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BIBM-Kongress 2026 in Rom: Betonfertigteile im Zentrum des Wandels in der europäischen Bauwirtschaft

Der 25. BIBM-Kongress brachte vom 20. bis 22. Mai 2026 die europäische Betonfertigteilbranche in Rom zusammen. Im A.Roma Lifestyle Hotel wurden rund 350 Teilnehmer und 45 Aussteller begrüßt. Unter dem Motto „Think Concrete, Go Precast! – Innovative Wege zu nachhaltigem Bauen“ verband die Veranstaltung fachlichen Austausch, strategische Debatten, Innovation und Networking.

Der von BIBM und dem Building Congress Forum gemeinsam mit Assobeton, IPHA und EFCA organisierte Kongress kehrte mehr als 25 Jahre nach seiner letzten italienischen Ausgabe nach Italien zurück. Rom bot den passenden Rahmen, um zu untersuchen, wie die industrialisierte Bauweise eine kohlenstoffärmere, kreislauforientierte und widerstandsfähige bebaute Umwelt, bezahlbaren Wohnraum und moderne Infrastruktur unterstützen kann.

Eine europäische Perspektive

Der Kongress wurde am 20. Mai mit einem Begrüßungsempfang eröffnet, der von Alessio Rimoldi, Generalsekretär des BIBM, moderiert wurde. Die Teilnehmer wurden von Stefan van Buggenhout, dem damaligen Präsidenten des BIBM, Marco Pecetti, Präsident der IPHA, Prof. Enrico Dassori, Präsident von Assobeton, Gianluca Bianchin, Präsident der EFCA, sowie Sergio Saporetti vom italienischen Ministerium für Umwelt und Energiesicherheit begrüßt.

Am folgenden Morgen wurde die Eröffnungssitzung von Magdalena Herbik, Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation beim BIBM, moderiert. Prof. Lucio Blandini von der Universität Stuttgart stellte das Potenzial von Leichtbetonkonstruktionen vor, während der Architekt Stefano Gri den Zusammenhang zwischen industrieller Produktion, architektonischer Qualität und Integration in die Landschaft beleuchtete.

Anschließend stellten Alessio Rimoldi, Magdalena Herbik und Albanela Dulaj vom BIBM-Sekretariat die europäischen politischen Rahmenbedingungen und Marktaussichten vor, wobei sie auf Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Dekarbonisierung, Wohnungsbau, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Produktinformationen eingingen.

Dekarbonisierung – von den Materialien bis zu den Bauwerken

Unter der Moderation von Alessio Rimoldi untersuchte die Sitzung „Dekarbonisierung – ein Weg zu weniger CO₂-Emissionen“, wie Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bauwesen reduziert werden können, ohne dabei Leistung, Erschwinglichkeit und Produktivität zu beeinträchtigen.

Prof. Karen Scrivener von der EPFL skizzierte Wege zu kohlenstoffärmerem Zement und Beton, darunter einen reduzierten Klinkeranteil, eine verbesserte Mischungszusammensetzung und eine effizientere Materialnutzung. Sie zeigte, dass bereits erhebliche Reduzierungen möglich sind, während weitere Forschung, Investitionen und die Marktakzeptanz weiterhin wichtig bleiben.

Dr. Wim Jansze von Consolis VBI konzentrierte sich auf vorgespannte Hohlkernplatten und zeigte, wie schlankes Design, Materialoptimierung und kohlenstoffarmer Beton zusammenwirken können. Die Podiumsdiskussion betonte die Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette sowie die Bewertung anhand von Funktion und Leistung bei fertiggestellten Bauwerken.

Die Teilnehmer betonten zudem die Notwendigkeit klarerer Standards, vergleichbarer Daten und Lösungen, die CO₂-Reduzierung mit Sicherheit, Langlebigkeit, Kosten und Baubarkeit in Einklang bringen.

Resiliente Infrastruktur

Die von Dr. Ulrich Lotz, Geschäftsführer des Building Congress Forum, moderierte Sitzung „Enhancing resilience in infrastructure“ befasste sich damit, wie Infrastruktur angesichts des Klimawandels und anderer Störungen sicher, funktionsfähig und anpassungsfähig bleiben kann.

Dr. Stephan Hauser stellte Lösungen aus Leichtbeton und ultrahochfestem Beton für Schutz- und Sicherheitsanwendungen vor. Stef Maas, Direktor der FEBE, hob den Beitrag von Betonfertigteilen zum Wassermanagement, zur Entwässerung, zum Hochwasserschutz, zu Verkehrswegen und zur kritischen Infrastruktur hervor.

In der Diskussion wurden werkseitig kontrollierte Produktion, vorhersehbare Leistungsmerkmale, Langlebigkeit und schnelle Montage mit widerstandsfähigem Bauen in Verbindung gebracht. Die Beschaffung, so das Fazit, sollte die Nutzungsdauer, die Wiederverwertbarkeit und den Wert über den gesamten Lebenszyklus hinweg berücksichtigen und nicht allein den Anschaffungspreis.

Kreislaufwirtschaft beginnt mit Langlebigkeit

Unter der Moderation von Pedro Obregón, Performance Director International Precast bei CRH, untersuchte die Sitzung „Rethinking resources: the circular economy“ (Ressourcen neu denken: die Kreislaufwirtschaft), wie Materialien und Bauteile effizient genutzt, länger im Einsatz gehalten und, wo geeignet, wiederverwendet werden können.

Prof. Wit Derkowski von der Technischen Universität Krakau hob die Rolle der Vorfertigung im ressourceneffizienten Ingenieurwesen hervor. Topi Paananen von der Peikko Group und Ronald Klein-Holte von Consolis VBI stellten Beispiele vor, bei denen es um anpassungsfähige Verbindungen, Demontierbarkeit, Produktinformationen und Wiederverwendung ging.

