Holz-Beton-Verbundbau zur Steigerung der Nachhaltigkeit? Analyse unterschiedlicher Deckensysteme

Die Holzhybridbauweise erfreut sich in den vergangenen Jahren
steigender Beliebtheit, insbesondere aufgrund des zunehmenden Fokus auf nachhaltiges, ressourcen- und treibhausgasarmes Bauen seitens Nutzern, Investoren, Projektentwicklern und Planenden.

Anhand des Vergleiches einer Holz-Beton-Verbunddecke (HBV-Decke) mit anderen, z. T. ressourcenoptimierten Deckensystemen sollte qualitativ bewertet werden, inwiefern sich die Umweltwirkungen der Bauweisen voneinander unterscheiden. Hierfür wurden die statischen Anforderungen an die Deckensysteme von einem realen Referenzprojekt
in HBV-Bauweise abgeleitet.

Die Bewertung erfolgte auf Grundlage mehrerer Umweltindikatoren nach DIN EN 15804 wie z. B. dem Globalen Erwärmungspotenzial (GWP).
Als Betrachtungszeitraum wurde die Herstellungsphase (Modul A1 bis A3)
herangezogen. Die Datengrundlage bildet bevorzugt die ÖKOBAUDAT (Version 2021-II) des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat,
wobei teilweise auch Umweltproduktdeklarationen (EPDs) außerhalb dieser Datenbank hinzugezogen wurden.

Bei der GWP-Bilanzierung der HBV-Decke erfolgte eine Fallunterscheidung. Im ersten Fall wurde die Kohlenstoffbindung von Holz während der Wachstumsphase berücksichtigt, im zweiten Fall wurde das GWP von Holz gleich Null gesetzt (GWPHolz = 0). Trotz der hieraus resultierenden nennenswerten Unterschiede weist die HBV-Decke in beiden Fällen eine bessere GWP‑Bilanz als die Spannbetonhohldiele auf, welche die effizienteste Betondecke innerhalb dieses Vergleichs darstellt.

Nachteile von Holz ergeben sich beim Energiebedarf, der bezogen auf 1 m³ um Faktor 10 oberhalb des Bedarfes von z. B. Beton der Klasse C25/30 liegt.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass aufgrund erheblicher Abweichungen
verfügbarer Datensätze keine exakte Aussage über die tatsächlichen Umweltauswirkungen der Systeme getroffen werden kann, sondern diese vielmehr als qualitative Abschätzung interpretiert werden sollte.

Mitautoren: Benjamin Wagner, M.Sc.; Prof. Dr. Andreas Pfnür FRICS

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