf der neuen Nord-Süd-Strecke deutlich kürzere Fahrzeiten ermöglichen. Als Lieferant für die benötigten Drachenprofilrohre wurde die Firma Meyer-Polycrete aus Stendal beauftragt.
Es ist ein Großprojekt, das die Magdeburger Infrastruktur erheblich verbessern wird: der Bau der zweiten Nord-Süd-Verbindung für die Straßenbahn der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB). Diese soll 2028 in Betrieb genommen werden und auf der neuen Nord-Süd-Strecke deutlich kürzere Fahrzeiten ermöglichen. Im Zuge des vierten Bauabschnitts begannen Anfang 2024 die Arbeiten der MVB am Editharing zur Realisierung der neuen Straßenbahntrasse vom Damaschkeplatz bis zum Neustädter Feld.
Hierbei war eine hohe Expertise gefragt. Denn es war die Umlegung eines unterirdischen Mischwasserkanals notwendig, der genau dort verlief, wo die neuen Gleise des Magdeburger Rings verlegt werden sollen. Aber nicht nur die Lage des Kanals war problematisch, sondern auch sein Alter. Erbaut im Jahr 1891, war die Nutzungsdauer des gemauerten Kanals nahezu erschöpft. Des Weiteren war klar, dass der alte Kanal den zukünftigen Belastungen einer darüberliegenden Straßenbahntrasse nicht standhalten würde.
Somit stand bei diesem vierten Bauabschnitt nicht nur die Verlegung des Mischwasserkanals, sondern auch seine komplette Erneuerung im Fokus. Beim Neubau entschieden sich die MVB Magdeburg als Bauherr und die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) als Planer, auf Drachenprofilrohre aus Polymerbeton zu setzen. Drachenprofilrohre bieten eine optimale Abflusshydraulik. Denn das Drachenprofil vereint insbesondere für Mischwasserkanäle die Vorteile des Kreis- und des Eiprofils. Bei diesem Rohrquerschnitt wird bei Trockenwetterabfluss gegenüber dem Kreisquerschnitt eine höhere Fließgeschwindigkeit und somit eine bessere Selbstreinigung erreicht. Gleichzeitig können Drachenprofilrohre bei Starkregen große Wassermengen aufnehmen und ableiten, wodurch sie zum Hochwasserschutz beitragen. In Zeiten von immer öfter auftretenden Starkregenereignissen bedeutet dies einen enormen Vorteil.
Stendaler Unternehmen liefert hochwertige Polymerbeton-Rohre
Als Lieferant wurde die Firma Meyer-Polycrete aus Stendal beauftragt. Das Unternehmen, das zur Berding Beton Unternehmensgruppe gehört, entwickelt seit 1978 zukunftsfähige Ideen für die Abwasserentsorgung und ist auf Polymerbeton spezialisiert. Polymerbeton ist ideal für den Kanalbau, weil der Werkstoff chemisch und mechanisch hoch belastbar ist. Das Besondere ist, dass es sich um einen harzgebundenen Beton handelt, wobei der Verbund allein durch hochwertige Polyesterharze – und ohne Zement – hergestellt wird. Das zähharte Harz ermöglicht im innigen Verbund mit den druckfesten Quarziten die hohe Druck- und Biegefestigkeit, die den weiten Einsatzbereich der Rohre unter Erd- und Verkehrslasten ermöglicht. Die moderne Gießtechnik gewährleistet glatte Oberflächen und eine präzise Einhaltung der für die Dichtheit entscheidenden Verbindungsmaße. Die auch unter dem Namen Polycrete bekannten Produkte aus Polymerbeton des Unternehmens zeichnen sich durch ihre extrem hohe Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit aus. Die Lebensdauer liegt bei über 100 Jahren, weshalb die leistungsfähigen und wirtschaftlichen Komplettsysteme hervorragend für anspruchsvolle und moderne Kanalsysteme geeignet sind.
