Druckfestigkeit von Leichtbetonmauerwerk

Festlegung von fk-Werten in den Nationalen Anhängen zum EC6

Eine der wesentlichen Zielsetzungen bei der Überarbeitung der DIN 1053-1 war eine differenziertere Beschreibung der Mauerwerkdruckfestigkeit in Abhängigkeit der unterschiedlichen Steinarten, um Tragfähigkeitsreserven zukünftig besser nutzen zu können. Zudem sollte eine formale Annäherung an den EC6 und gleichzeitig eine Aktualisierung durch Berücksichtigung von neuen Erkenntnissen erfolgen. Dabei wurde der Rechenansatz aus dem EC6 mit einer Potenzfunktion und von der Stein-Mörtel-Kombination abhängigen Parametern übernommen, um später eine Übertragung für die nationalen Anhänge zum EC6 zu ermöglichen. Hierzu wurden umfassende Auswertungen von Druckversuchen unter anderem an Leichtbetonmauerwerk durchgeführt. Auf deren Grundlage sowie unter Berücksichtigung weiterer Gespräche zwischen dem DIBt und der Leichtbetonindustrie wurden dann die charakteristischen Druckfestigkeitswerte zunächst für die Entwürfe von DIN 1053-11 und DIN 1053-13 beziehungsweise später für die nationalen Anhänge DIN EN 1996-1-1/NA und DIN EN 1996-3/NA abgeleitet.

Im Rahmen des Vortrags werden zunächst die bisherigen Regelungen bezüglich der Druckfestigkeitswerte in DIN 1053-1 und DIN 1053-100 vorgestellt. Es folgt ein kurzer geschichtlicher Abriss zu der Entwicklung der Potenzformel für die Beschreibung des Zusammenhangs zwischen der Mauerwerkdruckfestigkeit und der Stein- und Mörteldruckfestigkeit seit den 1940er Jahren. Anschließend wird die Vorgehensweise bei der Festlegung der fk-Werte von Leichtbeton-Mauerwerk für E DIN 1053-11 und E DIN 1053-13 ausführlich erläutert und der daraus resultierende Status quo in den nationalen Anhängen zum EC6 dargestellt. Nach einer Gegenüberstellung der Angaben in DIN 1053-100, E DIN 1053-11 und DIN EN 1996-3/NA folgt ein Vergleich der gegenwärtig für Mauerwerk aus Beton- und Leichtbetonsteinen mit Leicht- und Dünnbettmörtel nach allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassungen anzusetzenden fk-Werte mit den Druckfestigkeitswerten aus DIN EN 1996-3/NA und E DIN 1053-11. Zum Schluss werden noch einige Hinweise hinsichtlich einer zukünftigen Überarbeitung der Nationalen Anhänge zum EC6 gegeben.

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