BIM-basiertes Bauen mit Leichtbeton-Elementen
In Zeiten des Fachkräftemangels wird es immer schwieriger gelernte Fachkräfte für Bauberufe zu finden. Selbst die Verfügbarkeit der ungelernten Hilfsarbeiter, die auf dem Bau eingesetzt werden können, ist begrenzt. Weiterhin ist der Kostendruck aktuell so groß wie noch nie. Durch den Einsatz von Fertigteilen kann die Montage auf der Baustelle erleichtert werden. Im Gegensatz zur Baustelle ist im Fertigteilwerk Rationalisierung und Automatisierung verhältnismäßig einfach möglich. Somit ist mit Einsatz von weniger Personal eine kostengünstigere und effektivere Bauweise zu erreichen.
Neben den bekannten Betonhohlwandelementen und Filigrandecken werden auch Leichtbeton-Elemente auf diese Weise hergestellt.
Der Vortrag soll speziell die BIM-basierte Herstellung von Leichtbeton-Elemente beleuchten. Bereits in der Planung (Lph 1-4) werden die Gebäude im 3D geplant. Diese Struktur wird dann später für die Werkplanung (Lph 5) sowie für die weiteren Fachplanungen verwendet. Über die integrale Werkplanung fließen dann final die gesammelten fachspezifischen Angaben in der Fertigteilplanung zusammen. Aus der Werkplanung werden dann unter Aspekten wie dem Kranstandort oder der Logistik die Elemente für die Produktion gebildet. Diesen einzelnen Elementen sind dann nicht nur geometrische Daten mit Außenabmessung und Aussparung zugrunde gelegt, sondern auch materialspezifische Daten zum Leichtbeton und zu evtl. integrierten Normalbetonstürzen und -gurten. Darüber hinaus sind dem Element auch Daten zur Abrechnung im zugehörigen ERP-System angehängt. Über eine Schnittstelle werden diese Daten dann an die Produktion übergeben, wo die Elemente in teils automatisierten Bereich hergestellt und bis zur Aushärtung im Härteregal eingelagert werden.
Die Elemente werden vorwiegend als geschosshohe tragende oder auch als nichttragende Wände eingesetzt. Auch der Einsatz als monolithische Außenwand ohne zusätzliches WDVS ist möglich. Der Einsatz als massives Schrägdach ist ebenfalls möglich aber eher selten in der Anwendung. Der CO₂-Fußabdruck der Leichtbeton-Elemente ist sehr gering bei gleichzeitig guten Schall- und Brandschutzeigenschaften. Somit eignen sich die Elemente für Wohnungs- und Gewerbebau.