In Mischwasserkanälen werden sowohl Regen- als auch Schmutzwasser aus den Haushalten, der Industrie und Gewerbebetrieben zur Kläranlage geleitet. Das bedeutet, es sind oftmals aggressive Medien im Wasser enthalten, die die Rohre angreifen – Polymerbetonrohre spielen hier ihre Stärke aus, weil sie durch ihr homogenes und wasserdichtes Materialgefüge Korrosionen jeglicher Art keine Angriffsmöglichkeit bieten.
Da eine fachgerechte Beratung und projektindividuelle Produktentwicklung sowie objektbezogene statische Nachweise und konstruktive Details zu den Serviceleistungen von Meyer-Polycrete gehören, begleiteten die Fachkräfte aus Stendal das Bauvorhaben in Zusammenarbeit mit dem Bauherrn, Planer und Bauausführenden von der Planung bis zur Ausführung. Mit der professionellen Bauausführung wurde die Echterhoff Bau GmbH Dessau beauftragt, die für ihre Kompetenz im Kanalbau, Spezialtiefbau und in der Umsetzung innerstädtischer Großprojekte bekannt ist. Bevor die technisch anspruchsvolle Kanal-Umverlegung beginnen konnte, waren umfangreiche Vorbereitungen notwendig, die bereits eine enorme Logistik erforderten. Neben dem Straßenaufbruch für die Freilegung des Baufelds war eine unverzichtbare Sicherheitsmaßnahme die Kampfmittelsondierung mit über 2.100 Bohrungen in bis zu sechs Meter Tiefe. Für die Bauzeit mussten außerdem die Abwasserleitungen oberirdisch geführt und eine Hebeanlage installiert werden. Eine Grundwasserabsenkung mit fünf Vakuumfilteranlagen sowie offener Wasserhaltung gehörte ebenso zu den vorbereitenden Maßnahmen. Danach erfolgte der Rückbau des Altkanals (50 m im Sonderprofil 1700/2000 sowie 20 m im Eiprofil 800/1200), die Verdämmung von 20 m Bestand und der Abbruch von zwei Schachtbauwerken.
Erst danach konnte der Kanal-Neubau in offener Bauweise umgesetzt werden. Die Kanalrohre aus Polymerbeton weisen mit zwei Metern Durchmesser und neun Tonnen Gewicht eine stattliche Dimension auf. Mit hoher Präzision verlegten die Echterhoff-Mitarbeiter fachmännisch 900 m Drachenprofilrohre DN 2000, neun Rechteckbauwerke sowie fünf Rohrkrümmer DN 2000, jeweils aus widerstandsfähigem Polymerbeton.
Kanalverlegung macht Weg für neue Straßenbahntrasse frei
Das neue leistungsfähige System ist eine gute Investition in die Zukunft. Das Bauprojekt für den neuen Mischwasserkanal mit einem Kostenumfang von ca. 1,2 Mio. Euro wird voraussichtlich Ende des Jahres 2026 abgeschlossen werden. Bevor die Gleisbauarbeiten beginnen, müssen noch Leitungen für Strom, Wasser und Telekommunikation gelegt werden. Ab 2028 soll die neue Nord-Süd-Verbindung den öffentlichen Nahverkehr in Magdeburg verstärken.
Schon jetzt ziehen die Beteiligten ein positives Fazit aus diesem anspruchsvollen Bauvorhaben, bei dem Erfahrung, Know-how und Professionalität gefragt waren. Die Zusammenarbeit aller – vom Bauherrn, über Planer, Lieferanten und Bauausführenden funktionierte reibungslos mit kurzen Wegen und schnellen Entscheidungen bei allen erforderlichen Absprachen und Planungen. Das Unternehmen Meyer-Polycrete konnte mit der hervorragenden Qualität der gelieferten Polymerbeton-Teile überzeugen und die Echterhoff Bau GmbH Dessau erwies sich einmal mehr als verlässlicher Partner für komplexe Infrastrukturprojekte. Nach Fertigstellung der Arbeiten sind die Weichen für die Realisierung der neuen Straßenbahntrasse gestellt.
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