FBF B-W/GÜTESCHUTZ B-W

Leistungsstarke Branche tagt in Isny

Treppen von Mauthe, KBH-Pflaster, Rohre und Schächte von Rinninger – nur wenige Kilometer von Isny entfernt, dem diesjährigen Tagungsort der Mitgliederversammlungen des Fachverbands Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg (FBF B-W) und des Güteschutz Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg (GBF B-W), entsteht der neue Center Parc „Park Allgäu“ mit 700 Häusern und rund 5.000 Betten. Die Baustelle, auf der die genannten Betonfertigteile verbaut werden, sei nur ein Beispiel dafür, wie umtriebig und leistungsstark die Betonfertigteilindustrie in Baden-Württemberg ist, freuten sich Vorstand und Geschäftsführung von FBF B-W und Güteschutz bei der Begrüßung der Teilnehmer der beiden Mitgliederversammlungen in Isny im Allgäu.

Tatsächlich können beide Organisationen und ihre Mitglieder einmal mehr auf ein gutes Jahr zurückblicken. Dank des Ertragswachstums im Bereich Gutachten und Qualitätsmanagement-Audits konnte der Güteschutz das geplante Ergebnis um gut 3,5 % übertreffen und statt eines erwarteten Minus gibt es nun ein gutes Plus auf der Haben-Seite der Bilanz für das Jahr 2017.

Beim Fachverband lag das Ergebnis für das Jahr 2017 um fast 8 % über dem Ergebnis des Vorjahres 2016 und auch die Planung für 2017 wurde um gut 3 % übertroffen. Grund sind bei der anhaltend guten Konjunktur vor allem deutlich höhere Einnahmen durch die am Umsatz bemessenen Mitgliedsbeiträge sowie deutlich höhere Einnahmen durch Zins- und Wertpapiererträge in 2017.

 

CE-Kennzeichnung – Stand der Dinge

Der GBF B-W und die ihm organisatorisch zugeordnete Prüf-, Fremdüberwachungs- und Zertifizierungsleistungen durchführende Argus Cert Bau GmbH hatte 2017 gut zu tun. Sie erstellte 461 Überwachungsberichte. Dazu kommen – allerdings für die gesamte Zeit seit Gründung – rund 380 Übereinstimmungszertifikate, rund 220 Produktzertifikate und rund 370 Zertifikate zur CE-Kennzeichnung. Die ebenfalls dem GBF B-W organisatorisch zugeordnete, auf Qualitätsmanagement- und Umweltmanagement-Zertifizierung spezialisierte BQ-Zert GbR hat bisher 29 Zertifikate ausgestellt.

Dipl.-Ing. Steffen Patzschke, Geschäftsführer des GBF B-W informierte darüber, wie die Betonfertigteilhersteller aus Sicht des Güteschutzes mit dem EuGH-Urteil zur Rechtssache C-100/13 aus dem Oktober 2014 umgehen sollen. Mit der Umsetzung der Muster-Verwaltungsvorschrift Technischer Baubestimmungen (MVV TB) und der Einführung neuer Verwaltungsvorschriften in den Ländern (VV TB) läuft die Übergangsphase jetzt nach und nach aus, in der es wegen der Abschaffung des Ü-Zeichens Unsicherheit in der Branche gab. Der Güteschutz empfiehlt für den Nachweis der Verwendbarkeit eines nicht von einer harmonisierten Norm erfassten Bauprodukts auf einer deutschen Baustelle den privatrechtlichen Nachweis; diese privatrechtliche Lösung wird von der Bauaufsicht akzeptiert. Der GBF B-W informiert auf Anfrage gern zum Thema.

 

Präzisionsmessung von Rissbreiten

Schließlich konnte der GBF B-W zwei neue Dienstleistungen vorstellen: Mit einer Präzisions-Hochleistungskamera halten die dafür zertifizierten Sachverständigen Eugen Weber, Steffen Patzschke und Wilfried Röser die Breiten von Rissen in der Rohrinnenseite exakt fest. Mit dieser „Präzisionsmessung im Kanal“ sollen unberechtigte Mangelbehauptungen abgewehrt werden.

Die zweite Dienstleistung bietet der GBF B-W gemeinsam mit Kiwa an; es ist die Begleitung des Dokumentationsprozesses für die freiwillige Nachhaltigkeitszertifizierung des Concrete Sustainability Councils (s. BFT International 06/2018, S. 60).

 

Großer Tätigkeits-Radius

Im Tätigkeitsbericht für den Fachverband Beton- und Fertigteilwerke Baden-Württemberg wurde die große Bandbreite der Aktivitäten auf nationaler und internationaler Ebene in 2017 deutlich.

Im Bereich Lobbying und Kommunikation ist zum Beispiel ein Positionspapier zu erwähnen, dass 2017 im Rahmen der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ erschienen ist. Die zentralen Forderungen an die Politik in Baden-Württemberg: schnelle und verbilligte Baulandbereitstellung, Beschleunigung der Genehmigungsverfahren, Vermeidung zusätzlicher Kostentreiber und Stärkung des Neubaus dauerhaft genutzter Wohngebäude.

Wegen des wachsenden Arbeitskräftemangels sind die Tätigkeiten im Bereich Ausbildung von besonderer Bedeutung. Der FBF B-W bot dazu 2017 verschiedene Ausbildungs- und Trainingsmaßnahmen an, unter anderem den neuen Kurs „Industriemeister Aufbereitungs- und Verfahrenstechnik IHK (M/W)“.

 

BetonTage auf Expansionskurs

Ein weiteres Angebot im Bereich Ausbildung ist die Online-Lernplattform „BetonQuali“. Sie setzt auf die berufsbegleitende, standortunabhängige Wissensvermittlung mit digitalen Medien zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung zum Verfahrensmechaniker/in in der Steine-Erden-Industrie.

Zum Weiterbildungsangebot gehören auch die BetonTage, die die FBF Betondienst GmbH jedes Jahr für den Fachverband in Neu-Ulm organisiert. Die Konferenz und Ausstellung ist heute die größte Veranstaltung für die Betonfertigteilindustrie in Europa. Das erfolgreiche Konzept ist mittlerweile auch international gefragt. Deshalb gibt es heute auch Ableger in Shanghai, China, und in Dubai, Vereinigte Arabische Emirate.

 

Neuer Vorstand

Beim FBF standen zudem in diesem Jahr Vorstandswahlen an. Die Mitglieder stimmten mehrheitlich für Friedrich Gebhart als Präsidenten, für Martin Kronimus, Kronimus AG, und Wilfried Röser, Siegfried Röser GmbH + Co. KG als Vizepräsidenten sowie für Richard Bayer, Bernd Betz, Rolf Harsch, Friedrich Klein, Christof Leuchtner, Jörg Rinninger, Uwe Sommer und Laurenz Zuber als weitere Vorstandsmitglieder. Als Rechnungsprüfer wurden Michaela Högerle, Josef Högerle Betonwerk GmbH, und Dietmar Köster, Adolf Blatt GmbH + Co. KG, erneut gewählt.

Die versammelten Mitglieder von FBF B-W und Güteschutz B-W entlasteten jeweils ihre Vorstände und stimmten jeweils einstimmig dem Haushalt 2017 sowie dem Haushaltsplan 2018 zu. Die Beitragsordnungen beider Organisationen bleiben für das Jahr 2018 ohne Veränderung bestehen.

Text: Christian Jahn, M. A.

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