DAfStb-Richtlinie „Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken nach dem System der Expositionswiderstandsklassen“ (ERC-Richtlinie)
Der Gelbdruck für die DAfStb-Richtlinie „Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken nach dem System der Expositionswiderstandsklassen (ERC-Richtlinie)“ wurde kürzlich vom DAfStb-Unterausschuss „Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken“ fertiggestellt, das Gelbdruckverfahren läuft. Die neue ERC-Richtlinie kann zukünftig alternativ zu den deskriptiven Anforderungen der DIN 1045 für die Sicherstellung der Dauerhaftigkeit von Betonbauwerken verwendet werden.
Der neue EC2 enthält sogenannte Expositionswiderstandsklassen (ERC) für die Schadensmechanismen carbonatisierungs- und chloridinduzierte Bewehrungskorrosion. In Abhängigkeit der ERC, der Expositionsklasse und der Nutzungsdauer (50 Jahre und 100 Jahre) wird dann die Betondeckung festgelegt. Die ERC-Richtlinie des DAfStb greift das performancebasierte ERC-Konzept des EC2 in einem ersten Schritt für die überwiegend im Hochbau vorkommenden Expositionsklassen XC1 bis XC4, XD1/XS1 und XF1 auf (rd. 80% des heutigen Betonmarktes) und erweitert dieses in Anlehnung an nationale Regelungen (die komplette neue DIN 1045-Normenreihe, BAW Merkblatt MDCC etc.). Im Gegensatz zu den Regelungen des zukünftigen EC2 werden in der ERC-Richtlinie die ERC-Widerstandsklassen auf eine überschaubare, praxisrelevante Anzahl reduziert und die Höhe der Betondeckungen wird neben der ERC, Expositionsklasse und Nutzungsdauer auch noch in Abhängigkeit der Nachbehandlungsklasse nach DIN 1045-3:2023-08 bestimmt. Darüber hinaus werden in der ERC-Richtlinie zur Einordnung von Betonen in entsprechende ERC-Klassen Grenzwerte für Performance-Prüfungen nach BAW Merkblatt MDCC, Anlage A und B definiert. Die Sicherstellung der Dauerhaftigkeit gegenüber Frosteinwirkung (XF1) kann über das deskriptive Konzept oder über eine Performance-Prüfung nach DIN CEN/TS 12390-9 sichergestellt werden.
Durch Anwendung des ERC-Konzepts können durch den Wegfall von Grenzwerten (Mindestzementgehalt, höchstzulässiger w/z-Wert) auch deutlich einfacher Anforderungen an die Nachhaltigkeit umgesetzt werden – zum Beispiel durch die Konzeption sehr klinkerarmer Betone.