In der Diskussion wurde betont, dass Kreislaufwirtschaft mit langlebigen, anpassungsfähigen und ressourceneffizienten Bauwerken beginnt. Die Wiederverwendung bietet weitere Möglichkeiten, doch bestehen weiterhin Hindernisse in Bezug auf Zertifizierung, rechtliche Haftung, Restleistung und Marktentwicklung. Fortschritte erfordern rechtliche Klarheit, verlässliche Informationen und tragfähige Geschäftsmodelle.

Wohnungsbau und Städte der Zukunft

Unter der Moderation von Magdalena Herbik befasste sich die abschließende Fachsitzung „Fertigteilbau in Städten der Zukunft: Wohnen für ein sich wandelndes Europa“ mit der Notwendigkeit, mehr bezahlbaren, hochwertigen Wohnraum schneller und mit weniger Arbeitskräften bereitzustellen und dabei die Umweltbelastung zu verringern.

Prof. Stefano Pampanin von der Universität „La Sapienza“ in Rom stellte Konzepte für eine neue Generation von Fertigteilgebäuden aus Beton vor, die Sicherheit, Nachhaltigkeit, Resilienz und intelligentes Design vereinen. Niki Loonen zeigte auf, wie Digitalisierung, Automatisierung, kohlenstoffärmere Materialien und Kreislaufwirtschaftsprinzipien in zukunftssicheren Wohnraum integriert werden können.

Die Sitzung hob das Potenzial des industrialisierten Bauwesens hervor, den Wohnungsbau zu unterstützen, indem die Abhängigkeit von knappen Arbeitskräften vor Ort verringert, die Bauzeiten verkürzt sowie Qualität und Planbarkeit verbessert werden. Keine einzelne Methode kann die Wohnungsknappheit in Europa lösen, aber Fertigteil-Systeme können einen wichtigen Teil der Lösung darstellen.

Innovationen aus der Zulieferindustrie

Die Ausstellung und die Innovationsworkshops waren ein wesentlicher Bestandteil des Kongresses. Moderiert von Michael Voss, Geschäftsführer des Bauverlags BV und des Building Congress Forum, umfasste das Workshop-Programm „Innovative Lösungen für eine grünere Zukunft“ die Themen Hebe- und Fördertechnik, digitale Produktionssteuerung, Zusatzmittel, Gebäudehüllen, BIM, Automatisierung und dreidimensionale Modellierung.

Beiträge von Progress Group, Aerolift, Master Builders Solutions, Mapei, Chryso, LAP und Edilmatic zeigten, dass Innovation über die Materialien hinaus auch Bereiche wie Produktionseffizienz, Arbeitssicherheit, Qualitätskontrolle und digitale Arbeitsabläufe umfasst.

Ein neues Kapitel für das BIBM

Vor der offiziellen Eröffnung wählte die BIBM-Generalversammlung Friedrich Gebhart vom BDB/FBF Deutschland zum Präsidenten für den Zeitraum 2026–2029; er tritt damit die Nachfolge von Stefan van Buggenhout an. Alberto Truzzi wurde zum Vizepräsidenten gewählt, während Vincent Kerkstoel, Dennis Mathiasen und Michael Wardian in den Vorstand berufen wurden. Anton Glasmaier wurde als Vorsitzender der BIBM-Kommission für Brandschutz bestätigt.

In seiner ersten Ansprache betonte Friedrich Gebhart die Bedeutung von Langlebigkeit, Wiederverwendbarkeit und Anpassungsfähigkeit sowie die fortgesetzten Bemühungen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen und zur Stärkung der politischen Vertretung der europäischen Betonfertigteilindustrie.

 

Austausch in der Ewigen Stadt

Über das technische Programm hinaus boten das Galadinner in der „Terrazza Caffarelli“ sowie geführte Besichtigungen des Kolosseums und des Pantheons unvergessliche Gelegenheiten zum Austausch und zum Kennenlernen der Gaststadt.

Bereit, Ambitionen in die Praxis umzusetzen

Der BIBM-Kongress 2026 präsentierte eine Branche, die die bevorstehenden Herausforderungen realistisch einschätzt, aber zuversichtlich ist, einen Beitrag leisten zu können. Dekarbonisierung, Resilienz, Kreislaufwirtschaft, Digitalisierung und Wohnungsbau sind zunehmend miteinander verknüpfte Prioritäten, die eine Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Bauwesen erfordern.

Betonfertigteile bieten relevante Vorteile, darunter industrielle Fertigung, kontrollierte Qualität, effiziente Materialnutzung, Schnelligkeit, Langlebigkeit und Anpassungsfähigkeit. Der Kongress suggerierte nicht, dass ein einziger Werkstoff oder eine einzige Technologie jede Herausforderung lösen könne. Vielmehr zeigte er, dass die Fertigteilindustrie über praktische Lösungen, Fachwissen und Produktionskapazitäten verfügt, die den Wandel im europäischen Bauwesen unterstützen können, wenn sie im richtigen Kontext angewendet und auf der entsprechenden Ebene bewertet werden.

Die Botschaft aus Rom war von praktischer Zuversicht geprägt: Ein Großteil des erforderlichen Wissens und der erforderlichen Technologie ist bereits vorhanden. Der nächste Schritt besteht darin, die rechtlichen, marktbezogenen und investitionsbezogenen Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine breitere Einführung wirksamer Lösungen ermöglichen. Betonfertigteile sind bestens geeignet, einen wesentlichen Beitrag zu einem nachhaltigeren, widerstandsfähigeren und stärker industrialisierten Europa zu leisten.

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1040 Brussels/Belgium

www.bibm.eu

 

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73760 Ostfildern/Germany

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