Brückenkappen aus Leichtbeton – Von der Planung bis zur Bauausführung
Nach einer im November 2025 veröffentlichten Erhebung des ADAC müssen etwa 20 % der 40.100 Brücken im deutschen Bundesfernstraßennetz bis 2040 saniert oder ersetzt werden. Mit einem verstärkten Fokus auf Nachhaltigkeit ist der Erhalt durch eine Sanierung immer einem Abriss und anschließendem Neubau vorzuziehen. Für diesen Ansatz sprechen zudem die mit einem Abriss verbundenen Ausfallzeiten, die angesichts der hohen Verkehrsdichte und der entstehenden Kosten zum Teil nur sehr schwer zu realisieren sind und somit oft zur Ertüchtigung der vorhandenen Bausubstanz zwingen. Die Hauptprämisse bei der Sanierung ist es, mit der ertüchtigten Konstruktion der kommenden Verkehrsbelastung gerecht zu werden und das Bauwerk zukunftsfähig zu machen. Daraus ergibt sich eine hohe Anforderung für Tragwerksplaner, die teilweise um jeden Zentimeter im Schichtenaufbau kämpfen, um die zu erwartende höhere Verkehrslast bewältigen zu können.
An dieser Stelle kommt gefügter Leichtbeton ins Spiel. Leichtbetone werden seit Jahrzehnten weltweit überaus erfolgreich für Brückenüberbauten eingesetzt. Sie bieten mit reduziertem Eigengewicht die erforderlichen Festigkeitswerte und gestatten es, ohne Einschränkung der Dauerhaftigkeit zu bauen. Obwohl diese naheliegende Option nicht in der ZTV-ING berücksichtigt wird, haben fachkundige Planerinnen und Planer auch in Deutschland die Vorteile des Leichtbetons insbesondere bei der Sanierung von Brückenkappen erkannt und erfolgreich umgesetzt.
In diesem Beitrag werden die Hintergründe für den naheliegenden Einsatz von Leichtbeton insbesondere für die Brückenkappen beleuchtet. Die erfolgreiche Umsetzung wird exemplarisch an ausgeführten Objekten gezeigt.
